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Miete obwohl Nachmieter schon eingezogen?


01.10.2007 22:39 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Hallo,
ich habe meine damalige Mietwohnung zum 31.05.2007 gekündigt. Da ich früher aus der Wohnung ausziehen wollte habe ich mit meiner Vermieterin (mündlich) vereinbart, dass ich auf meine Kosten einen Nachmieter zum 01.05.2007 suche. Ich habe ihr dann zwei Nachmieter vorgestellt und sie hat sich für eine junge Familie entschieden.
Ich bin somit Ende April ausgezogen und habe die Wohnung am 03.05.2007 an meine Vermieterin übergeben. Diese hat während der Wohnungsabnahme die Schlüssel weiter an den Nachmieter gegeben.
Jetzt erhielt ich eine Mahnung, dass die Miete für den Monat Mai nicht bezahlt wäre. Nach Rücksprache mit meinen Nachmietern, haben diese erst einen Mietvertrag ab dem 01.06.2007 bekommen und fühlen sich nicht verantwortlich, die ausstehende Miete zu zahlen.
Meine ehemalige Vermieterin meinte ich müsste die Miete zahlen, könnte diese jedoch von den Nachmietern einfordern. Hat sie Recht? Muss ich für die Mai-Miete aufkommen obwohl die Nachmieter bereits die Wohnung bezogen hatten? Wie soll ich jetzt weiter vorgehen? Ich habe ihr schon angeboten, dass ich für die drei Kalendertage in denen ich (da sie keine Zeit zur Wohnungsübergabe hatte) anteilig meine Miete zahlen würde. Aber sie besteht auf den ganzen Betrag!
Des weiteren stellt sich die Frage nach den Nebenkosten. Wenn ich zu dem Zeitpunkt noch schriftlicher Mieter war, muss ich dann auch für den Monat Mai noch Nebenkosten zahlen, obwohl ich gar keinen Zugang mehr zu der Wohnung hatte?
Vielleicht könnten Sie mir bei Ihrer Erläuterung auf einige Paragraphen verweisen.

Vielen Dank für Ihren Rat.
Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Angaben wie
folgt beantworte:

Ich verstehe Ihre Darstellung so, dass die neuen Mieter auch schon gleich Anfang Mai in die Wohnung gezogen sind, diese jedenfalls in Besitz genommen haben und zwar mit Wissen und Wollen der Vermieterin, die diesen ja am 03.05. die Schlüssel hierfür übergeben hat. In diesem Fall hat die Vermieterin, bis ggfls. auf die ersten zwei Tage, keinen Mietzahlungsanspruch mehr Ihnen gegenüber für den Monat Mai, da sie ihrer Hauptvertragspflicht, nämlich Überlassen der Wohnung an Sie, nicht mehr nachkommen konnte, §535 BGB. Nach Ihrer Darstellung kann man ausserdem auch von einer einvernehmlichen vorzeitigen Beendigung des zwischen Ihnen und der Vermieterin geschlossenen Mietvertrages ausgehen.

Warum der Mietvertrag mit den neuen Mietern dann erst zum 01.06. geschlossen wurde, ist für das Verhältnis der Vermieterin zu Ihnen unerheblich.

Entgegen der Aussage der Vermieterin müssen Sie also nicht die Miete für den (ganzen) Monat Mai an diese zahlen und sich diese von den Nachmietern wiederholen. Dafür hätten Sie gegenüber den Nachmietern auch gar keine Anspruchsgrundlage.

Entsprechend sind auch keine Nebenkosten mehr für den Monat Mai zu zahlen.

Ich hoffe, Ihre Frage zufriedenstellend beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüssen

Dorothea Orthaus
Rechtsanwältin



Nachfrage vom Fragesteller 02.10.2007 | 18:46

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.
Die Aussage meiner Vermieterin war, dass Sie keinen neuen Mietvertrag ausstellen könnte (ab dem 01.05.2007) da ich zu dem Zeitpunkt ja noch einen Mietvertrag hatte. Nach dem Motto, sie könnte die Wohnung ja nicht zwei mal vermieten. Und da ich Mieterin bin muss ich auch für die Miete gerade stehen und ggf. von den Nachmietern einfordern (quasi würde ich die Wohnung weiter vermieten?)
Kann Sie sich da nicht auf den § 540 BGB beziehen? Oder geht das nicht, da wir gemeinsam mit dem Nachmieter eine Wohnungsübergabe gemacht haben?
Hätte meine Vermieterin also auch einen Mietvertrag ab dem 01.05.07 ausstellen dürfen?

Danke und einen schönen Feiertag!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.10.2007 | 20:58

Sehr geehrte Fragestellerin,

Zu Ihrer Nachfrage folgendes:

Natürlich hätte die Vermieterin mit den neuen Mietern einen Mietvertrag zum 01.05. schliessen können, insbesondere da Sie ja gerade an einer Beendigung Ihres Mietvertrages zu diesem Datum interessiert waren und dieses auch mitgeteilt haben. Nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung war insbesondere auch Ihre Vermieterin einverstanden mit dem vorzeitigen Wechsel des Mietverhältnisses.

Die Wohnung wäre also nicht zwei mal vermietet worden.

§ 540 BGB, der eine Gebrauchsüberlassung der Mietsache durch den Mieter an Dritte ohne die Erlaubnis des Vermieters regelt, ist daher in keiner Hinsicht einschlägig. Die Vermietrin kann sich hierauf nicht beziehen.

In einem Streitfall vor Gericht müssten allerdings Sie die mit Ihrer Vermieterin getroffenen Vereinbarungen zum vorzeitigen Mieterwechsel beweisen, was bei nur mündlichen Absprachen nicht immer ganz einfach ist. Der gesamte Ablauf am 03.05., für den die neuen Mieter als Zeugen benannt werden können, spricht allerdings für Sie.



Mit freundlichen Grüssen

Dorothea Orthaus
Rechtsanwältin

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