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Mieter überlasten die vorhandene Elektrik

| 04.01.2019 23:14 |
Preis: 52,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Sehr geehrte Damen und Herren,
folgende Frage: Wir haben das 1942 gebaute Elternhaus seit zwei Jahren an eine fünfköpfige Familie vermietet. Im Mietvertrag steht, dass die Elektrik altersentsprechend ist.
Die Elektrik des Hauses ist somit alt, aber nicht schadhaft. Jedoch so, dass es nur insgesamt 5 Sicherungen gibt. Vier davon sind für jeweils Herd, Waschmaschine, Elektrowarmwasserboiler und Garten.
Die 5. Sicherung für das gesamte Licht und alle Steckdosen im Haus. Somit ist es der Familie möglich, Waschmaschine, Herd und ein größeres Gerät an einer beliebigen Steckdose gleichzeitig zu betreiben.
Doch es ist nicht möglich, z. B. gleichzeitig einen Wasserkocher mit 2400 Watt und einen Staubsauger mit 2100 Watt zu betreiben, da die Sicherung nur 3300 Watt absichert und somit in diesem Fall rausfliegt.
Da die Kinder dieser Familie z. T. schon erwachsen sind, tagsüber arbeiten und immer wieder auch deren Freunde im Haus mitwohnen, heißt das, dass da vor allem abends ein reges Leben herrscht, mit all den elektrischen Nutzungen, die dies mit sich bringt. Das heißt, dass sich abends alle gleichzeitig die Haare föhnen, Wäsche bügeln, Kaffee kochen, staubsaugen, etc. Anundfürsich alles Dinge, die absolut in Ordnung sind, jedoch in diesem Ausmaß mit der Elektrik dieses Hauses nicht kompatibel ist. Ohne aufwändige Gesamterneuerung der Elektrik ist dies auch nicht zu ändern.
Nachdem nun aufgrund dieser oben beschriebenen Übernutzung immer wieder die Sicherung rausgeflogen ist, und wir umgehend, als wir davon in Kenntnis gesetzt wurden, einen Elektriker beauftragt haben, hat dieser uns darauf hingewiesen, dass genau diese eine Sicherung komplett durchgebrannt und verschmort und auch die Sicherung nebendran dadurch von außen schon mit angekokelt war.
Der Elektriker hat uns darauf hingewiesen, dass die Ursache in den zu vielen zu starken, gleichzeitig genutzten Elektrogeräten liegt.
Wir hatten daraufhin ein ausführliches Gespräch mit den Mietern, in dem wir sie auf die Überlastung der Elektrik und der damit verbundenen Gefahr eines Schwelbrandes, etc., hingewiesen haben.
Desweiteren haben wir sie gebeten, sich eine andere Wohnung, bzw. Haus zu suchen. Haben ihnen jedoch nicht gekündigt, es war ja kein bewusstes Fehlverhalten.
Die Mieter waren einsichtig und haben uns versprochen, sich so zu verhalten, dass die Elektrik zukünftig nicht überlastet wird. Außerdem wollen sie sich um eine andere Wohnung bemühen. Das jedoch kann bei dem derzeitigen Wohnungsmarkt und den Preisen sehr lange dauern.
Unsere Frage ist nun, müssen wir uns absichern? Wir haben ja keine Garantie, dass sie sich an ihr Wort halten, und ihr Verhalten der vorgegebenen Elektrik anpassen. Was, wenn sie die Elektrik des Hauses weiterhin überlasten und es zu einem Brand kommt. Eventuell auch mit Sach- oder Personenschaden?
Genügt es, wenn wir sie ein Gesprächsprotokoll unterzeichnen lassen? Was müsste da drinstehen? Oder wie können wir uns einfach rechtlich absichern, um im Schadensfall nicht haftbar zu sein?
04.01.2019 | 23:53

Antwort

von


(222)
Harmsstraße 86
24114 Kiel
Tel: 0431 88 70 49 75
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Der Vermieter hat in der Regel zu gewährleisten, dass parallel ein Großgerät, sprich Großverbraucher, wie Waschmaschine oder Geschirrspüler und zumindest ein kleines Gerät wie z.B. Toaster, Mikrowelle etc. betrieben werden können. Dies scheint vorliegend der Fall zu sein.

Eine Absicherung werden Sie im Zweifel jedoch nicht erhalten. Zwar können Sie den Mieter belehren oder auch eben ein Gesprächsprotokoll dazu gegenzeichnen lassen. Dennoch wird Sie dies nicht von der eigentlichen Haftung entbinden. Als Vermieter haften Sie für die ordnungsgemäße Funktion der Elektrik. Die Haftung greift im Zweifel über Ihre Gebäudeversicherung und Gebäudehaftpflicht (bei Sach- und Personenschäden).

So hat der BGH Az. VIII ZR 191/13 , beispielsweise jüngst entschienden, dass nach einem Wohnungsbrand die Vermieter renovieren müssen - auch dann, wenn die Mieter den Schaden selbst verursacht haben. Unterlässt dies der Vermieter, kann der Mieter sogar die Miete mindern.

Sie können daher allenfalls den Mieter ausdrücklich darüber belehren, wie er die Elektrik des Hauses zu nutzen hat und insbesondere darauf hinweisen, dass nur bestimmte Geräte gleichzeitig betrieben werden dürfen, da ansonsten neben einer Schädigung des Stromnetzes auch eine Schädigung der Geräte eintreten könnte.

Diese Belehrung sollten dem Mieter dokumentiert zustellen oder gegenzeichnen lassen.

Bei Verstößen dagegen, insbesondere wenn die Sicherung wieder beschädigt wird oder "fliegt", kann man den Mieter m.E. ermahnen und anschließend abmahnen, da der schonende Umgang mit der Mietsache auch eine mietvertragliche Nebenpflicht darstellt. In einer solchen Abmahnung sollte dann auch enthalten sein, dass im Wiederholungsfall vom Recht der Kündigung des Mietverhältnisses Gebrauch gemacht wird.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Sascha Lembcke

Bewertung des Fragestellers 05.01.2019 | 20:35

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