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Mietkündigung


28.04.2015 10:46 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Mathias F. Schell



Sehr geehrte Damen&Herren!
Ich bewohne mein Mehrfamilienhaus mit Mietern und Feriengästen. Einer meiner ,,festen' Mieter ist alkoholkrank, meine andere feste Mieterin ist sehr ängstlich, da er bei seinen ,,Anfällen'(Quartalstrinker) in seiner Wohnung sehr laut(Poltern, Fallen) ist!Ich bewohne die Wohnung unter ihm, wobei ich mich dadurch auch erheblich gestört fühle(Nachts kaum an Schlaf zu denken, da er auch Raucher ist und meine Angst auch darin besteht, mit einer Zigarette einzuschlafen u.ä.)
Im hinteren Teil bewohnen Feriengäste die Wohnungen. Leider bekommen diese Ihn auch mit wenn er für ,,Nachschub' sorgt(Auto/Fahrradfahrten!) und fühlen sich bei Ihren Aufenthalten nicht wohl, gerade wenn Kleinkinder ihn so zu sehen bekommen.
Hilfe bei seiner ,,Krankheit' hat er bislang nur für 1/2Tage Krankenhausaufenthalt und ang.Therapie unternommen.
Da die Vermietung meine Existenz bedeutet(ich wurde vor 2 Jahren Witwe) werden die Feriengäste die ihn so kennen gelernt haben nicht wieder buchen, ebenfalls hat meine andere feste Mieterin aufgrund dessen schon angedeutet zu kündigen!
Daher meine Frage, wie erziele ich eine plausible Kündigung?
Vielen Dank
MfG

Einsatz editiert am 28.04.2015 10:51:55
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie des Einsatzes als ERST-Beratung gerne wie folgt beantworte:

Ob der Alkoholismus Ihres Mieters alleine für eine Kündigung des Mietverhältnisses ausreicht, ist sehr fraglich. Alkoholismus allein dürfte noch keine Gefährdung der Mietsache darstellen.

Die Hürden für die Kündigung eines alkoholkranken Mieters sind daher in der Praxis außerordentlich schwierig, wenn das Fehlverhalten Folge der Krankheit ist. Ein alkoholkranker Mieter, der im Delirium Mitmieter belästigt oder lärmt, kann grundsätzlich nichts für sein Verhalten. Daher wird man sagen müssen, dass ein solches Verhalten an sich nicht abgemahnt werden kann bzw. deswegen grundsätzlich keine (fristlose) Kündigung ausgesprochen werden darf. Anders ist es dagegen, wenn dem alkoholkranken Mieter – wie evtl. in Ihrem Fall - vorgeworfen werden kann, dass dieser seine Sucht nicht nach Kräften therapiert.

In Frage kommt ferner eine Kündigung wegen Störung des Hausfriedens (Lärm) oder evtl. eine Kündigung wegen erheblicher Gefährdung der Mietsache bei dessen Verwahrlosung.

Die obigen Ausführungen können auf Grund der mitgeteilten Informationen und des geringen Einsatzes nur ein erster Überblick sein.

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen als rechtliche Orientierung im Rahmen der Erstberatung weitergeholfen.

Bitte beachten Sie, dass meine Ausführungen nur eine erste rechtliche Einschätzung auf der Grundlage Ihrer Angaben darstellen können. Der Umfang meiner Beratung ist dabei durch die zwingenden gesetzlichen Vorgaben des § 4 RVG begrenzt. Die Beantwortung Ihrer Frage erfolgt ausschließlich auf Grundlage Ihrer Schilderung. Die Antwort dient lediglich einer ersten überschlägigen rechtlichen Einschätzung, die eine persönliche und ausführliche Beratung durch einen Rechtsanwalt in den seltensten Fällen ersetzen kann. Das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben kann möglicherweise zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich.

Natürlich können Sie mich in dieser weitergehenden Angelegenheit auch beauftragen. Ich bin gerne bereit, Ihre Interessen im Rahmen eines ordentlichen Mandatsverhältnisses zu vertreten. Dank Email, Fax und Telefon stellt auch die Vertretung über größere Entfernung kein Problem dar. Bitte kontaktieren Sie mich dazu über die unten genannte Rufnummer bzw. E-Mail-Adresse.

Mit freundlichen Grüßen
Mathias F. Schell, Rechtsanwalt

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