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Mietminderung oder Räumungsklage


24.01.2005 11:53 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Im Januar habe ich meinem Mieter fristlos gekündigt, da er zwei Monatsmieten im Rückstand war.

Über einen Rechtsanwalt teilt er mir nun mit, dass es sich um eine verfrühte Kündigung handelt, was laut meiner Belege allerdings nicht der Fall ist.

Gleichzeitig wird mir ein Verstoß gegen Treu und Glauben vorgeworfen. Angeblich habe es Absprachen gegeben, denen zufolge der Mieter gegen ein Entgelt Arbeitsleistungen erbringen sollte, die  dann mit der Miete verrechnet werden sollten. Die Miete sollte bis dahin angeblich zurückgehalten werden.
Solche Absprachen hat es nie gegeben.

Weiterhin lässt der Mieter über seinen Anwalt mitteilen, dass sich in der Wohnung über mehrere Quadratmeter Schimmel an Wänden und Decke gebildet habe. Dies habe er mehrfach angezeigt, ich hätte mich aber hartnäckig gegen eine Beseitigung geweigert. Jetzt macht er eine Mietminderung von rund 100 Euro geltend und spricht von Gesundheitsbeeinträchtigungen wie Kopfschmerz, Augenbrennen und Atemnot.

Der Mieter will daher in drei Monaten ausziehen. Eine fristgerechte Kündigung wurde ausgesprochen.

Meine Fragen:

Lohnt es sich noch, eine Räumungsklage zu verfolgen?
Wie muss ich auf den erfundenen Vorwurf des Verstoßes gegen Treu und Glauben und die angeblichen Absprachen reagieren?
Der Mieter hat vor der fristlosen Kündigung keine Mängel angezeigt, das kann er demzufolge auch nicht belegen. Kann er trotzdem die Miete kürzen?
Was ist, wenn es aufgrund mangelnder Belüftung der Räume tatsächlich zu Schimmelbildung gekommen sein sollte?  Die Wohnung war bisher trocken und einwandfrei.
Kann ich Schadenersatz fordern?
Wie muss ich auf den Vorwurf der gesundheitlichen Beeinträchtigungen reagieren?

Bin gespannt auf ihre Antworten

Sehr geehrter Ratsuchender,

Sie haben wirklich ein Problem.

Das Verfahren der Räumungsklage wird sich sicherlich länger als die drei Montae hinziehen, könnte hier also wirtschaftlich sinnlos sein.

Nur wenn Sie nun gar nichts machen oder gar die Klage zurücknehmen, werden Sie die Gesamtkosten tragen. Sie können nun den Rechtsstreit in der Hauptsache für erledigt erklären und beantragen, dem Mieter die Gesamtkosten aufzuerlegen (darüber wird dann das Gericht entscheiden).

Daher müssen Sie auch zu den unberechtigten Vorwürfen Stellung nehmen und zwar so genau wie möglich.

Sofern die Mängel nicht ordnungsgemäss angezeigt und Sie ordnungsgemäss zur Beseitigung aufgefordert worden sind, kann rückwirkend keine Mietminderung vorgenommen werden, da Sie eben nicht im Verzug sind.

Die Schimmelbildung sollten Sie von einem Fachmann untersuchen lassen. Stellt sich heraus, dass Schimmel wegen fehlerhaften Lüftungsverhalten entstanden ist, können Sie den Mieter zur Beseitigung unter Fristsetzung auffordern und danach Schadensersatz leisten.

Beachten Sie aber, dass Sie Ihre Rechte spätestens innerhalb von sechs Monaten nach Auszug des Mieters gerichtlich geltend machen müssen.

Da gerade im Mietrecht neben Fristen auch verschiedene Formalien peinlich genau eingehalten werden müssen, kann ich Ihnen wirklich nur empfehlen, einen Rechtsanwalt aufzusuchen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle
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