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Mieter kündigt nach Eigenbedarfskündigung selbst - welche Kündigung gilt?

08.05.2018 23:30 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Robert Weber


Ich habe einem Mieter mit einer einjährigen Kündigungsfrist gekündigt, der schon nach 4 Monaten ausgezogen ist (er hat schriftlich gekündigt). Nun benötige ich die Wohnung doch nicht unbedingt für meine Familie - kann ich sie jetzt weitervermieten ohne selbst einzuziehen? Einerseits endet das Mietverhältnis ja durch die Kündigung des Mieters, andererseits habe ich die Kündigung des Mieters durch meine Eigenbedarfskündigung ja provoziert. Muss ich mit Schadensersatz rechnen falls ich die Wohnung wieder vermiete oder sind Ansprüche des Mieters aufgrund seiner Kündigung ausgeschlossen? Muss ich eine bestimmte Frist verstreichen lassen oder mich anderweitig absichern?

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben wie folgt beantworten möchte:

Das Mietverhältnis endet mit dem Wirksamwerden der Kündigung, also zum Ende der jeweiligen Kündigungsfrist. Nach Ihren Angaben endete die Kündigungsfrist des Mieters vor Ihrer Kündigungsfrist, so dass seine Kündigung wirksam wurde.

Daher wurde das Mietverhältnis aufgrund seiner Kündigung beendet, er hätte daher keinen Anspruch auf Schadensersatz gegen Sie und Sie können die Wohnung jederzeit anderweitig vermieten.

Sollte der Mieter Ansprüche gegen Sie geltend machen wollen, müßte er nachweisen, dass er ohne Ihre Eigenbedarfskündigung nie selber gekündigt hätte. Zudem wäre es treuwidrig, da Sie sich auf seine Kündigung verlassen können müssen.

In jedem Fall sollten Sie sich aber die Beweise bereithalten, die nachweisen können, dass sowohl zum Zeitpunkt Ihrer als auch seiner Kündigung Eigenbedarf vorlag.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

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