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Meine Frau wurde 'übervorteilt' und hat nun hohe Schulden!


02.10.2007 14:33 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich benötige dringen juristischen Rat.
Auf meine Frau und Ihre Schwester wurde vor vielen Jahren einen Kreditvertrag überschrieben, durch welchen sie nun hohe Schulden (je 160.000 Euro) haben. Einsortieren würde ich die Thematik eher in die Sparte „allgemeines Recht“ oder „Kreditrecht“.

Im Prinzip habe ich nur 5 einfache Fragen (siehe unten). Ich gebe aber zu, dass die Gesamtsituation recht komplex ist, so dass ich die 50 Euro als Einsatz für gerechtfertigt halte.


Zur Situation:

Die Eltern meiner Frau haben vor mehreren Jahren einen Kredit für ein Haus aufgenommen.
Weil sie diesen Kredit nicht mehr bezahlen konnten, wurde der Kredit vor ca. 9 Jahren auf meine Frau und ihre Schwester überschrieben (Anteil je ca. 130.000 €), die jedoch schon damals nicht mehr selbst in dem Haus wohnten und selbst lediglich ein geringes Einkommen (ca. 1100 Euro) hatten.
Die Bank verabredete damals, dass die Eltern den Kredit weiterhin zahlen, und meine Frau + Schwester nur auf dem Papier „haften“.
Meine Frau war damals 23 Jahre alt und war sich dem Ausmaß der „Elternhilfe“ (und den späteren Entwicklungen) natürlich nicht bewusst.

Es kam leider so, dass die Eltern den Kredit nur mit minimalen Raten bedienen konnten. Meine Frau zahlt deshalb seit Jahren monatlich ca. 400 Euro, was jedoch nicht mal zur Deckung der Zinsen reicht. Dies führte dazu, dass die Schulden für meine Frau und ihre Schwester pro Kopf auf aktuelle ca. 160.000 € anwuchsen.

Das Haus (vom Gutachter auf 200.000 € geschätzt) steht zum Verkauf. Es droht aktuell eine Zwangsversteigerung, die für März 2008 angesetzt ist.
Wir rechnen damit, dass meine Frau und ihre Schwester nach Verkauf/Zwangsversteigerung je auf mindestens 90.000 € sitzen bleiben werden.

Soweit zur Situation. Außerdem könnten für Sie noch folgende Informationen von Interesse sein:
- Die ganze Sache wird von einem Anwalt in Dortmund betreut, der zwar angeblich Gespräche mit der Bank und den Eltern meiner Frau führt, jedoch irgendwie „nichts bewirkt“.
(Meine Frau und ihre Schwester sind jedoch nicht eingebunden, was mich wundert, da Sie doch später haften werden…)
- Auch eine Schuldenberatung habe ich schon angeschrieben. Die meinten jedoch, sie könnten erst etwas tun, wenn die Zwangsversteigerung vollstreckt wurde. (Kann ich nicht nachvollziehen, da man doch eigentlich präventiv handeln sollte…?!?)
- Bei der Hochzeit kannte ich das Ausmaß der ganzen Sache nicht.
(Was natürlich nicht heißen soll, dass ich sie dann nicht geheiratet hätte…)
- Vor ca. einem Jahr habe ich mit meiner Frau ein kleines Haus gekauft. Es läuft allein auf meinem Namen und der Großteil des Eigenkapitals stammte von mir. Trotzdem teilen wir uns natürlich die monatlichen Raten.

Mein Standpunkt:
Ich kann nicht verstehen, wie Eltern und Bank meiner Frau (23 Jahre, geringes Einkommen, eigene Wohnung und ohne Sicherheiten) und Ihrer Schwester damals diesen Deal „in die Schuhe“ schieben konnten. Juristisch habe ich als „Laie“ den Eindruck, dass das Ganze für die Bank der letzte „Notnagel“ war und enorm gegen „die guten Sitten“ verstößt.
Trotz allen Unverständnisses möchte ich jedoch die Situation aktiv lösen, damit meine Frau und ich gemeinsam auch eine finanzielle Zukunft haben können.

Deshalb habe ich folgende konkrete Fragen:

1. Wie schätzen Sie die Problematik juristisch ein? Welches Vorgehen raten Sie mir?
2. Wie finde ich im Rhein-Main-Gebiet einen spezialisierten Anwalt, der uns beiden eine ausführlichere Beratung geben könnte? In welches Rechtsgebiet fällt die Problematik? Adressen? Links?
3. Nützt mir eine ARAG-Rechtsschutzversicherung (haben wir seit 2 Jahren) etwas?
4. Kann die Situation auch auf mich persönlich finanzielle bzw. juristische Auswirkungen haben?
5. Wäre es im Falle einer Privatinsolvenz und anschließender Lohnpfändung möglich, dass wir die Steuerklassen ändern? Anstatt 4/4 würde ich entsprechend in die 3 und sie in die 5 gehen, was die finanzielle Situation für uns zusammen verbessern würde.

Bei Fragen bin ich gerne per Mail für Sie da.
Vielen Dank für Ihre Hilfe.

Freundliche Grüße

SG
Sehr geehrter Ratsuchender,


hier sollte Ihre Frau in der Tat den vertrag auf eine Sittenwidrigkeit genauer prüfen lassen.

Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 25.01.2005, Az.: XI ZR 325/03 die gesamte Rechtbrechung zur sittenwidrigen Bürgschaft auch auf Darlehensverträge ausgeweitet, so dass hier die Unwirksamkeit durchaus bejaht werden könnte, wenn die Interessenlage unangemessen ist und die Verpflichtung in keinem vernünftigen Verhältnis zur Einkommenssituation steht.

Nach Ihrer Schilderung könnte dieses alles auf Ihre Ehefrau zutreffen, so dass Vertrag und Verhalten genauer geprüft werden sollten.


Einen Kollegen werde ich Ihnen mit gesonderter Email nach Rücksprache noch mitteilen.


Die Rechtsschutzversicherung tritt hier wohl nicht ein, da es sich um einen vorvertraglichen Versicherungsfall handeln dürfte - der Kollege wird dann aber sicher auch diesen vertrag und die mögliche Kostenzusage prüfen.



Finanzielle Auswirkungen für Sie vermag ich so nicht zu erkennen, da Sie für Ihre Ehefrau nicht mithaften.


Eine Änderung der Steuerklasse wäre möglich.




Mit freundlichen grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle




Nachfrage vom Fragesteller 02.10.2007 | 16:12

Sehr geehrte Frau True-Bohle,

zunächst vielen Dank für Ihre Antworten, die mir weiter helfen.

Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mir - wie angeboten - einen Kontakt im Rhein-Main-Gebiet in einer separaten E-Mail zukommen lassen könnten.

Eine letzte Frage:
Würden Sie an meiner Stelle präventiv handeln (so denke ich) oder würden Sie die nächsten Schritte (Zwagsvollstreckung, etc.) abwarten und dann aggieren (so denkt meine Frau)?

Nochmals Danke und Gruß

SG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.10.2007 | 16:25

Sehr geehrter Ratsuchender,


ich habe bereits zwei Kollegen kontaktiert und warte noch auf Rückantwort - danach teile ich ihnen die Adressen dann mit.


SIE haben Recht. Es sollte SOFORT der Vertrag und die Haftung Ihrer Frau geprüft werden, um dann auch gegenüber der Bank SOFORT tätig zu werden. Ein "Abwarten" wäre hier falsch, da unverzüglich gehandelt werden muss.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

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