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Mietminderung – wegen nicht behobener Mängel?

16.09.2007 23:07 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwältin Jutta Petry-Berger



Sehr geehrte Damen und Herren,

vor 15 Monaten zogen wir in eine kernsanierte Wohnung. Der Durchlauferhitzer ist ab Einzug nicht ausreichend um länger als 2 Minuten warmes Wasser zum Duschen zu haben.

Weiterhin wurde bis heute keine Steckdose im Gästebad installiert, wie dafür gesorgt, das auch dort warmes Wasser ist. Zudem ist die Lüftung im Bad OHNE Fenster seit 15 Monaten defekt.

Alles wurde uns mündlich und schriftlich zugesichert zu beheben, was bis heute nicht geschehen ist.


Meine Fragen

- können wir die Miete mindern?
- wie hoch wäre eine entsprechende Mietminderung?


Vielen Dank für Ihre Antwort

Per

Sehr geehrte Fragestellerin,

nachdem Sie mitteilen, dass Ihr Vermieter bei Vertragsschluss zugesagt habe, die Mängel zu beseitigen, steht Ihnen grundsätzlich das Recht der Mietminderung zu, ohne dass dem der Ausschluss des § 536 b BGB (Kenntnis des Mieters vom Mangel bei Vertragsschluss) entgegengehalten werden könnte. Ihr Mietminderungsrecht ist weithin nicht aufgrund der Tatsache, dass Sie über 15 Monate die Miete vorbehaltlos zahlen, verwirkt.

Das Sinken der Wassertemperatur nach 2 Minuten laufendem Wasser auf weit unter 37 Grad wird mit einer Mietminderungsquote von rund 7 % (bis 10 % ) der Bruttomiete zu bewerten sein. Die fehlende Steckdose sowie die fehlende Warmwasserversorgung im Gästebad und die defekte Lüftung wird eine Mietminderung von weiteren rund 20 % rechtfertigen.

Sie sollten Ihrem Vermieter die Mängel erneut schriftlich anzeigen, die Miete ausdrücklich unter Vorbehalt stellen und ankündigen, die Mietminderung bis zur vollständigen Behebung der Mängel durchzuführen, falls nicht innerhalb einer Frist von (ca.) 2 Wochen Abhilfe geschaffen werde. Gleichzeitig können Sie sich die Geltendmachung eines Zurückbehaltungsrechts vorbehalten.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Petry-Berger
Rechtsanwältin

Rückfrage vom Fragesteller 17.09.2007 | 13:44

Sehr geehrte Rechtsanwältin Jutta Petry-Berger,

Wir haben am 24.Oktober 2006 eine Antwort auf unsere zuvor übermittelte Mängelliste erhalten, dass ein Teil der Schäden der Mängelliste wie Warmwasser, Strom, Lüftung behoben werden.

Können wir eine Mietminderung der von Ihnen angegeben Prozente rückwirkend einfordern, ab dem Zeitpunkt der Zusage unserer Vermieterin einen Teil der Mängel zu beheben?

Bei einer Warmmiete von 735,- EUR / ab 14. November 2006 (Bestättigung oben genannte Schäden zu beheben + 2 Wochen Frist) ~27% = ~2282,17 EUR.

Vielen Dank für Ihre erste Antwort und im Voraus für Ihre Rückantwort.

Mit freundlichen Grüßen,
per



Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 19.09.2007 | 10:46

Sehr geehrte Fragestellerin,

falls Sie die Miete ab November 2006 trotz der Mängelbeseitigungszusage Ihrers Vermieters vorbehaltlos gezahlt haben, werden Sie die Miete nicht rückwirkend mindern können.

Mit freundlichen Grüßen
RA Petry-Berger

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