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Mietinteressent möchte keine volle Makler-Provision zahlen

02.01.2014 18:35 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Steffan Schwerin


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin Immo-Makler und habe eine Wohnung an einen Mietinteressenten
vermittelt.Er hatte sich damals per Telefon bei mir gemeldet und um eine
Besichtigung gebeten.Es kam einige Tage später zu einer Besichtigung
bei der auch seine Lebensgefährtin dabei war.Die Wohnung gefiel den
beiden und nach 2 Tagen kamen per email die erforderliche Unterlagen
wie Lohn-und Gehaltsnachweise wie eine Bürgschaft der Eltern, da
beide noch Studenten sind und nur Teilzeit arbeiten.Ich habe die
Unterlagen an die Hausverwaltung weitergeleitet.

Nach Prüfung der Hausverwaltung kam eine positive Antwort und der
Mietvertrag wurde den Kunden direkt per email zugesandt und auch
gleich das Übergabeprotokoll. Die beiden Mietinteressenten unterschrieben
den Mietvertrag und sendeten ihn zurück an die Hausverwaltung.Das
Übergabeprotokoll brachten die neuen Mieter am Tag der Schlüsselübergabe
mit. Ich machte mit den beiden neuen Mietern eine ordentliche Übergabe
und wir unterschrieben alle das Protokoll und ich händigte die Wohnungs-
Schlüssel aus.

Nach getaner Arbeit hatte ich den Mietern die Provisonsrechnung zukommen
lassen. 2 Nettokaltmieten zzgl.19% Mwst. Nach zwei Wochen kam eine email
des Mieters in der stand, das er mit meiner Arbeit nicht zufrieden wäre, weil
ich bei Vertragsabschluss nicht wußte welcher Keller zu seiner Wohnung
Gehörte und das ich Ihm erst später von einer weiteren Abstellkammer im
Treppenhaus erzählte.Und das er mit der Hausverwaltung fast alle im
Alleingang getan hätte, ohne meine Hilfe.Dann behauptete er auch noch er
dachte ich wäre von de Hausverwaltung und kein Immo-Makler.
Per SMS kam die Nachricht er wollte trotzdem eine Kaltmiete zahlen um einen
Rechtsstreit zu vermeiden.
Jetzt hat er aber nur eine halbe Kaltmiete bezahlt und meldet sich nicht mehr.
Unten steht die email die zuletzt kam. Bitte helfen Sie mir um zu meinem Recht
zu gelangen.Vielen Dank!

Die email die vom Mieter kam:

Ihre Rechnung vom 30.11.2013 kann ich leider nicht nachvollziehen.
Weder bei der Besichtigung noch bei der Schlüsselübergabe haben Sie erwähnt, dass Sie auf Provisionsbasis habdeln. Ich bin davon ausgegangen, dass Sie für die Hausverwaltung arbeiten. Dies bestätigte sich mir, als Sie uns an die Hausverwaltung weitergeleitet haben.

Wir haben weder mündlich noch schriftlich ein Maklervertrag abgeschlossen. Ebenfalls wurde nie die Höhe der Provision angesprochen.

Die Leistung eines klassischen Marklers haben Sie für uns nicht erfüllt:

1. Eine Vermittlung ist durch Sie nicht erfolgt, vielmehr haben wir uns selbst mit der Hausverwaltung in Verbindung gesetzt. Der Vertragsabschluss ist alleine durch unsere Bemühungen zustande gekommen.

2. Sie haben bis heute keine genaue bzw. korrekte Informationen zu der Wohnung und die dazu gehörigen Nebenräume (Keller und Abstellraum), durch die fehlende Information, dass uns ein Keller zusteht, mussten wir die Sachen aus dem alten Keller in einem extra angemieteten Raum abstellen.

3. Die vollständige Betreuung bis zum endgültigen Vertragsabschluss war mangelhaft.

4. Das mitbringen von Formulare etc. (Übergabeprotrokoll u. Selbstauskunft) haben Sie ebenfalls versäumt

5. Die Funktion einiger Schlüssel die Sie uns übergeben haben kennen Sie selbst nicht

6. Die Unterlagen die wir Ihnen zugesandt haben welches zum Vertragsabschluss führen sollte wurden von Ihnen lückenhaft an die Hausverwaltung weitergeleitet, sodass ich erneut die Unterlagen an die Hausverwaltung schicken musste

Daher kann auf keinen Fall von einer konkludente Handlung ausgegangen werden.

