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Mieterwechsel

02.11.2017 12:47 |
Preis: 48,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


15:21

Zusammenfassung: Es geht um die Frage, welche Vor- und Nachteile die Vermietung einer Wohnung an ein junges Paar gemeinsam oder an nur einen der beiden Partner haben kann.

Guten Tag,

folgende Situation, ein junges Paar bewirbt sich zur Miete um meine Wohnung. Nun habe ich eine Mieterselbstauskunft und eine Schufaauskunft erbeten. Sie schreiben mir nun, das nur Sie als Mieterin unterschreiben möchte damit im Falle einer Trennung Sie die Wohnung alleine übernehmen kann. Mieterselbstauskunft von beiden ist wohl kein Problem, Schufaauskunft käme dann von Ihr, nicht von Ihm. Nun unabhängig davon, ob ich hier schon etwas mißtrauisch werde und dem Partner keine saubere Weste in Sachen Schufa unterstelle, meine Frage.
Wenn der Mietvertrag nur mit Ihr zustande kommt und der Partner quasie als Untermieter einzieht, was ist im Falle von Schwierigkeiten. Habe ich mit dem Partner überhaupt nichts zu tun, z.Bsp. im Falle einer Räumungsklage muss er automatisch mit raus, hat quasie als Nicht Mieter auch keine entsprechenden Rechte gegenüber mir als Vermieter oder muss ich gegen Ihn dann einen seperate Klage erwirken (habe im Netz etwas derartiges gelesen).
Schon jetzt Danke und Grüße
02.11.2017 | 13:16

Antwort

von


(4)
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Wenn Sie den Mietvertrag nur mit der jungen Dame abschließen, hat dies zunächst zur Folge, dass gegenseitige vertragliche Ansprüche auch nur zwischen Ihnen und der Dame entstehen. Das heißt vor allem: Sie dürfen Zahlung der Miete, etwaige Zustimmungen zu Mieterhöhungen usw. nur von der Mieterin verlangen. Auch Ansprüche aufgrund etwaiger Ruhestörung, Hausfriedensstörung etc. sind ebenfalls stets an die Mieterin zu richten; diese ist Ihnen dann aufgrund des Mietvertrags gegenüber zu einer entsprechenden Handlung verpflichtet. Umgekehrt hat aber auch nur die Dame Ansprüche aus dem Mietverhältnis gegen Sie, d.h. vor allem z.B. Instandsetzungen der Wohnräume bei Mietmängeln gegen Sie.

Der Vorteil, beide Mieter in die Wohnung aufzunehmen ist schlichtweg derjenige, dass Sie zwei Gesamtschuldner für die Miete haben. Das heißt, sie dürfen von jedem Mieter die volle Miete zur Zahlung verlangen (In der Summe dürfen Sie die Miete aber natürlich nur einmal verlangen). Kann ein Mieter nicht zahlen, können Sie wahlweise die gesamte MIete von dem anderen Mieter verlangen. Zwischen den Mietern bestehende Zahlungsabreden (jeder bezahlt die Hälfte etc.) betreffen nur das Innenverhältnis zwischen den Mietern, nicht jedoch das Verhältnis zwischen Ihnen und den Mietern.

Wenn Sie sich nun entscheiden, nur an die junge Dame zu vermieten und sollte es im schlimmsten Fall jedoch zu der Notwendigkeit kommen, später einmal gerichtlich die Räumung und Herausgabe der Wohnung betreiben zu müssen, sind die Ihnen vorliegenden Informationen teilweise richtig: Dann müssen Sie auch gegen den derzeitigen Lebensgefährten der Dame - oder auch gegen jeden anderen Mitbewohner in Zukunft - vorgehen. Allerdings geht das auch im Wege einer einzigen Klage, mit der Sie sämtliche Bewohner Wohnung auf einmal zur Räumung und Herausgabe verklagen. Der Grund ist einfach. Nach erfolgreichem Abschluss des Gerichtsverfahrens mit einer Räumungsklage haben Sie einen Titel (das Urteil) in der Hand, mit dem Sie den/die zuständige/n Gerichtsvollzieher/in beauftragen können, die Wohnung zwangszuräumen. Dies wird und darf der Vollstreckungsbeamte aber nur gegenüber denjenigen Personen, auf die sich der Titel auch erstreckt. Deshalb ist hier von vornherein im Wege der Klage gegen sämtliche Ihnen bekannten Mitbewohner der Wohnung vorzugehen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Philipp Appelt

Nachfrage vom Fragesteller 02.11.2017 | 14:37

Sehr geehrter Herr Appelt,

vielen Dank für die schnelle Antwort, eine Frage bleibt.
Ist es für meine Situation besser wenn der Lebensgefährte sogleich als Untermieter bzw. Mitbewohner im Mietvertrag erwähnt wird oder spielt das keine Rolle?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.11.2017 | 15:21

Das spielt keine Rolle.

Sie können natürlich einen Satz dazu aufnehmen, dass xy die Wohnung als Mitbewohner und Lebensgefährte mitnutzt. Diese Klausel hat aber rein deklatorischen Charakter, weil die Mieterin ihren Lebensgefährten ohnehin mit in die Wohnung aufnehmen darf. Hierfür ist ein Untermietvertrag nicht einmal zwingend erforderlich. Die Klausel hätte also m.E. keinen Mehrwert für Sie.

Umgekehrt macht eine derartige Klausel unnötige Arbeit, wenn es bspw. zu einer Trennung des Paares kommt. Dann treten erfahrungsgemäß die Parteien an Sie heran, um die Klausel aus dem Vertrag herauszunehmen usw. Damit sind für Sie vermeidbare Kosten und Mühen verbunden.

Einen Untermietvertrag können Sie mit dem Mieter nicht abschließen. Das kann nur die Mieterin. Hier genügt die handelsübliche Formulierung, dass Untermietverträge der Genehmigung durch Sie als Vermieter bedürfen und jeder Wechsel der Untermieter anzeigepflichtig ist.


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