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Mietminderung Heizungsausfall

11.02.2009 21:21 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Guten Tag,

ich habe folgendes Problem mit meinen Mietern:
Montags morgens (im Januar) gegen 8 Uhr rief meine Mieterin (EFH) an, dass seit Sonntag die Heizung ausgefallen sei. Daraufhin habe ich umgehend eine Firma kontaktiert, die die Heizung am Montag zweimal in Betrieb genommen hat. Leider ist die Heizung trotzdem jedes Mal wieder ausgefallen. Es stellte sich heraus, dass für die endgültige Reparatur ein Ersatzteil fehlte, was von der beauftragten Firma noch am Montag bestellt wurde, da es leider nicht auf Lager war. Dienstags morgens wollte bzw konnte die Mieterin leider niemanden von der beauftragten Firma ins Haus lassen, erst um 14 Uhr. Damit konnte die Heizung erst nachmittags wieder fertiggestellt werden. Diesmal endgültig und einwandfrei.

Am Dienstag kam ein Beschwerdebrief bei mir an, unter anderem mit der Androhung der Mietkürzung (und zwar über 50,--€) pro Tag. Nun wurde die Januarmiete tatsächlich gekürzt, und zwar je Tag um 27,--€ für insgesamt drei Tage (Sonntag, Montag, Dienstag). Die Bruttomiete beträgt monatlich 850,-- €, d.h. 27,42 pro Tag (bei 31 Tagen). Damit hat sie eine 100%-Kürzung vorgenommen.

Jetzt meine Frage: Ist hier eine Mietkürzung überhaupt rechtens und wenn ja, in dieser Höhe? Meines Erachtens habe ich alles getan, um eine möglichst schnelle Reparatur zu gewährleisten. Außerdem kann sie ja gar nicht nachweisen, dass die Heizung am Sonntag schon ausgefallen ist... Und am Dienstag hat die Heizung auch schließlich schon funkioniert. Und dann trotzdem die Miete kürzen?!

Vielen Dank für Ihre Antwort

11.02.2009 | 21:31

Antwort

von


(892)
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Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

Ist die Mietsache mit einem Mangel behaftet, der ihre Tauglichkeit zu dem vertraglich vereinbarten Zweck mindert, so ist gem. § 536 BGB auch die Miete entsprechend gemindert. Es kommt dabei nicht auf ein Verschulden des Vermieters an.

Für die Zeit, in der also die Heizung ausgefallen war, durfte die Mieterin also eine angemessene Mietkürzung vornehmen.

Eine Mietminderung um 100% kommt jedoch nur in Betracht, wenn die Wohnung an den betreffenden Tagen überhaupt nicht genutzt werden konnte - wenn die Mieterin also aufgrund der fehlenden Beheizbarkeit vorrübergehend woanders wohnen musste (Freunde, Bekannte, Hotel).

Angesichts der Eiseskälte, die an einigen Tagen im Januar auch in unserer Stadt herrschte, ist dies nicht ausgeschlossen - es wird aber auf die genauen Tage ankommen.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben und stehe Ihnen für Rückfragen selbstverständlich gerne zur Verfügung.



Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Andreas Schwartmann
Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht

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