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Mietminderung möglich wg. Beschallung durch Nachbar ?

12.09.2011 12:23 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Böhler


Hallo,

ich bin Mieter einer (zusammengelegten) 2-Zimmerwohung mit Untermieterin,
in der Etage unter uns sind 2 einzelne 1-Zimmer-Wohnungen.

Einer der beiden 1-Zimmer-Wohnungs-Mieter unter uns beschallt uns gern
laut mit seiner bassintensiven Musik, so dass man die Musik nicht nur hört,
sondern die Vibrationen auch deutlich spürt in Fussboden und Wänden,
was sich dann auch auf die Couch etc. überträgt.

Ich gehe dann nach ca. einer halben Stunde zum runter zur Beschwerde,
der Nachbar macht meist auch leiser, aber das hält bestenfalls für den Rest des Tages.
Gehe ich mich nicht beschweren, kann die Beschallung einige Stunden anhalten.

Das ganze geht nun so schon ca. 3 Jahre, anfangs war der Lärm-Nachbar
bei meinen Beschwerden noch recht freundlich und zeigte sogar Verständnis für mein Anliegen, in letzter Zeit hat sich das Verhältnis aber abgekühlt und es kommt immer mehr zu Diskussionen.
Zuletzt meinte er, dass er künftig nur noch bei Vorliegen eines seiner Einschätzung nach wichtigen Grundes wie "arbeitsbegründetes Schlafbedürfnis" oder Krankheit leiser machen will, sonst nicht mehr.

Zu erwähnen ist noch, dass der Nachbar baulich bedingt überwiegend nur die eine Hälfte unserer Wohnung beschallt, die andere Hälfte ist durch eine dicke Trennwand deutlich weniger betroffen.
Weiter erfolgt die Beschallung zu 80-90 Prozent tagsüber ausserhalb der Ruhezeiten.

Arbeitsbedingt sind wir wenig zu Hause und bekommen das ganze ca. alle 2 Tage mit.

Ich bin es nun mittlerweile leid, mich alle 2-3 Tage bei meinem Nachbarn zu beschweren, und meinem Nachbarn gehen meine Beschwerden inzwischen genauso auf die Nerven und es zeichnet sich ab, dass dieses ohnehin nervige Procedere so auch nicht mehr lange funktionieren wird.

Meine 2 Fragen:
1. reicht die Beeinträchtigung, um die Miete zu mindern und wenn ja wie hoch ?
Durch meine Dauerbeschwerden halte ich die Beeinträchtigung bislang ja selbst in Grenzen und damit wohl auch meinen Minderungsanspruch.
2. reicht meine Untermieterin als Zeugin für das Lärmprotokoll ?

Ich fürchte, andere Mieter werde ich als Verbündete/Zeugen nicht gewinnen können,
denn das Mietshaus hat fast nur (gering attraktive) 1-Zimmer-Wohnungen mit hoher Mieterfluktuation und hohem Abwesenheitsgrad der meist recht jungen Bewohner.

Dank
Ratsuchender

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Schilderung summarisch gerne wie folgt beantworte:

Die ständige Beschallung durch den Nachbarn kann eine Mangel der Mietsache, also der Wohnung, darstellen und Sie zu einer Mietminderung berechtigen. Wie hoch die angemessene Höhe der Minderung ist, kann nicht abschließend beurteilt werden, da dies erst nach einer Begehung der Wohnung und Kenntnis des Zustandes des Hauses möglich ist – wer in eine hellhörige Wohnung einzieht hat z.B. weniger Minderungsmöglichkeiten.

Hier existiert die Belästigung offenbar hauptsächlich außerhalb der Ruhezeiten, zudem steht Ihnen eine Rückzugsmöglichkeit zur Verfügung und der Lärm belästigt Sie auch nicht täglich, weshalb eher eine Minderung in Höhe von höchstens 5%-10% möglich erscheint, wobei eine abschließende Einschätzung erst durch einen Rechtsanwalt vor Ort erfolgen kann.

Ihre Untermieterin ist taugliche Zeugin für den Lärm. Über Ihren Vermieter kann eine Besserung der Situation ggf. erreicht werden – wenn er nicht auch an den Lärmverursacher vermietet, kann er an dessen Vermieter herantreten und ihn zu einer Abmahnung auffordern. Auch können Sie Polizei und Ordnungsamt verständigen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 12.09.2011 | 13:17

Hallo Herr Böhler,

danke Ihrer Antwort, zwei kurze Nachfragen.
1.
Sie schreiben, meine Untermieterin ist eine
taugliche Zeugin. Nur wäre diese als alleinige Zeugin auch eine ausreichende Zeugin ?

2.
Spielt für eine Mietminderung eigentlich eine Rolle, wer in der beschallten Wohnungshälfte
wohnt, ich oder meine Untermieterin ?

MfG
Ratsuchender

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.09.2011 | 14:18

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Nachfrage beantworte ich gerne wie folgt:

Ob Ihre Untermieterin allein als Zeugin ausreicht, kann an dieser Stelle noch nicht beurteil werden, da nicht bekannt ist, welche Zeugen die Gegenseite ggf. im Prozess anbietet. Grundsätzlich gilt: Je mehr Zeugen desto besser! Um die Lärmbelästigungen unabhängig zu dokumentieren, bietet es sich an, die Polizei bzw. das Ordnungsamt zu verständigen – diese müssen ihre Einsätze protokollieren.

Wenn Sie den beschallten Wohnungsteil gar nicht selbst bewohnen, dürfte es an einer Beeinträchtigung fehlen. Dies ändert sich z.B. dann, wenn Ihre Untermieterin dort wohnt und die Untermiete mindert.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt

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