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Meisterbetrieb findet Fehler nicht, Rechnung über unnötige Ersatzteile?


| 17.04.2007 11:56 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Tanja Stiller



Ich bin Hauseigentümerin und habe vor Ostern einen ortsansässigen Meisterbetrieb mit der Reparatur meiner Gasheizung beauftragt. Ständiger totaler Druckverlust innerhalb von 12 Stunden verhindert u. a., dass ich meine anderweitig vermietete Haushälfte ordnungsgemäß beheizen kann.
Beim ersten Besuch ersetzte der Monteur auf Verdacht einen Schnellentlüfter, der jedoch den Fehler nicht behob. Die Ostertage haben wir frierend verbracht, der Monteur hatte angekündigt, dass vermutlich der Wärmetauscher defekt sein könnte, ich solle mich wieder melden, was ich gleich nach den Feiertagen tat. Mittlerweile hatte ich bereits die erste Rechnung im Briefkasten.

Nacheinander sind nun ausgetauscht worden: Das Ausgleichsgefäß, ein Überströmventil, besagter Schnellentlüfter, der Wärmetauscher, die Kühlschlange, das Manometer.
Alles in allem beläuft sich die Rechnung inzwischen auf mehrere hundert Euro.
Der Fehler ist aber nach wie vor exakt derselbe, es hat sich nichts geändert, geschweige denn verbessert. Ich kann nach wie vor nicht heizen.
Sämtliche Austauschkomponenten waren demnach überflüssig, aber ich soll sie bezahlen, zusätzlich zu den vielen Arbeitsstunden, die bei den Einbauten anfielen.

Meine Frage:
Wie verhalte ich mich als Kunde nun?
Muss ich die Rechnungen einfach so akzeptieren, obwohl der Fehler NICHT gefunden wurde, der Monteur offensichtlich ratlos war und etwas von "Ausschluss-Verfahren" bezüglich der Fehlerfindung erzählt hat?
Muss ich Widerspruch einlegen, Nachbesserung erlauben, die unnötigen Ersatzteile wieder ausbauen lassen?

Ich wäre für eine schnelle Beantwortung sehr dankbar, da der Betrieb relativ zügig seine Rechnungen anzumahnen pflegt.

Vielen Dank!

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Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für die Einstellung Ihrer Frage.

Zunächst möchte ich Sie darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich eine erste rechtliche Orientierung bieten soll, die in keinem Fall die Beratung durch einen Kollegen/ eine Kollegin vor Ort ersetzen kann.
Durch Hinzufügen oder Weglassen von Sachverhaltsangaben kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen und somit zu einem anderen Ergebnis führen.

Ihre Frage beantworte ich aufgrund der von Ihnen gemachten Angaben und dem eingesetzten Betrag, wie folgt:

Bei einer Reparatur mit Lieferung von Ersatzteilen handelt es sich um einen Werkvertrag.
Nach § 631 BGB ist die Hauptpflicht des Unternehmers die mangelfreie Herstellung des Werkes.

Durch die Beauftragung des Meisterbetriebes haben Sie einen Vertrag geschlossen, dessen Inhalt zum einen das Auffinden des Fehlers und zum anderen die Beseitigung des Mangels ist.
Beim Auffinden des Fehlers hat der Unternehmer den Grundsatz der Wirtschaftlichkeit zu beachten, d.h. er muss die Fehlersuche nach dem geltenden Recht des Handwerks betreiben und muss mit der wahrscheinlichsten Fehlerquelle und nicht mit der teuersten beginnen.

Die Ersatzteile, die nun schon getauscht wurden und die dazugehörigen Arbeiten müssen Sie nur zahlen, wenn die Vorgehensweise bei der Fehlersuche den geltenden Regeln des Handwerks entspricht bzw. wenn die Teile in naher Zukunft auch getauscht werden mussten.
Weitere Voraussetzung ist, dass Sie die neu eingebauten Teile nicht wieder entfernen lassen.

Dass der Unternehmer gegen den Grundsatz der Wirtschaftlichkeit und gegen die geltenden Regeln des Handwerks verstoßen hat, müssen Sie beweisen.
Am besten heben Sie die alten Ersatzteile auf!

Falls Sie dies nicht beweisen können, müssen Sie die Rechnung zahlen.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Fragen beantworten und Ihnen weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin Tanja Stiller

Nachfrage vom Fragesteller 17.04.2007 | 13:45

Vielen Dank zunächst für Ihre Beantwortung!
So ganz weiß ich nun aber leider immer noch nicht, wie ich mich verhalten soll.
Gestatten Sie mir daher eine konkrete Nachfrage bitte:

Kann ich den Wiedereinbau der funktionstüchtigen Teile verlangen und für welche Arbeitsleistungen (Einbau der unnötigen Ersatzteile, Wiederausbau, Rückbau der alten Teile) muss ich dann letztlich bezahlen?

Mit freundlichem Gruß

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.04.2007 | 14:30

Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Nachfrage beantworte ich natürlich gern.

Falls das Vorgehen nicht den Regeln des Handwerkes entspricht, können Sie verlangen, dass die alten Teile wieder eingebaut werden. Ob dies bei Ihnen der Fall ist, kann nur ein Fachmann bzw. ein Gutachter beurteilen.

Hat der Unternehmer die Regeln des Handwerkes nicht beachtet, müssen Sie auch nicht die Kosten für den Wiedereinbau der alten Teile tragen. Lassen Sie die neuen Teile aber drin, so müssen Sie auch die Kosten dafür tragen.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Nachfrage beantworten und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwältin Tanja Stiller

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