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Mietminderung Schimmelpilz Höhe/Zeitpunkt


21.12.2004 09:34 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Mein Mann meine Tochter (8 Monate) und ich bewohnen eine 2-Zimmerwohnung im Erdgeschoss (64qm). Vor ca. 5 Wochen haben wir im Schlafzimmer (benutzen wir alle drei wegen der geringen Anzahl der Zimmer) hinter den Betten an den Aussenwänden über 1,5 Wandflächen ausgewachsenen Schimmelpilz (schwarzfärbung)entdeckt. Wir haben unseren Vermieter sofort informiert und zeitgleich einen Experten wegen der gesundheitsgefährdung befragt. Unser Vermieter hat einen unabhängigen Sachverständigen beauftragt, der zur Erstellung eines Gutachtens zwei Wochen später vor Ort war. Beide haben mir beim ersten Blick bestätigt,dass unsere kleine Tochter in keinem Fall mehr in diesem Raum schlafen kann. Für Erwachsenen sei das Risiko schwer abschätzbar, ein Aufenthalt jedoch keinesfalls über längere Zeit zuzumuten. Unsere kleine Tochter schläft nun im Wohnzimmer, wir inzwischen nach oberflächlicher Behandlung des Schimmelpilz (auf Empfehlung des Sachverständigen) wieder im Schlafzimmer. Dass Gutachten ist immer noch nicht erstellt (nach 4 Wochen). Auf telefonische Nachfrage direkt beim Sachverständigen bekam ich nun die Information, dass der Pilz in der Farbschicht auf der Wand sitzt und hier schnellstmöglich von einem Maler eine fachgerechte Behandlung erfolgen muß. Der Vermieter bat uns darum vor Ort einen Maler zu beauftragen, da er nicht in Nähe wohnt und die örtlichen Gegebenheiten nicht kennt. Ein Maler war bereits hier. Wir warten auf ein Angebot und einen Termin. Im März (in drei Monaten) ziehen wir in unser eigenes Haus und der Vermieter wir eine umfangreiche Ursachenforschung (Mauerwerk etc.) veranlassen. Hiermit möchte er uns während wir in der Wohnung sind nicht zusätzlich belasten. Das Mietverhältnis ist gut, es gab bisher keinerlei Schwierigkeiten mit dem Vermieter.
Unabhängig davon, wann nun endgültig Abhilfe im Schlafzimmer geschaffen wird stellen sich folgende 2 Fragen:
-Die Miete wir am 1. d. Monats gezahlt. Da ein Dauerauftrag läuft war mir eine Mietminderung für diesen Monat kurzfristig nicht mehr möglich. Kann ich (auch falls die Malerarbeiten noch in diesem Monat abgeschlossen werden) zum nächsten 1. eine "rückwirkende" Mietminderung veranlassen?
-Unsere Wohnung hat 64qm. Das Wohnzimmer hat ca. 28qm und ist unser Hauptaufenthaltsraum. Meine Tochter geht abends zwischen 19 Uhr und 20 Uhr ins Bett. Damit ist das Wohnzimmer (Fernsehen, Radio, Bücher, Bürounterlagen, etc.) ab dieser Zeit passé. Die Küche hat nur 6,4 qm (abzüglich Schränke und Geräte)und ist als Aufenthaltsraum absolut nicht geeignet. Im Flur (5,7qm)ist ein Aufenthalt nicht möglich. Hier können wir nicht einmal Licht einschalten wenn wir die Räume wechseln, da eine Glastür ins Wohnzimmer führt (zu hell für meine Tochter zum Schlafen). Bleibt nur: sofort schlafen legen oder im Schlafzimmer Radio hören, was nach nunmehr 6 Wochen doch eine enorme Einschränkung für uns beide bedeutet, da mein Mann immer erst nach 19 Uhr nach Hause kommt.
Die Nettokaltmiete beläuft sich auf 547,- Euro. In welcher Höhe kann in diesem Fall eine Mietminderung erfolgen? (Beabsichtigt haben wir 150,- Euro, nach unserem "Gefühl" wiederstrebt es uns bei dieser tatsächlichen Belastung überhaupt Miete zu zahlen.)
Danke für Ihren Tipp!
Sehr geehrte Ratsuchende,

wenn ein erheblicher Mangel vorliegt, ist der Mieter berechtigt, die Miete zu mindern, § 536 BGB. Ob den Vermieter ein Verschulden an dem Mangel trifft, ist unerheblich. Die Minderung trifft kraft Gesetzes ein. Wenn allerdings der Mieter trotz Kenntnis des Mangels die Mieter ohne einen Vorbehalt weiterzahlt, verliert er sein Minderungsrecht.

Da Sie die Miete für den laufenden Monat vorbehaltlos gezahlt haben, sind Sie hier auf der sicheren Seite, wenn Sie nicht rückwirkend mindern. Sie sollten außerdem dem Vermieter mitteilen, dass Sie ab dem 1.1.2005 mindern werden.

Wegen der Höhe der Minderung gibt es im Falle von Schimmelbefall eine ganze Reihe von Gerichtsurteilen. Die Bandbreite liegt hier je nach Ort und Grad des Befalls Bandbreiten von ca. 5 bis über 50 %.

In Ihrem Fall würde ich - unter dem Vorbehalt, dass ich das genaue Bild und die genaue Situation nicht kenne - die von Ihnen beabsichtigte Mietminderung für angemessen halten, auch wenn Sie über 25 % beträgt und damit relativ hoch ist.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas J. Lauer
Rechtsanwalt
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