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Mentoring Vertrag

27.10.2019 11:22 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


12:57

Guten Tag,
Ende letzten Jahres war mein Entschluss gereift, mein Offline Business (Verkauf von Mode) auf Online auszubreiten. Jedoch erschien mir, dass ich es wohl am besten mit professioneller Hilfe schaffen wollte. Ich recherchierte im Internet und fand einen Premium Coach, der 6-7stellige Einkommen anpries. Nach einem Strategiegespräch mit einer Mitarbeiterin und einem weiteren kurzen Gespräch mit dem Coach selbst, sagte ich zu.

Der Preis war 20.000EUR plus 4000EUR wegen Ratenzahlung (2000EUR/Monat) plus 2000EUR für die Erstellung des Online Shops. Anzahlung sofort: 6000EUR. Insgesamt also 26000EUR

Schon das kam mir recht seltsam vor, zumal auf sofortige Überweisung noch am selben Tag gedrängelt wurde.

Im weiteren Verlauf des Coachings, welches sich zunächst auf Gruppencalls und Durcharbeiten von Standard-Templates beschränkte, wurde immer deutlicher, dass das gekaufte Coaching explizit für Coaches, Trainer und Berater aufgesetzt war. Die Mitglieder des Mentoring Programmes waren alle in diesen Tätigkeitsbereichen zuhause. Keiner wie ich mit dem Thema Online Shop.

Bei dem im Vertrag inkludierten 1:1 Positionierungsgespräch mit dem Mentor Anfang April des Jahres wurde mir angeraten, meinen Verkauf in einer Facebookgruppe mittels Live-Videos durchzuführen, da ein "normaler" Onlineshop aufgrund der vielen möglichen Retouren ruinös sein könnte. (Im Strategiegespräch im Dezember 2018 wurde das Thema bereits von mir angesprochen, jedoch von der Mitarbeiterin als nicht relevant (5%Retoure) gesehen.

Ich war aufgrund des 1:1 Gespräches völlig verwirrt, geradezu paralysiert. Teilte meinem Mentor dies schriftlich mit und sollte mich dann in dem Gruppencall dazu äussern. So ging das eine Weile hin und her ohne zielführende Veränderung.

Im Mai fand ein Seminar auf Mallorca statt, bei welchem es zu einem Eklat kam. Der Mentor verlor seine Souveränität und fand nur schlecht wieder in seine Mentoringfunktion zurück. Er verlor dabei zwei seiner Mitarbeiter und viele Mentees zogen sich von ihm mental zurück. Ein Streit mit zwei Kunden eskalierte und ist nun Gerichtsfall in Valduz, Lichtenstein.

Ich versuchte im Oktober aus dem Vertrag auszusteigen - in erster Linie aus finanziellen Gründen und ebenso aus Gründen, dass leere Versprechungen gemacht werden. Der Vertrag sieht kein Kündigungsrecht für die Kunden vor, nur für den Mentor. Der Ausstieg wurde verweigert und mir angedroht, die Sache juristisch zu regeln, was mit SchufaEintrag etc. einher gehen würde - das Wort "peinlich" wurde benannt.

Wie sind meine Chancen, die Sache juristisch erfolgreich durchzusetzen:
a) aus dem Vertrag auszusteigen ohne weitere Zahlungen
b) die Rückzahlung der bereits geleisteten 18000EUR zu erhalten.

Ich wurde unter falschen Voraussetzungen ins Programm aufgenommen, erhielt wie viele andere auch keine Betreuung mit dem Ziel, einen Onlineshop zu erhalten. (Der Shop ist angefangen worden, aber noch nicht fertig gestellt und ich wurde aus den Programmen und Gruppen entfernt, da ich die letzten Raten nicht bezahlt habe).

Anzumerken ist noch, dass ich aufgrund der letzten Email des Mentors aus Panik vor seiner Androhung einen Zusatz zum Vertrag unterzeichnete, der ab Mitte November wieder die Ratenzahlung beinhaltet. Allerdings sehe ich keinerlei Vertrauensbasis mehr für eine Fortführung des Mentorings. Morgen werde ich meinen Arzttermin wahrnehmen, da ich seit einiger Zeit psychisch sehr belastet bin und unter Panikattacken leide.

