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Mietkaution nur zum Teil zurückgezahlt

| 28.09.2014 14:24 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Ich habe meine Mietwohnung nach 5 Jahren und 1 Monat zum 28.02.2014 gekündigt.
Beim Auszug aus dieser Wohnung habe ich einen Teil des Laminates beschädigt. Die Beschädigung betrug ca. 1m Länge und ca. 50cm Breite im Übergang vom Flur zum Wohnzimmer. Dieser Schaden wurde der Hausverwaltung und meiner Haftpflichtversicherung parallel gemeldet (inkl. Fotos der Beschädigung).
Die Versicherung teilte mir mit das man den Schaden begleichen würde sobald ein Kostenvoranschlag vorliegt.
Im Wohnungsabnahmeprotokoll wurde daraufhin vermerkt: „Laminat durch Mieter beschädigt".
Ebenso wurde vermerkt das die Vermieterin 100,00€ aus der Kaution von 1.000,00€ zur Deckung evtl. Ansprüche aus der noch ausstehenden Nebenkostenabrechung einbehalten würde.

Eine Woche später erhielt ich den Kostenvoranschlag. Hier wurde ein Betrag von 2.360,35€ für die Beseitigung des Schadens auf einer Fläche von 45,6 qm aufgerufen. Gleichzeitig teilte mir die Vermieterin mit das sie die Kaution nun als ganzes einbehalten würde bis der Schaden reguliert sei.
Diesen Kostenvoranschlag habe ich an meine Haftpflichtversicherung weitergeleitet. Diese hat sich auch kurz darauf gemeldet und mir mitgeteilt das man diese Summe nicht begleichen werde und der Schaden erst durch einen Gutachter begutachtet werden müsse, da die Summe für den gemeldeten Schaden zu hoch sei.
Nach mehrmaligem Nachfragen erhielt ich dann auch von meiner Haftpflichtversicherung im August einen Bescheid aus dem hervor ging das eine Zahlung von 228,00€ (Zeitwert) an die Hausverwaltung getätigt wurde.

Zum 31.08.2014 forderte ich daher die Hausverwaltung auf mir die Kaution auszuzahlen, mit dem Verweis das der Schadenbeglichen sei.
Ich erhielt daraufhin folgende Antwort der Hausverwaltung:
Hinsichtlich des Schadens am Laminat, haben wir mit Ihrer Versicherung längere Verhandlungen gehabt, die diese nicht bereit war, mehr als 227,70€ zu begleichen (Kostenvoranschlag i.H.v. 2.360,47€).
Ihre Versicherung hat uns schriftlich mitgeteilt, dass bei einer gesamten Neuverlegung des Laminates, die Kosten zur Entsorgung des Laminates i.H.v. 460,00€ netto getragen werden würde. Das Laminat wurde von unserem Hausmeister vollständig in Ihrer ehemaligen Wohnung erneuert. Durch diese Verzögerungen, haben wir die Wohnung erst zum 01.09.2014 neu vermietet. Den Mietverlust würden wir Ihnen nicht in Rechnung stellen, aber die Materialkosten i.H.v. 583,47€ incl. MwSt..

Aus der beigelegten Quittung ging hervor das man:
- 27 Karton Laminat gekauft hat
- diese Menge für ca. 66qm Fläche ausreichend ist
- das Laminat eine andere Farbe hat als das was vorher in der Wohnung verlegt war.

Da das gekaufte Laminat für die Fläche Wohn- als auch Schlafzimmer ausreichend ist und von der Fläche des Kostenvoranschlages abweicht (45,6 qm) gehe ich davon aus, das der gesamte Laminatboden der Wohnung ausgetauscht wurde obwohl es lediglich im Wohnzimmer eine Beschädigung als auch partielle Abnutzungserscheinungen gab. Ebenso schrieb die Hausverwaltung das das neue Laminat durch den Hausmeister und nicht durch eine Firma verlegt worden ist, was mich zu der Vermutung bringt das man hier generell auf die höhere Summe spekuliert hat und das Laminat so oder so durch den Hausmeister verlegt worden wäre.

Daher folgende Fragen:
- Inwiefern ist das gesamte Vorgehen der Hausverwaltung rechtens?
- Falls dem nicht so ist, wie kann ich die hier einbehaltenen Materialkosten erlangen?
- Kann mir die Hausverwaltung überhaupt evtl. Mietverluste in Rechnung stellen?

Sehr geehrter Fragesteller,

die Hausverwaltung kann in der Tat hinsichtlich der Materialkosten nur den Zeitwert verlangen, den die Versicherung auf 228 € errechnet hat. Ob diese Rechnung korrekt ist, kann ich leider nicht sagen, dies müsste von einem Sachverständigen ermittelt werden. Da der Geschädigte, in diesem Fall die Hausverwaltung, auch fiktiv abrechnen kann, kann sie auch die Arbeitskosten für das Austauschen des Laminats verlangen, auch wenn diese gar nicht angefallen sind (dann allerdings ohne die Umsatzsteuer).

Selbstverständlich darf der Geschädigte aber nur die Kosten für das Austauschen des Teils des Laminats in Rechnung stellen, der auch beschädigt wurde, also die ca. 45 qm, sowohl was die Material- als auch was die Arbeitskosten anbelangt. Zur Berechnung der fiktiven Arbeitskosten müsste wohl ebenfalls ein Sachverständigengutachten erfolgen. Die Kosten für das Gutachten selbst sind Schadenskosten und müssten von Ihnen, bzw. von der Versicherung getragen werden.

Was die Kosten für die Verzögerung der Weitervermietung anbelangt, so kann nicht allgemein gesagt werden, ob diese zu ersetzen sind. Hierfür kommt es zunächst darauf an, ob überhaupt sofort ein Mieter zur Verfügung gestanden hätte. Zum anderen müsste die Zeit für die Verlegung des Laminats auch angemessen sein, was bei 6 Monaten zumindest fragwürdig ist. Wenn die Zeit aber angemessen war und nur aufgrund dessen die Wohnung nicht vermietet werden konnte, so ist dies grundsätzlich auch ein Schaden, der Ihnen berechnet werden kann, selbstverständlich abzüglich aller Aufwendungen, die die Hausverwaltung wegen des Leerstands eingespart hat.

Es wäre allgemein ratsam noch einmal mit Ihrer Versicherung und der Hausverwaltung zu sprechen, was die Beauftragung eines Gutachters anbelangt (die Beauftragung muss eigentlich von der Hausverwaltung erfolgen). Liegt der Schaden, den der Gutachter dann errechnet, über der Summe Ihrer einbehaltenen Kaution, so ist das Vorgehen der Hausverwaltung rechtmäßig, in diesem Fall müssten Sie versuchen, das Geld von der Versicherung zurück zu bekommen. Ist der Schaden hingegen geringer, so muss die Hausverwaltung den entsprechenden Betrag auszahlen. Den Rest sollten Sie dann wiederum bei der Versicherung einfordern. Weigert sich die Hausverwaltung unberechtigterweise den Betrag auszuzahlen, müssten Sie anwaltlich, bzw. gerichtlich gegen diese vorgehen. Beachten Sie hierbei unbedingt die dreijährige Verjährungsfrist.

Ich hoffe ich konnte mit den Informationen einen ersten Überblick verschaffen und verbleibe


Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 30.09.2014 | 09:55

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