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Mietminderung: Zu hohe Raumtemperatur

| 30.05.2017 10:04 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


13:49

Zusammenfassung: Eine zu heiße Wohnung kann zur Mietminderung berechtigen. Es kommt aber darauf an, wie heiß und vor allem, ob für den Mieter bei Vertragsschluss absehbar war, dass es im Sommer wegen der Bauweise heiß werden kann (das verglaste Dachgeschoss). Eine Minderung von 20% dürfte angemessen sein.

Sehr geehrte Rechtsanwälte,

ich wohne seit Anfang April in einem Studentenheim des Kölner Studentenwerks. Es handelt sich um ein 25 m² Apartment im 3. OG eines Passivhauses (Erstbezug, Neubau). Das Belüftungsgerät, das für den Luftaustausch und die Temperaturregelung zuständig wäre, schafft es nicht, den Raum auf eine angenehme Zimmertemperatur zu senken. In den letzten Wochen habe ich bei frühsommerlichen Außentemperaturen in meinem Zimmer 27 Grad gemessen, am vergangenen Wochenende sogar 32 Grad! Lüften hilft in diesem Fall nichts, da mein Fenster/Balkon Ost-West-Ausrichtung hat und sich die Hitze auf dem Balkon staut.

Seit zwei Monaten etwa werde ich immer wieder vertröstet, dass man sich bald um das Problem kümmern würde.

Ist es möglich im Nachhinein eine Mietminderung vorzunehmen? Und wenn ja, in welcher Höhe wäre das angebracht? Es handelt sich um ein 1-Zimmer-Studentenzimmer von etwa 25 m² Größe, monatlich zahle ich dafür 378 Euro. Ich habe den Mangel erstmals am 6. April 2017 bei der Hausverwaltung angemeldet und die gesamte E-Mail-Konversation abgespeichert. Außerdem habe ich in den letzten zwei Wochen die Raumtemperaturen dokumentiert.

Besten Dank im Voraus für Ihre Rückmeldung,
Doris Hörmann
30.05.2017 | 10:42

Antwort

von


(100)
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Raumtemperaturen können eine Mietminderung rechtfertigen. Unzulässig ist dabei aber zunächst die rückwirkende Mietminderung. Sie können nur zukünftig eine Minderung vornehmen.

Die Frage, ob eine heiße Wohnung einen Mangwel darstellt, also zur Minderung berechtigt, ist umstritten. Die Gerichte sehen das mal so oder so. Das Amtsgericht Hamburg hat im Jahr 2006 entschieden, dass ein dauerhaftes Überschreiten der "Wohlfühltemperatur" von 25-26 Grad Celcius zu eine medizinisch relevanten Beeinträchtigung führt und damiit zur Minderung berechtigt. Das AG Leipzig hingegen wies einen Mieter ab, der eine Maisonnettewohnung gemietet hatte und ebenfalls zwischen 30 und 25 Grad hatte. Das sei bei einer Dachwohnung normal.

Es ist also eine Frage des Einzelfalls. Wenn Ihre Wohnung nicht im obersten Stock liegt und keine besonders großen Fensterflächen hat, sind die Chancen besser als bei einer vollverglasten Dachgeschoßwohnung. Darüber hinaus ist es wesentlich, wann und bei welchen Außentemperaturen die Werte im Wohnungsinnern gefühlt zu hoch sind. Wenn die Innentemperatur in der Nacht nicht unter 25 Grad sinkt, ist die Minderung berechtigter. Sommerliche Spitzen von über 30 Grad am Mittag sind hingegen wohl hinzunehmen.

Ich würde Ihnen raten, die Miete für Juni um 20% zu mindern, so Sie denn nicht unter die Dachgeschoßausnahme fallen. Sie haben dem Vermeiter bereits zwei Monate Zeit zum beheben des Mangels gegeben. Die Minderung sollte die Motivation beim Vermeiter deutlich erhöhen.

Wenn Sie allerdings im Dachgeschoß wohnen, könnte die Nichtzahlung zu einem Kündigungsgrund führen. Das ist leider wegen der uneinheitlichen Rechtsprechung nicht vorhersagbar, das die Amtsgerichte frei in der Würdigung des Sachverhalts sind.

Insgesamt tendiere ich zu einer Zulässigkeit der Minderung. Rein vorsorglich sollten Sie aber das Geld beiseite legen, um ggf. nachzahlen zu können, wenn Ihnen eine Kündigung wegen Nichtzahlung ausgesprochen wird.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt

Pieperjohanns


Rechtsanwalt Stefan Pieperjohanns

Nachfrage vom Fragesteller 30.05.2017 | 13:44

Besten Dank für die kompetente und ausführliche Antwort!

Ich nehmen an, wenn ich für Juni die Miete tatsächlich um 20 Prozent mindere und der Mangel aber im Laufe des Monats behoben wird, dass ich dann anteilsmäßig nachzahlen muss. Liege ich damit richtig?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.05.2017 | 13:49

Sehr geehrter Fragesteller,

das ist korrekt. Die Miete ist zwar für den Monat im voraus insgesamt fällig, aber die Minderung bezieht sich nur auf die taggenaue Dauer der Beeinträchtigung. Kriegt der Vermieter die Wärme noch im Juni in den Griff, dann müssen Sie den mangelfreien Teil des Monats nachzahlen.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt

Pieperjohanns

PS: Würden sie mir bitte eine Bewertung schreiben? Vielen Dank.

Bewertung des Fragestellers 30.05.2017 | 13:47

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