Danke und Grüsse


27.10.2019 | 12:33

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Dass es hier für eine Anfechtung wegen Irrtums oder arglistiger Täuschung reichen wird, ist zunächst eher unwahrscheinlich, aber in der Tat wäre danach zu schauen, ob man nicht die Vergütung rückwirkend mindern kann beziehungsweise ein außerordentliches Kündigungsrecht hat.

Letzteres setzt folgendes voraus:

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
§ 314 Kündigung von Dauerschuldverhältnissen aus wichtigem Grund

"(1) Dauerschuldverhältnisse kann jeder Vertragsteil aus wichtigem Grund ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist kündigen. Ein wichtiger Grund liegt vor, wenn dem kündigenden Teil unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls und unter Abwägung der beiderseitigen Interessen die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses bis zur vereinbarten Beendigung oder bis zum Ablauf einer Kündigungsfrist nicht zugemutet werden kann.

(2) Besteht der wichtige Grund in der Verletzung einer Pflicht aus dem Vertrag, ist die Kündigung erst nach erfolglosem Ablauf einer zur Abhilfe bestimmten Frist oder nach erfolgloser Abmahnung zulässig. Für die Entbehrlichkeit der Bestimmung einer Frist zur Abhilfe und für die Entbehrlichkeit einer Abmahnung findet § 323 Absatz 2 Nummer 1 und 2 entsprechende Anwendung. Die Bestimmung einer Frist zur Abhilfe und eine Abmahnung sind auch entbehrlich, wenn besondere Umstände vorliegen, die unter Abwägung der beiderseitigen Interessen die sofortige Kündigung rechtfertigen.

(3) Der Berechtigte kann nur innerhalb einer angemessenen Frist [sechs Monate regelmäßig, was hier noch eingehalten werden kann] kündigen, nachdem er vom Kündigungsgrund Kenntnis erlangt hat.

(4) Die Berechtigung, Schadensersatz zu verlangen, wird durch die Kündigung nicht ausgeschlossen."

Aufgrund der vorliegenden Situation würde ich daher zunächst von einer Fristsetzung beziehungsweise Abmahnung Gebrauchmachen und das schriftlich gegenüber Ihrem Vertragspartner erklären. Gleichzeitig würde ich in diesem Schreiben ankündigen, dass Sie keine Zahlungen mehr leisten und sich zwischenzeitlich anwaltlich beraten lassen haben. Sollte sich Ihr Vertragspartner uneinsichtig zeigen, was aufgrund der Vorfälle sehr wahrscheinlich ist, sollten Sie diese Folge gleich in Ihrem Schreiben erwähnen und ihm mitteilen, dass Sie dann einen Anwalt mit Ihrer Interessenwahrnehmung beauftragen würden, der dann kostenpflichtig für Ihren Vertragspartner (Anwaltskosten als Verzugsschadensersatz und sonstigen Schadensersatz) die außerordentliche Kündigung erklären wird.

Das wird das beste Vorgehen sein, um etwas effektiv erreichen zu können.

Der jeweilige Anwalt müsste dann sehr genau den Fall prüfen, ob die oben im Gesetz genannte Abwägung dahingehend auszugehen hat, dass eine Kündigung außerordentlich und fristlos aus wichtigem Grund möglich ist. Erste Anzeichen dafür liegen vor.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Daniel Hesterberg

Rückfrage vom Fragesteller 28.10.2019 | 12:42

Vielen Dank für diese Antwort.

Nun hab ich noch eine Rückfrage zu den Konsequenzen für mich hinsichtlich Schufa-Eintrag, der mir vom Mentor angedroht wurde.

a) ist er berechtigt, wenn ich die nächste Rate nicht begleiche, einen Schufa-Eintrag zu bewirken bzw gilt das auch, wenn ich den juristischen Weg einschlage?
b) falls ja: kann dies verhindert werden?

(sein Gerichtsstand ist Valduz, Lichtenstein)

danke

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 28.10.2019 | 12:57

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage möchte ich Ihnen gerne wie folgt beantworten:

Ein Schufaeintrag ist nicht ohne Weiteres möglich, denn dann müsste Ihr Vertragspartner zum Kreis der Kunden der Schufa gehören, was ich hier nicht erkennen kann.

Auskunft erteilt Ihnen die Schufa jederzeit.

Ich würde mich von dieser Drohung nicht beeindrucken lassen, zumal Sie die von mir aufgezeigten rechtlichen Möglichkeiten haben.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg

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