Der Provisionsanspruch des Maklers setzt nach § 652 BGB das rechtswirksame Zustandekommen des Hauptvertrages voraus, nicht aber dessen Durchführung. Der angestrebte Vertrag muss rechtswirksam und endgültig zustande gekommen sein, erst dann entsteht der Provisionsanspruch.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Leider lassen Sie offen, was Sie wirklich alles für die Mieter getan haben und wie der Kontakt zustande kam.

Geht man danach, was die Mieter schreiben, dann besteht in der Tat kein Lohnanspruch nach § 652 BGB.

Wenn Sie die Wohnung aber im Auftrag des Vermieters angeboten und an die Mieter vermittelt haben, dann ist Ihr Lohnanspruch entstanden.

Dazu müssen Ihnen von dem Vermieter ein Vermittlungsauftrag vorliegen und Sie müssen nach außen auch als Makler aufgetreten sein. Für die Mieter muss also auch erkennbar gewesen sein, dass Sie Makler sind.

Wenn die von den Mietern monierten Punkte 2 bis 6 schlecht erfüllt wurden, steht das dem Lohnanspruch nicht entgegen.

Wenn Punkt 1 zutrifft und Sie nicht als Makler erkennbar waren, dann steht dies dem Lohnanspruch aber entgegen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Steffan Schwerin, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 03.01.2014 | 19:39

Sehr geehrter Herr Anwalt,

danke für die Antwort.Sie fragten was ich für den Mietinteressenten getan habe und wie der
Kontakt zu stande kam.

Ich habe vom Vermieter den Auftrag bekommen einen Mieter für seine 2-ZW zu finden.
Ich habe eine Online-Anzeige auf Immo-Scout24 geschaltet und kurz darauf haben sich
ein dutzend Interessenten gemeldet.Die meisten haben auch per email eine Anfrage
gesandt, nur diese Mieter dem ich letztendlich die Wohnung vermittelt habe, hat dies nicht
per email getan, sondern hatte sich bei mir telefonisch gemeldet und um eine
Besichtigung gebeten.Er fragte mich sogar bei der persönlichen Besichtigung
der Wohnung ob ich der Immo-Makler sei, worauf ich das natürlich bejahte.
Ich sagte Ihm auch das zwei Kaltmieten zzgl.Mwst. Zu zahlen wären.

Die Leistungen die ich für den Mietinteressenten erbracht habe sind wie folgt:

1.Termin telefonisch vereinbart und einige Infos über die Wohnung mitgeteilt.

2. Persönliche Besichtigung bei der ich anwesend war und der Mietinteressent mit
seiner Freudin besichtigte.

3.Ich habe mir vom Mietinterssenten erforderliche Unterlagen per email zusenden
lassen, die ich dann an die Hausverwaltung geleitet habe.
Das hat er ja sogar bei Punkt 1 und 6 selber in die email geschrieben, das ich angeblich
die Unterlagen " Lückenhaft an die Hausverwaltung" weiterrgeleitet habe.Das heißt doch
also er wußte das ich NICHT zur Hauverwaltung gehöre, sonst hätte ich es ja nicht
weiterleiten müßen.

4.Schlüsselübergabe nachdem die Hausverwaltung dem Mietinteressenten den unterschriebenen
Mietvertrag hatte zukommen lassen.Ich habe mit dem Mieter dann eine Ordentliche Übergabe
gemacht und alle Mängel und Zählerstände aufgenommen.Danach habe ich dem neuen Mieter
gratuliert und die Schlüssel übergeben.Es waren alle erforderliche Schlüssel vorhanden und
noch zwei weitere die mir aber unbekannt waren, da Sie nirgends passten.

Wie komme ich nun zu meinem Geld und Recht? Ich habe im Aufrtrag des Vermieter gehandelt und einen mündlichen Auftrag erhalten und der Vermieter meinte zu mir auch, das er das vor Gericht bezeugen würde.

Ich bedanke mich im vorraus für Ihre Antwort.

Mfg

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.01.2014 | 19:55

Ich nehme an, dass dann auch ersichtlich war, dass Sie Makler sind.

Dann besteht der Anspruch auf den Lohn und Sie sollten dies schriftlich mit Fristsetzung von 10 Tagen einfordern.

Zahlt der Mieter nicht, können Sie anwaltlich vorgehen oder selbst einen gerichtlichen Mahnbescheid beantragen.

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