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Mietaufhebungsvertrag - Ausziehen mit einem Kreuzbandriss?

18. März 2013 21:01 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Sehr geehrte Damen und Herren,
ich wohne seit November 2011 in einer 60qm großen, und 350€ kalt kostenden Wohnung eines Zweifamilienhauses, in der die Vermieterin Parterre wohnt. Es ist ein recht sanierungsbedürftiges Haus mit dazugehörigem ungepflegten Garten und Gewächshäusern, die ich für mein Hobby „Motorräder" und anderen Aktivitäten nutzen darf.
Da ich bereits beim Abschluss des Mietvertrages bemerkte, dass sie das Haus in ferner Zukunft verkaufen möchte, einigten wir uns mit einer 3Jahres Frist, in der die Vermieterin, auch wenn diese sich ändert, mir nicht kündigen kann. Dies wurde mit folgendem Zusatz im Mietvertrag besiegelt: „Der Vermieter verpflichtet sich, das Mietverhältnis bis mind. 30.11.2014 nicht zu Kündigen"
Seit Sommer letzten Jahres wird die Immobilie tatsächlich über mehreren Portalen angeboten.
Nun soll sich eine Wohnungsbaugesellschaft gefunden haben, die die Immobilie kaufen und Abreißen würde, jedoch nur unter der Bedingung, dass das Haus mieterfrei ist. Aus diesem Grund, möchte mich die Bank meiner Vermieterin schnellstmöglich Raushaben, da auch sie weiß, wie schwer es ist, für diese Immobilie einen Käufer zu finden und vermutlich viel Schuldlast darauf liegt. Sicherlich erhält sie für das Objekt ca. 280.000€. Sie würden mir auch Entgegenkommen; hat über den Immobilienmakler mir bereits eine Ersatzwohnung vermittelt, die mir aber nicht zusagt, und ist mit einer evtl. finanziellen Unterstützung einverstanden.
Daraus resultiert nun meine erste Ausgangslage, die mich fragen lässt, mit welchen Eckpunkten ich mit meiner Vermieterin einen Mietaufhebungsvertrag aushandeln kann.
Hinzu kommt nun, dass ich in geraumer Zukunft die Möglichkeit habe, ein kleines Haus im selben Ort zu kaufen. Dies ist auch ein älteres Objekt, größtenteils saniert, zu einem Kaufpreis von ca. 90.000€. Da aber auch hier etwas Sanierungsbedarf herrscht, kalkuliere ich mit ca. 20.000€, die ich sowohl in den kommenden Jahren als auch vor dem Einzug Erledigen möchte. Davon weiß meine Vermieterin noch nichts, da sich ja dadurch unsere Verhandlungen auch für mich negativ beeinflussen könnte und die Übernahme des für mich in Aussicht stehenden Hauses erst mit notarieller Besiegelung (evtl. noch im April möglich) gewährleistet ist.
Jedoch ist nicht nur dieser weiterer Umstand ausschlaggebend für meine derzeitige Situation. Nun kommt noch eine größere Behinderung meinerseits hinzu, die ich in diesem Fall leider nicht außer vor lassen kann.
Bei einem Skiunfall im Februar diesen Jahres verletzte ich mich sehr schwer an meinem rechten Knie. Aus diesem Grunde werde ich am 20.03.2013 operiert, werde vsl. die nächsten 2Monate krankgeschrieben sein, benötige sehr lange umfangreiche Physiotherapie und werde leider intensiven Sport erst in den nächsten 9-12Monaten machen dürfen.
Für einen Umzug und einer Sanierung bedarf es also sehr großer Unterstützung, die sich nicht nur durch Umzugskartons und Möbelstücke Tragen erledigen lässt. So kann ich mit einem kompletten Umzug mit evtl. 5000€ rechnen. Dazu kämen Vorarbeiten wie Grundreinigen, Streichen und dringend vor dem Einzug zu erledigenden Sanierungen, die ich aus ärztlicher Sicht noch nicht machen darf. Desweiteren kommt auch die fehlende Zeit hinzu wenn ich wieder Arbeite, da ich ja nebenher immer wieder Physiotherapie -Termine wahrnehmen muss.
Das ist also meine komplette Lage, mit der ich meiner Vermieterin ein dementsprechendes Angebot unterbreiten möchte. Es geht mir hier also überwiegend um das Wohl meiner Gesundheit. Am Liebsten wäre es mir, wenn ich das in Aussicht stehende Haus erst Ende des Jahres Kaufen würde, 1Monat eigenhändig Renovieren und dann aus meiner jetzigen Wohnung Ausziehen würde. Wenn ich aber meine jetzige Wohnung erst im November kündigen würde, wäre evtl. die Wohnungsbaugesellschaft an dem Kauf der Immobilie meiner Vermieterin nicht mehr interessiert. Somit habe ich ja meine Vermieterin eigentlich in der Hand und schrecke vor einem Rechtsstreit auch nicht zurück, da ich auch der Meinung bin, dass mit diesen Verkaufsabsichten meine Vermieterin vor 18Monaten die Wohnung gar nicht hätte Vermieten dürfen.

