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Mieter läßt bei Unwetter Fenster offen und kümmert sich nicht um evtl. Schäden


05.09.2005 11:18 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von



Hintergrundinformation: In der Nacht vom 29. auf 30.07.2005 gab es in Straubing und Umgebung ein großes Unwetter (Sturm über Windstärke 8 und starker Regen) mit erheblichen Schäden in der ganzen Region.

Am besagten 29. ließen die Mieter unserer Doppelhaushälfte beide Dachfenster auf und kamen erst ca. 23.30h zuück, obwohl das Unwetter angekündigt war. Nachdem um ca. 20.00h starke Regenfälle begannen, bemerkten wir ca. 1 Std. später die offenen Dachfenster bei den Mietern (wir wohnen in der anderen Doppelhaushälfe). Nach versuchter Kontaktaufnahme (Tel.Auskunft konnte nicht weiterhelfen) und Klingeln an der Haustür stiegen wir über eine Leiter in das Haus ein und schlossen alle Fenster. Um Schaden abzuwenden, putzten wir notdürftig das Wassers auf den Böden auf. Durch den Sturm war nicht nur Wasser über die Dachfenster, sondern auch über gekippte Fenster ins Haus eingedrungen. Insgesamt 6 Räume mit Parkett-/Laminat-/Fließenboden waren betroffen.

Später die Mieter zur Rede gestellt, versprachen diese die Meldung an Ihre Haftpflichtversicherung. Nichts passierte und nach direkter Kontaktaufnahme mit der Versicherung erfuhren wir, daß die Mieter den Schaden aus uns nicht bekannten Gründen nicht melden wollen. Wir schrieben einen Brief an die Mieter mit Fristsetzung zur Meldung des Schadens an die Versicherung, leider ohne Antwort. Nach kurzer Begehung des Hauses ist ein direkter Schaden nicht zu sehen, wir vermuten (wissen es aber nicht), daß das Wasser unter dem Estrich steht.

Was kann man nun tun, nachdem ein direkter Schaden für einen Laien nicht erkennbar ist, wir trotzdem befürchten, daß Schaden am Haus, an den Böden usw. entstanden ist und evtl. auch später Probleme verursacht? Ein z.B. von uns bestellter Gutachter, der den Schaden prüfen würde und vielleicht nach über 4 Wochen kein Wasser mehr feststellen kann, müßte dann auch von uns bezahlt werden? Wie kann man die Mieter zur Meldung bewegen, damit von der Versicherung ein Gutachter bestellt wird? Wie geht man weiter vor? Außerdem Abmahnung angemessen?
05.09.2005 | 13:48

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

zunächst vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Grundsätzlich müssen Gebäudeschäden durch eindringendes Wasser vom Vermieter behoben werden. Allerdings hat der Vermieter ausnahmsweise einen Anspruch gegen den Mieter aus unerlaubter Handlung,wenn den Mieter ein Verschulden trifft. Ein Verschulden liegt nach ständiger Rechtsprechung vor, wenn der Mieter z.B. die Balkontür bei Abwesenheit weit offen gelassen hatte und durch eindringendes Regenwasser Schäden entstanden sind.

Nach Ihren Schilderungen ist davon auszugehen, dass den Mieter ein Verschulden trifft, da er trotz der Wettervorhersagen das Dachfenster bei Abwesenheit offen gelassen hat.

Problematisch ist allerdings die Frage, ob tatsächlich ein Schaden entstanden ist. Da Sie einen Schadensersatzanspruch geltend machen wollen, müssen Sie auch alle anspruchsbegründenden Tatsachen beweisen. Hierzu gehört vorallem das Vorliegen eines Schadens.

Sie haben daher zwei Möglichkeiten für die weitere Vorgehensweise:
So können sie zur Ermittlung eines möglichen Schadens einen Sachverständigen bestellen. Dieser wird prüfen, ob und wie hoch der Schaden ist. Die Kosten für den Sachverständigen würden Sie dann von der Versicherung des Mieters zurück erhalten.

Da Ihr Mieter aber bisher mit Ihnen nicht kooperiert hat, empfiehlt es sich auch, auf ihn mit einem anwaltlichen Schriftsatz Druck auszuüben, indem ein Anwalt ihn auffordert, den Schaden innerhalb einer angemessenen Frist zu beheben und den Versicherungsfall seiner Versicherung zu melden. Denn der Mieter ist gem. § 153 VVG (Gesetz über den Versichrungsvertrag) verpflichtet, den Vorfall innerhalb einer Woche seiner Versicherung zu melden. Meiner Ansicht nach ist diese Vorgehensweise sinnvoll, da Sie so ausreichend Druck auf den Mieter ausüben können und dieser darauf hingewiesen wird, dass er zur Meldung gesetzlich verpflichtet ist. Im Anschluss können Sie dann mit der Versicherung als Geschädigter vereinbaren, dass diese einen Sachverständigen beauftragt. Sollte sie sich hierzu weigern, können Sie immer noch einen eigenen Sachverständigen beauftragen.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Marcus Alexander Glatzel
Rechtsanwalt









Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel, Dipl.-Jur.

Nachfrage vom Fragesteller 05.09.2005 | 14:14

Sehr geehrter Herr Glatzel,

schön, vielen Dank für Ihre schnelle Antwort!

Das hilft mir wieder ein Stück weiter, eines bleibt aber noch offen: Kann ich den Mieter wegen mangelnder (erkennbarer) Mitwirkungspflicht abmahnen, Grund dafür es sind keinerlei! Aktionen zur Prüfung/Beseitigung der durch ihn verursachten Schäden bisher erfolgt, um (weitere) Schäden am Haus bzw. der Ausstattung zz vermeiden bzw. zu beseitigen? Ganz im Gegenteil, er scheint sich dagegen zu wehren, obwohl eine HP-Versicherung vorhanden ist.

Was würde es (pauschal?) kosten, wenn wir Sie mit dem Schreiben eines Schriftstückes, wie von Ihnen vorgeschlagen, beauftragen würden?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.09.2005 | 14:22

Sehr geehrter Ratsuchende,

ich werde Sie heute per email anschreiben.

Mit freundlichen Grüßen

Marcus Alexander Glatzel
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