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Mietminderung wegen Geruchsbelästigung im Hausflur


26.04.2006 12:09 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Markus Timm



Sehr geehrte Damen und Herren,
seit 2 Monaten bewohne ich nun eine Mietwohnung. Ein Mangel stellt sich durch eine extreme Geruchsbelästigung im Hausflur dar. Da ich im 3. OG wohne und der Geruch sehr offensichtlich aus der Wohnung in der 1. Etage kommt, muss ich jeden Tag mind. 2x daran vorbei. Meine Vermieterin habe ich bereits Mitte März über dieses Problem telefonisch in Kenntnis gesetzt und darum gebeten dafür zu sorgen, dass dieser Gestank abgestellt wird, passiert ist scheinbar nichts!
Mein Besuch dreht sich beim Betreten des Hausflures auf dem Absatz wieder rum und geht.
Den Bewohnern des EG stört der Geruch nicht, da sie ihre Wohnung durch den Garten betreten und das 2. OG ist nicht bewohnt.
Nun würde ich gerne die Miete kürzen, weiß aber nicht, wieviel angebracht ist. Desweiteren bin ich mir unsicher, ob ich direkt wegen aller Mängel die Miete um einen höheren Betrag küzen soll, denn der Flur an sich ist schon nicht zumutbar (Tapete hängt von den Wänden, zerkratzte Tapete und Decke von den letzten Ein- und Auszügen), die Regenrinne auf meiner Etage hängt, hat kein entsprechendes Gefälle, so dass sich das Wasser auf einer Seite sammelt und in die Hauswand fließt => Stockflecken sind bereits entstanden.
Vielen Dank im Voraus
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt summarisch beantworten will:

Die Berechnung der Mieminderung ist einzelfallabhängig und kann von Gericht zu Gericht unterschiedlich beurteilt werden:

Die in Frage stehende Geruchsbelästigung betrifft den Zugang zu Ihrer Wohnung und nicht Ihre Wohnung selbst. Deshalb gehe ich davon aus, dass Sie in Höhe von 5 bis 10 % der Miete mindern können (auf jeden Fall den Minderungsbetrag aufbewahren, falls er sich im nachhinein als zu hoch herausstellt).

Sie sollte den Vermieter unbedingt – aus Beweiszwecken – schriftlich (Einschreiben/Rückschein) zur Mängelbeseitigung auffordern. Beziehen Sie sich auf Ihr Telefonat. Bezeichnen Sie sämtliche Mängel und den jeweiligen Betrag, um welchen Sie die Miete für den Mangel mindern werden. Bei kleineren Mängeln ist keine höhere Minderung als 5 bis 10 % zu empfehlen. Addieren Sie sämtliche Mängel und kündigen Sie an, ab nächstem Monat entsprechend nur die geminderte Miete zu zahlen. Rechnen Sie mit einem entsprechenden Rückerstattungsanspruch (für die bereits gezahlte zu hohe Miete) auf. Setzen Sie eine Frist zur Mängelbeseitigung (10 Tage) und kündigen Sie an, dass Sie nach deren fruchtlosem Ablauf die Mängel auf Kosten des Vermieters beseitigen lassen werden.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Auskunft weiter geholfen zu haben. Selbstverständlich stehe ich Ihnen im Rahmen der Nachfragefunktion und auch zur weiteren Vertretung zur Verfügung.

Mit freundlichem Gruß

M. Timm
-Rechtsanwalt-
www.peukerttimm.de
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