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Mieterhöhung gestützt auf vergleichswohnung und Erhöhung der stellplatzmiete

| 05.04.2018 21:43 |
Preis: 25,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


Guten Abend gestern kam Post der Vermieterin an.

Dieses schreiben verlangt eine Mieterhöhung um ;

15% pro qm von 6.93€ auf 7.96€(Kappungsgrenze wurde beachtet ) gestützt wurde die Mieterhöhung auf Vergleichswohnungen bei denen aber eine mit 7.42€ pro qm angegeben ist.

100% für den Stellplatz (für diesen gibt es keinen extra Mietvertrag er steht lediglich zusätzlich als kosten unter dem Punkt Grundmiete)

Meine Frage kann ich der Vorderung wiedersprechen und auf die günstigere Vergleichswohnung verweisen oder muss ich das so zahlen?

Und die zweite Frage gehört nun mein Stellplatz zur Grundmiete also liegt ein einheitlicher Mietvertrag vor oder nicht?
( Wohnung und Stellplatz gehören einer Person und wurden zeitgleich angemietet) also es gibt nur einen Wohnraum-Mietvertrag
Wenn er zur Grundmiete gehört würde mein Vermietet die Kappungsgrenze um 3% überschreiten.

Mit freundlichen Gruß



Eingrenzung vom Fragesteller
05.04.2018 | 22:13
05.04.2018 | 23:50

Antwort

von


(27)
Grenzstraße 9a
01640 Coswig
Tel: 035235337700
Web: http://RA-Marko-Liebich.de
E-Mail:

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

Ihre Frage beantworte ich aufgrund der von Ihnen zur Verfügung gestellten Informationen wie folgt. Bitte beachten Sie, dass die Beantwortung Ihrer Frage vom zur Verfügung gestellten Sachverhalt abhängt und sich durch das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen eine andere rechtliche Bewertung ergeben kann.

In Ihrer Angelegenheit beantworte ich die Frage anhand Ihrer Eingrenzung der Frage am 05.04.2018 um 22:13.

1.

Vorab kurz etwas zur rechtlichen Einordnung der Situation:

Der Vermieter kann zur Begründung, dass sein Mieterhöhungsverlangen auf dem Niveau ortsüblicher Mieten liegt, grundsätzlich gem. § 558a II 4 BGB auf vergleichbare Wohnungen verweisen. Ich weise kurz auf den Umstand hin, dass Vergleichswohnungen nur zur Begründung der Mieterhöhung dienen, aber noch keinen endgültigen Beweis dafür erbringen, dass die Vergleichsmieten tatsächlich der ortsüblichen Miete entsprechen (LG Düsseldorf WuM 1990, 393).

Voraussetzung ist im Übrigen, dass die Vergleichswohnungen mit der Wohnung des Mieters tatsächlich vergleichbar sind. Die Vergleichbarkeit ist gem. § 558 Absatz 2 BGB anhand bestimmter Vergleichsmerkmale festzustellen. Hierzu muss der Vermieter auch die erforderlichen Angabe machen:

• Anschrift der Vergleichswohnung (Straße, Hausnummer, Stockwerk, Lagebezeichnung im Stockwerk)
• Name des Mieters/Vermieters
• Stichwortartige Angaben über Größe, Art, Beschaffenheit, Lage und Ausstattung, Baujahr der Vergleichswohnung. Bei der Lage kommt es darauf an, dass die Wohnung möglichst in derselben Gemeinde liegt.
• Angabe des Quadratmeterpreises mit Angabe der Gesamtgröße der Wohnung
• Alternativ: Angabe der Miete unter Angabe der Wohnungsgröße

2.

Zum Kern Ihrer Frage ist das Folgende auszuführen:

Hat der Vermieter drei Vergleichswohnungen bezeichnet, kann er nur die Miete, der für die günstigste der drei Vergleichswohnungen gezahlt wird. Er kann keinesfalls den höheren Durchschnittspreis für alle drei Vergleichswohnungen zu Grunde legen (OLG Karlsruhe RE WuM 1984, 21) oder gar die höchste Miete auswählen.

In Ihrem Fall können Sie daher ohne weiteres die Mieterhöhung nur im Vergleich zur günstigsten Vergleichswohnung in Höhe von 7.42€ pro Quadratmeter akzeptieren.

Im Übrigen weise ich darauf hin, dass Mieterhöhungsverlangen aus den verschiedensten Gründen unwirksam sein können und es in der Praxis auch sehr häufig tatsächlich sind. Ich übernehme gern eine genauere Prüfung in Ihrer Angelegenheit.

3.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich und ausführlich genug beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie gern die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Sollten Sie in dieser Angelegenheit weitere Unterstützung durch einen Rechtsanwalt benötigen, so stehe ich hierfür ebenfalls gern zur Verfügung. Meine Kanzlei ist auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet, so dass Ihnen hierdurch keine Mehrkosten entstehen. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr für www.Frag-einen-Anwalt.de würde im Falle einer Beauftragung angerechnet werden.

Ansonsten wünsche ich noch einen angenehmen Abend.


Mit freundlichen Grüßen


Liebich
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 06.04.2018 | 13:43

Vielen Dank für die schnelle und umfassende Rückantwort

Schliesse ich aus dieser richtig das ich nun ein schreiben mit einer teilzustimmung (unter Angabe der Begründung wegen der günstigsten vergleichsmiete) aufsetzen kann und mein Vermieter muss dies Dan akzeptieren oder es einklagen?

Viel Dank im vorraus

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.04.2018 | 13:17

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Annahme ist richtig. Wenn Sie die teilweise Erhöhung der Miete akzeptieren, dann teilen Sie dies der Vermieterin schriftlich und mit Verweis auf die günstigste Vergleichsmiete mit. Diese hätte dann die Möglichkeit, Sie auf die restliche Mieterhöhung zu verklagen. Die Aussichten einer solchen Klage sind jedoch sehr ungünstig, weil die notwendige Begründung fehlt.

Mit freundlichen Grüßen


Liebich
Rechtsanwalt


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