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Mietminderung bei Wasserrohrbruch, Feuchtigkeit, Schimmel, Trockenlegung

| 25.09.2009 10:50 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Sehr geehrte Damen und Herren,

in meiner Wohnung, welche ich seit 3 Monaten bewohne, trat am 4.9.09 ein Wasserrohrbruch auf (Küche), welcher schnell behoben wurde. Danach dauerte es genau 2 Wochen, bis mit den Trockenlegungsarbeiten begonnen wurde. Unter anderem, weil die Vermieterin im Urlaub war.

In dieser zeit entwickelte sich mehr und mehr Schimmel an den betroffenen Wänden (Küche, Wohnzimmer, Schlafzimmer), da diese völlig durchnässt waren. Die Schränke im Schlafzimmer mussten weg gerückt werden und stehen nun mitten im Raum. Des weiteren muss ich die Feuchtigkeit, den Schimmel und den muffigen Geruch hinnehmen. Nun stehen die Trockungsgeräte, welche einen enormen Lärm und eine Hitze von 30 °C verursachen in Küche, Flur, Wohnzimmer und Schlafzimmer und sollen laut Trockungsfirma mindestens 3 Wochen, wenn möglich 24 h am Tag laufen, welches aber unmöglich ist. Danach soll vorraussichtlich mit den Renovierungsarbeiten begonnen werden.

Da ich mit zwei kleinen Kindern in der Wohnung lebe ist es zudem auch unzumutbar, da überall dicke Schläuche verlegt sind und es somit auch gefährlich ist, aufgrund von Stürzen.

Nun meine Frage, in wie fern darf ich von einer Mietminderung Gebrauch machen und ab wann darf ich diese Mietminderung anwenden.

Vielen Dank schon jetzt für Ihre Antwort.
25.09.2009 | 11:45

Antwort

von


(140)
Saarlandstraße 62
44139 Dortmund
Tel: 0231 580 94 95
Web: http://www.rechtsanwalt-do.de
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Frage.

I. Mietminderung?
Zur Mietminderung ist ein Mieter berechtigt, wenn die Wohnung „zur Zeit der Überlassung mit einem Fehler behaftet ist, der die Tauglichkeit zum vertragsgemäßen Gebrauch aufhebt oder mindert oder wenn ein solcher Fehler im Lauf der Mietzeit entsteht" (§536 I BGB).
Die Mietminderung tritt eine ohne Rücksicht darauf, ob der Vermieter den Fehler verschuldet hat oder nicht.
In Ihrer Wohnung gibt es Schimmel, Feuchtigkeit und Lärm. Das sind klassische Fehler der Mietsache.

II. Höhe der Mietminderung?
Die Höhe der Minderung wird ermittelt, indem festgestellt wird, wie sehr die Tauglichkeit, also die Benutzungsmöglichkeit eingeschränkt ist oder war.
Dies ist eine Einzelfallentscheidung und wird von dem jeweiligen Richter beurteilt.
Es gibt zwar Mietminderungstabellen. Da die Einzelfälle allerdings so unterschiedlich sind, haben sie keine allzu große Aussagekraft.
Hier ein paar Beispiele aus der Rechtsprechung zur Orientierung, je nachdem welche Ausmaße der Schaden bei Ihnen hat bzw hatte:
Erhebliche Feuchtigkeit und Nässe mit Tropfwasser und Durchfeuchtung des Fußbodens, 50% (AG Leverkusen).
Feuchtigkeit, die den Aufenthalt in Küche, Schlafzimmer und Wohnzimmer wegen der Durchfeuchtung beinah unmöglich macht, 80% (LG Berlin).
Schimmel in Wohnzimmer, Schlafzimmer und Bad, 20% (LG Osnabrück).

(!!) Wochenlanger Lärm wegen Entfeuchtung von Wasserschäden durch Trocknungsgeräte, bis zu 100% (AG Schöneberg (AG Berlin-Schöneberg, Urteil v. 10.04.2008, Az.: 109 C 256/07). Nutzung der Räume sei unzumutbar. Die mit der Mängelbeseitigung verbundenen Stromkosten und Aufwendungen für eine zeitweilige Ausquartierung sind dem Mieter zu ersetzen. (Hier war sogar Kostenersatz für eine Ausweichwohnung angedacht).

III. Minderung wo von?
Lange Zeit wurde in der Rechtsprechung nicht einheitlich beurteilt, ob die Minderung von der Brutto- oder der Nettomiete berechnet wird. Der BGH hat entschieden (Urteil v. 06.04.2005, Az.: XII ZR 225/03), dass die Bemessungsgrundlage der Minderung die Bruttomiete ist, also die Miete einschließlich aller Nebenkosten, inklusive Heizungs- und Warmwasserkosten.

IV. Minderung ab wann?
Die Minderung tritt ab dem Zeitpunkt ein, ab dem der jeweilige Mangel auftritt. Die Minderung tritt von Gesetzes wegen ein, ohne dass Sie sie geltend machen müssen. Überschüssig bezahlte Miete kann zurück verlangt werden.

V. Fazit
Nach Ihrer Schilderung ist die Wohnung zur Zeit unbewohnbar. Offenbar sind sämtliche Räume betroffen und an erholsamen Schlaf und Arbeit in der Wohnung nicht zu denken. Dann können Sie nach meiner Einschätzung für die zwei Wochen Feuchtigkeit und Schimmel einen Großteil der Miete kürzen und für die Zeit, in der die Trocknungsmaschinen laufen, die volle Miete.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen Überblick geben und meine Antwort hat Ihnen weiter geholfen. Noch Fragen? Dann nutzen Sie die kostenlose Nachfragefunktion.

Wenn ich Sie in der Sache tätig werden soll, rufen Sie mich gerne an. Sie können mir auch eine Email z.B. mit einer Rückrufbitte schicken. Ich melde mich dann bei Ihnen.

Bitte bedenken Sie, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann. Zu einer umfassenden Beratung gehört, gemeinsam alle relevanten Informationen zu erarbeiten. Das kann diese Plattform nicht leisten. Hier soll nur eine erste überschlägige Einschätzung Ihres geschilderten Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen gegeben werden. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Tatsachen bei Ihrer Schilderung kann sich eine ganz andere rechtliche Beurteilung ergeben.



Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Belgardt
Rechtsanwalt


Kanzleianschrift:
Großholthauser Str. 124
44227 Dortmund

Kontaktmöglichkeiten:

Telefon: 0231. 580 94 95
Fax: 0231. 580 94 96
Email: info@ra-belgardt.de

**********************************





Bewertung des Fragestellers 28.09.2009 | 09:17

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