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Mein Stromanschluss im Keller vom Nachbarn genutzt

| 25.01.2015 14:53 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwältin Silke Jacobi


Hallo!
Seit Mitte 2012 hat meine Nachbarin im Gemeinschaftskeller den Stromanschluss für ihren Trockner genutzt.
Erst, nacchdem ich mich an Vermieter wandte, und fragte, wo mein Anschluss sei, da ich mir einen Trockner kaufen und diesen anschließen möchte, hat sich herausgestellt, dass dieser besagte Anschluss zu meiner Wohnung gehört. (dies teilte mir der Vermieter schriftlich und mit beiliegender Skizze mit)
Der Nachbarin ist jedoch gesagt worden, es sei ihr Anschluss (dies hat der Vermieter der Nachbarin gegenüber auch nicht bestritten).
Nun habe ich mehrere Jahre Stromkosten bezahlt (es handelt sich zudem um einen sehr alten Trockner, der oft benutzt wurde).

Ich habe den Vermieter aufgefordert dafür zu sorgen, dass der Platz dort für mich frei wird und ihm angekündigt, dass ich den Geldschaden ihm gegenüber geltend machen werde. Dies geschah am 22.12.14
Ich habe seither keine Reaktion erhalten- der Trockner steht nach wie vor dort und wurde auch wieder benutzt. Der Vermieter habe zur Nachbarin gesagt, es sei unser Problem , nicht seins.

Meine Fragen: Wer ist verantwortlich? Wie gehe ich weiter vor? Welche Möglichkeiten habe ich?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Soweit Ihnen nach dem Mietvertrag oder der Hausordnung ein bestimmter Platz im Gemeinschaftskeller zum Aufstellen des Trockner zugesagt wurde, muss sich Ihr Vermieter darum bemühen, dass Sie diesen Platz auch nutzen können. Da hier offensichtlich die Stromanschlüsse für die einzelnen Geräte den jeweiligen Wohnungen zugeordnet wurden, haben Sie gegen den Vermieter einen Anspruch darauf, dass Sie Ihren Stellplatz nutzen können.

Fordern Sie daher nochmals Ihren Vermieter auf, dafür zu sorgen, dass er Ihnen Ihren Trocknerplatz zur Verfügung stellt. Setzen Sie ihm dafür eine Frist von ca. 10 Tagen.

Soweit die Nutzung eines Platzes im Waschkeller im Mietvertrag und in der Miete enthalten ist, wäre ferner zu überlegen, ob evtl. eine Mietminderung geltend gemacht werden kann, wenn Ihnen der Gebrauch des Trocknerplatzes nicht ermöglicht wird.

Darüber hinaus sollten Sie auch versuchen, mit der Nachbarin zu sprechen und eine Lösung zu finden, damit Sie Ihren Trocknerplatz nutzen können.

Wenn Sie seit 2012 die Stromkosten für einen fremden Trockner gezahlt haben, können Sie diese zurückverlangen. Das setzt aber voraus, dass Sie beziffern können, in welcher Höhe Sie die fremden Kosten gezahlt haben. Hier sehe ich erhebliche Probleme. Wahrscheinlich wird man die Kosten nur schätzen und versuchen können, sich auf einen Betrag zu einigen.

Die nächste Frage ist, von wem die Erstattung verlangt werden kann.

Dies könnte der Vermieter sein, wenn er den Trocknerplatz falsch oder doppelt vermietet hat. Es könnte aber auch die Nachbarin in Betracht kommen, die die Kosten tatsächlich verursacht hat.

Wenn Sie die Stromkosten für den fremden Trockner an den Vermieter gezahlt hatten, z. B. im Rahmen der Nebenkosten, wäre wohl der Vermieter der richtige Anspruchsgegner für eine Erstattung.

Haben Sie die Kosten direkt an den Stromversorger gezahlt, wäre m. E. vorrangig die Nachbarin als Verursacherin der Kosten in Anspruch zu nehmen. Der Vermieter käme hier nach meiner Einschätzung nur nachrangig wegen der falschen Zuteilung der Trocknerplätze in Betracht.

Wegen einer Erstattung müssten Sie also zuerst die genauen Kosten, die Sie für die Nachbarin gezahlt haben, ermitteln. Ist dies nicht möglich, müsste versucht werden, den durchschnittlichen monatlichen Verbrauch des Trockners zu ermitteln, der dann auf den betreffenden Zeitraum hochgerechnet wird. Im zweiten Schritt wäre dann zu klären, ob der Vermieter oder die Nachbarin wegen der Rückzahlung in Anspruch genommen wird. Der Rückzahlungspflichtige sollte dann schriftlich mit einer angemessenen Frist zu Zahlung aufgefordert werden.

Ich hoffe, ich konnte damit Ihre Fragen beantworten und Ihnen einen ersten Überblick verschaffen.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin


Nachfrage vom Fragesteller 25.01.2015 | 16:15

Hallo!
Unsere Mietverträge sind grundsätzlich unvollständig. Jedenfalls ist die Vermietung des Stellplatzes nicht im Mietvertrag genannt, dort sind generell die Nebenkosten nicht einzeln aufgeschlüsselt (lediglich eine "Waschordnung" für den Waschkeller gibt es). Bei Einzug wurde jedoch darauf verwiesen, dass es für mich Plätze für Waschmaschine und Trockner gibt. Und im letzten Schreiben wurde vom Vermieter bestätigt, dass der Platz XY (den die Nachbarin nutzte) meiner Wohnung zuzuordnen ist.
Kommt trotzdem in Betracht, vom Vermieter zu fordern, mir den Platz zur Verfügung zu stellen? Kommt trotzdem Mietminderung in Betracht?

Wieso ist der Vermieter nachrangig, obwohl er verursacht hat, dass die Nachbarin fälschlicherweise ihren Trockner dort aufstellte? (Strom wird extern bezahlt). Warmwasser wird jedoch mit dem Vermieter abgerechnet.

Besten Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.01.2015 | 17:09

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Sofern Ihnen bei Einzug zugesagt wurde, dass es für Sie einen Platz für Waschmaschine und Trockner gibt und die Stromanschlüsse für diese Plätze der jeweiligen Wohnung zugeordnet sind, können Sie vom Vermieter - wie in meiner Antwort beschrieben - verlangen, dass er Ihnen die Plätze zur Verfügung stellt. Tut er das nicht, käme u. U. eine Mietminderung in Betracht, weil er Ihnen den Trocknerplatz zum Gebrauch vorenthält. Diese Mietminderung würde allerdings wohl nicht mehr als 1% betragen und muss in der Aufforderung, den Platz zur Verfügung zu stellen angekündigt werden.

Sie geben an, dass die Stromkosten extern bezahlt werden, sodass hier nach meiner Erfahrung vorrangig auf den Kostenverursacher abgestellt werden sollte. Die Nachbarin, die auf Ihre Kosten die Wäsche getrocknet hat, hätte eigentlich den Strom bezahlen müssen. Da sie quasi die Stromkosten "gespart" hat, ist sie nach meiner Auffassung auch vorrangig zur Erstattung der Kosten an Sie verpflichtet.

Der Vermieter hat zwar einen Fehler gemacht, der letztlich dazu führte, dass Sie fremde Stromkosten gezahlt haben, aber er hat die Stromkosten nicht kassiert und hatte insoweit keinen finanziellen Vorteil. Deshalb sehe ich die Haftung des Vermieters hier als nachrangig an.

Ich hoffe, Ihre Nachfrage damit beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 25.01.2015 | 17:53

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