Nun meine eigentlichen Fragen:
1.Welche Umstände und finanzielle Möglichkeiten kann ich gegenüber meiner Vermieterin, bzw. der Bank in einem Mietaufhebungsvertrag geltend machen?
2.Was wären die Möglichkeiten ohne meines Unfalles gewesen?
3.Was wären die Möglichkeiten, falls der Kauf meines in Aussicht stehenden Hauses doch nicht klappt?
4.Welche Besonderheiten, bzw. Anregungen, sind zu Beachten?

Im Voraus bedanke ich mich schon mal recht herzlich und verbleibe mit freundlichen Grüßen
W.Gütter


Einsatz editiert am 18.03.2013 21:09:56

Sehr geehrter Ratsuchender,

besten Dank für die Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes gerne wie folgt beantworten möchte.

1.Welche Umstände und finanzielle Möglichkeiten kann ich gegenüber meiner Vermieterin, bzw. der Bank in einem Mietaufhebungsvertrag geltend machen?

Entscheidend ist der Faktor Zeit. Je länger Sie warten, desto weniger können Sie verlangen. Die Vermieterin hat ein Interesse daran Sie aus dem Objekt zu bekommen. Sie sollten sich das entsprechend honorieren lassen.

Als Richtgröße sollte hier für jeden Monat, den Sie früher gehen eine Nettokaltmiete, dienen.

Weiterhin haben Sie bei Einzug darauf vertraut, bis November 2014 in der Wohnung bleiben zu können.

Aufgrund des Vertrauens, welches nun nicht mehr besteht, entsteht Ihnen ein Schaden (Vertrauensschaden). Ob Sie diesen in voller Höhe durchsetzen können ist jedoch ungewiss, zumal die von Ihnen avisierten 5.000 € an Umzugskosten möglicherweise recht sportlich sind und ggf. durch Eigenorganisation hier ein Sparpotential besteht.

2.Was wären die Möglichkeiten ohne meines Unfalles gewesen?

Dass Sie einen Unfall hatten, ist traurig aber Ihr persönliches Schicksal. Sie sollten daher das Beste draus machen und sagen, dass Sie gerne schnell ausziehen würden aber aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen dies nicht sofort umsetzen können und Hilfe benötigen, die leider Geld kostet.

Normalerweise, wenn Sie gekündigt worden wären, würde nicht berücksichtigt werden, wenn eine solche Verletzung vorliegen würde. Nach der Rechtsprechung müssen auch alte Menschen, die regelmäßig gehbehindert sind, ausziehen.

3.Was wären die Möglichkeiten, falls der Kauf meines in Aussicht stehenden Hauses doch nicht klappt?

Das kommt darauf an, ob Sie bereits einen Aufhebungsvertrag geschlossen haben oder nicht.

Wenn ja, dann müssten Sie sich eine alternative Bleibe suchen, da Sie Ihrer Behausung dann vereinbarungsgemäß verlassen müssten.

Wenn nicht, dann könnten Sie bis zum vereinbarten Vertragsende in der Wohnung bleiben oder ein Alternativobjekt suchen.

4.Welche Besonderheiten, bzw. Anregungen, sind zu Beachten?

Wie bereits mitgeteilt, spielt der Faktor Zeit eine große Rolle.

Da es den anderen Parteien wohl "unter den Nägeln brennt" würde ich mit einem offensiven und recht hohen Angebot in die Verhandlungen einsteigen und sehen, wie hierauf reagiert wird.

Letztlich sind solche Verhandlungen wie Auflösungsverhandlungen bei einem Arbeitsvertrag.

Sie sollten, außer es wäre Ihr Wunschangebot, nicht auf die erste offerte Eingehen und sich auch für ein erstes Angebot "Bedenkzeit" erbitten.


Ich möchte abschließend darauf hinweisen, dass Antworten im Rahmen dieser Plattform nur eine erste Orientierung darstellen, deren Einschätzung auf Ihren Angaben beruht.

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