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Meine Eltern

09.11.2010 23:06 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe nun eine wichtige Frage. Allerdings muss ich zur Erklärung ziemlich weit ausholen. Ich hoffe dies ist in Ordnung und mir wird endlich geholfen. Also:
Letztes Jahr im April ist mein Freund bei meinen Eltern und mir eingezogen, und mein Vater übernahm die Vormundschaft für ihn bis er 18 war. Somit hatte mein Vater auch die volle Verwaltungsmacht über die Konten und Sparbücher meines Freundes. (Auf den Sparbüchern befanden sich zu diesem Zeitpunkt knapp 3000 €). Am 7. August endete die Vormundschaft automatisch, da dies sein 18. er Geburtstag war. Jedenfalls lief alles super, bis mein Freund nicht mehr das tat was mein Vater von ihm wollte. Also schmiss er ihn kurz über lang einfach raus. Dies war der 1. Sep. 09. Von diesem Tag an saßen wir auf der Straße. Jedenfalls haben wir dann doch eine Lösung gefunden. Allerdings haben meine Eltern seit diesem Tag angefangen zu spinnen. Sie gaben uns unsere Sachen nicht mehr. Wir mussten uns eine Hand voll Klamotten mit der Polizei holen, weil sie so stur waren. Auch die Sparbücher bekam er nicht wieder, obwohl die Vormundschaft längst ausgelaufen war und er verpflichtet gewesen wäre, sie herauszugeben. Mein Vater erpresse meinen Freund dann mit dem Angebot: Mein Freund soll ihm 1000€ noch IN DER BANK aushändigen, dann würde er den Rest bekommen. Er begründete dies damit, dass er kein Kindergeld für meinen Freund bekommen hätte. Wir fanden im Nachhinein heraus, dass dies auch stimmte, jedoch klagte er sich das Kindergeld ein, sodass er im Grunde genommen 2x kassierte. Wir haben uns allerdings auf diesen "Tausch" eingelassen, da wir das Geld brauchten. Jedenfalls haben wir dann eine Zeit lang nichts mehr von meinen Eltern gehört. Erst vor ca. 3 Monaten begann der Kontakt sich wieder aufzubauen, da meine Eltern erfahren hatten, dass ich schwanger bin, was auch der Wahrheit entspricht. Sie begannen sich aufzudrängen und mir zu verbieten Kinderkleidung oder sonstiges zu kaufen. Sie setzten mich unter Druck in dem sie sagten, meine Mutter MÜSSTE Taufpatin werden, da sie sonst keinen Sinn mehr in ihrem Leben sehen würde. (Zur Anmerkung: meine Mutter ist schwerbehindert) Als meine Eltern dann erfuhren, dass sie nicht die Patenschaft übernehmen dürfen, begannen sie RICHTIG zu spinnen. Sie veröffentlichten im Internet meine Mails die ich ihnen geschrieben hatte. Und stellten ihr profil so ein, dass ich es nicht sehen konnte. Ich habe mich dann allerdings mit einem anderen Account angemeldet und habe so lesen können,was über mich geschrieben wird. Ich sei Charakterlos weil ich meiner Mutter so etwas angetan habe. Was ich widerrum lächerlich finde. Ich habe von Anfang an die Karten auf den Tisch gelegt. Nunja jedenfalls ist es nun so, dass ich diverse Mails bekomme, wie ich nur so grausam sein könnte und mir wird gedroht und so weiter. Nun habe ich ihnen gesagt, dass ich mein Zeug alles haben möchte, und ich bekam nur die Antwort ich sei undankbar und würde meine Mutter fertig machen. Ich würde erzählen, dass man einer dummen und behinderten Frau kein Kind anvertrauen dürfte, ich würde meine Mutter ins Pflegeheim geben wollen, ich würde meine Eltern schlecht machen usw. Meine Eltern allerdings sind diejenigen, die mich überall schlecht machen. Ich würde sagen, ich hätte keine Eltern mehr. Ich würde meine Eltern bzw. meine Mutter beleidigen usw.
Nunja. es gibt noch viel mehr, was ich angeblich erzählen würde.
Nun hoffe ich inständig dass Sie mir eventuell einen Rat geben können, was ich tun kann. Denn ich bin mit den Nerven am Ende.
Was ich mir alles gefallen lassen muss, ist nicht mehr normal. Ich möchte, dass dies alles ein Ende hat.

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage!


Nachfolgend möchte ich gerne unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung sowie Ihres Einsatzes Ihre Frage wie folgt beantworten:

1. In Bezug auf das einbehaltene Geld liegt seitens Ihres Vaters Tatverdacht im Hinblick auf gleich mehrere Straftaten vor. So unter anderem Nötigung (§ 240 StGB ), Unterschlagung und veruntreuende Unterschlagung (§ 246 StGB ) sowie im Hinblick auf die frühere Vormundschaft Ihres Vaters für Ihren Freund Untreue (§ 266 StGB ).

Der Anspruch auf Herausgabe der restlichen 1000 € wird nicht durch die „Abmachung" mit Ihrem Vater gehindert, da diese unter Ausübung von Druck zu Stande kam (§ 134 BGB i.V.m. § 240 StGB ).

2. Dass Ihre Sachen (Bekleidungsstücke und Einrichtungsgegenstände aus Ihrem früheren Zimmer) nicht herausgegeben werden, ist rechtlich ebenfalls nicht in Ordnung. Als Eigentümerin haben Sie jederzeit einen Herausgabeanspruch gemäß § 985 BGB .

3. Die Verbreitung Ihrer privaten Emails im Internet verstößt gegen Ihr allgemeines Persönlichkeitsrecht aus Artt. 1 , 2 GG und führt nach § 1004 BGB zu einem Anspruch auf Beseitigung und zukünftige Unterlassung.

4. Von der rechtlichen Seite her sind Sie also ganz klar im Recht.

Das Verhalten Ihrer Eltern weist deutliche Züge von Eltern einer dysfunktionalen Familie auf, die Sie mittels Schuldgefühlen und Vorenthalten von lebenswichtigen Dingen zu manipulieren versuchen. Erfahrungsgemäß wird sich mit diesen Personen kaum eine einvernehmliche Regelung treffen lassen.

Daher empfiehlt es sich, die oben genannten Ansprüche durch einen Anwalt vor Ort geltend zu machen. Sollten Ihre Eltern nicht einlenken, kann im Wege eines einstweiligen Verfügungsverfahrens relativ schnell eine gerichtliche Entscheidung erreicht werden.

Sollten Sie derzeit nur über geringe finanzielle Mittel verfügen, wenden Sie sich am Besten an das nächstgelegene Amtsgericht, um einen Beratungshilfeschein für den Anwaltsbesuch zu erhalten.

Ob zudem eine Strafanzeige zu stellen ist, wäre zu bedenken. Die aufgeheizte Stimmung würde sich ja nur noch um ein vielfaches verschlimmern.

Da aber leider in jedem Fall mit einer Aufheizung der Situation zu rechnen ist, sollten Sie sich nicht scheuen, sich mit einer Stelle in Verbindung zu setzen, die sie auch persönlich in Ihrer Situation unterstützen und informieren kann, da der Anwalt in erster Linie nur die rechtliche Seite behandelt (Kostenfreie persönliche Beratung – auch ohne Beteiligung der Eltern - finden Sie z.B. bei folgenden Beratungsstellen: http://www.lag-bayern.de/rat.php).

Ich kann Sie zu Ihrem Schritt in Richtung Ihrer Unabhängigkeit nur beglückwünschen und wünsche Ihnen weiterhin, dass Sie sich von Ihren Eltern nicht unterkriegen lassen.

Ich hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!



Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann.


Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können mich natürlich gerne über die Nachfrageoption mit mir Verbindung aufnehmen, wenn noch Unklarheiten bestehen.


Mit freundlichen Grüßen
Ingo Driftmeyer
Rechtsanwalt

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