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Mein Mann will mir bei Scheidung mein Kind weg nehmen


06.01.2006 11:28 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Hallo zusammen,

ich und mein Mann verstehen uns überhaupt nicht mehr und wollen uns trennen. Wir sind seit fast 6 Jahren verheiratet, haben einen 4 jährigen Sohn und ich bin Schwanger im 7.Monat. Mein Mann will das ich ausziehen, aber ohne unseren Sohn. Er ist Deutsch Rumäne und hat mir auch schon früher gedroht, wenn ich unseren Sohn mitnehme. Er schicke mir die rumänische Mafia auf den Hals und vor 3 Monaten hat er gesagt eher schlägt er mich tot eh ich unseren Sohn bekomme. Er will mir jetzt die Hölle heiß machen und ich werde schon sehen das er den kleinen kriegt. Das ungeborene ist ihm egal.

Ich möchte mich scheiden lassen.

1. Was muss ich machen bei einer Scheidung, wie ist es mit dem Trennungsjahr

2. Ich möchte so schnell wie möglich aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen und natürlich auch meinen Sohn mitnehmen. Ich möchte wieder in meine Heimatstadt zu meinen Eltern ziehen, die wohnen 600 km entfernt. In diese Wohnung hier sind wir erst im April 2005 gezogen. Unser Sohn und auch ich haben hier auch noch keinen Freundeskreis. Mein Sohn geht seit September 2005 hier in den Kindergarten. Wie soll ich mich verhalten ohne das illegal wäre, denn ich kann ja nicht einfach so abhauen. Mein Sohn hängt sehr an seinem Papa udn will nicht weg, aber wir können absolut nicht mehr miteinander.

3. Mein Mann will das alleinige Sorgerecht beantragen. Er macht mich überall schlecht und sagt immer ich kümmere mich nicht um den kleinen. Es ist natürlich nicht so, denn nach meinem Erziehungsjahr, habe ich eine Umschulung gemacht. Ich hatte meinen Sohn mit und wir sind nur am WE nach hause gefahren. Er war die ganzen 4 Jahre bei mir und hat in den letzten 2 Jahren bis auf die letzten 2 Monate seinen Papa nur am WE gesehen. Er hätte Zeugen, das ich ihn nur weg geschoben habe und mich nicht um ihm gekümmert habe. Die Zeugen kann er gar nicht haben, da ich mich immer um ihn gekümmert habe. Dazu möchte ich noch sagen, dass mein Mann in den ganzen acht Jahren, wo wir zusammen sind, regelmäßig sehr viel Geld verspielt hat und er kann daher nicht mit Geld umgehen. Er hat schon seit Jahren Schulden, die ich seit der Heirat mit bezahle und er hat damals mein Konto leer geräumt - Dispo Kredit, wofür ich seit 5 Jahre bezahle, weil es auf meinem Namen läuft. Er hat mich einmal geschlagen. Ich trinke nicht, ich nehme keine Drogen und bin natürlich immer für mein Sohnen dagewesen.

Muss ich was befürchten, dass mein Mann das alleinige Sorgerecht und Aufendhaltsrecht bekommt, weil er überall was schlechtes über mich erzählt. Ausserdem habe ich ja auch Angst das er unseren Sohn mit nach Rumänien mitnimmt, obwohl er schon seit 9 Jahren nicht mehr dort war und auch die Deutsch Staatsbürgerschaft hat. Er hat aber gesagt er geht nach Rumänien zurück.

Ich liebe meinen Sohn überalles und ich will ihn nicht verlieren. Da er auch sehr an seinem Papa hängt und mein Mann immer zu mir sagt, der kleine will eh bei ihm bleiben, habe ich jetzt große Angst, dass mein Mann vor Gericht das alleinige Sorgerecht bekommt und das Aufenthaltsrecht. Mein Sohn sagt immer er will nicht umziehen, sondern beim Papa bleiben. Es ist auch kein Wunder, mein Mann lässt ihn alles durch gehen, er sagt nie nein, mein Sohn kann alles machen bei ihm. Wenn er sich um ihn kümmert dann sitzen sie entweder vorm Computer oder er geht mal ne Stunde raus mit ihm, dass nennt er kümmern. Er sagt auch immer wieder zu ihm er bleibt bei ihm. Ich möchte natürlich auch nicht meinen Sohn seinem Papa vorenthalten, aber mein Sohn soll bei mir wohnen. Ich habe große Angst, dass er mir meinen Sohn weg nimmt.

Bitte helfen Sie mir, damit ich nicht gegen ein Gesetz verstoße, was mir dann später angelastet werden könnte.

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Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Anfrage möchte ich im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:

1. Ein Scheidungsverfahren kommt auf Antrag in Gang. Nach § 1566 Abs. 1 BGB wird unwiderlegbar vermutet, dass die Ehe gescheitert ist, wenn die Ehegatten seit einem Jahr getrennt leben und beide Ehegatten die Scheidung beantragen oder der Antragsgegner der Scheidung zustimmt. Nach § 1566 Abs. 2 BGB wird unwiderlegbar vermutet, dass die Ehe gescheitert ist, wenn die Ehegatten seit drei Jahren getrennt leben. Dann kommt es also auf die Zustimmung Ihres Mannes nicht an.
Ein Getrenntleben kann auch in der gemeinsamen Wohnung stattfinden, wenn kein gemeinsamer Haushalt mehr geführt wird und keine wesentliche persönlichen Beziehungen mehr zwischen den Ehegatten bestehen. Da diese Variante Ihnen aber kaum zuzumuten ist und darüber hinaus Sie von Ihrem Ehegatten nicht unerheblich drangsaliert und bedroht werden, kommt in Ihrem Fall durchaus eine Scheidung in Frage, obwohl kein Trennungsjahr (oder drei Jahre) vollzogen worden ist. Eine Scheidung ohne erfolgtes Trennungsjahr ist nach § 1565 Abs. 2 BGB möglich, wenn die Fortsetzung für den Antragsteller aus Gründen, die in der Person des anderen Ehegatten liegen, eine unzumutbare Härte bedeuten würde. Dies setzt ein schwerwiegendes Fehlverhalten eines Ehegatten voraus. In Betracht kommen dabei Misshandlungen, schwere Beleidigungen, ernsthafte Bedrohungen und dergleichen. Diese Voraussetzungen liegen bei summarischer Prüfung bei Ihnen vor.
Sie sollten daher schleunigst einen Scheidungsanwalt vor Ort aufsuchen und ihm bzw. ihr die Situation schildern. Es sollte dann vor Ort geprüft werden, ob bereits jetzt ein Scheidungsantrag gestellt werden kann bzw. soll. Daneben sollten Sie auch deshalb einen Anwalt aufsuchen, da bei Ihrer Situation zu prüfen ist, ob man Ihren Ehemann nicht nach der Vorschrift des § 1361b BGB aus der gemeinsamen Wohnung verweisen kann, falls Sie dort von Ihm nachhaltig bedroht bzw. geschlagen werden. Insoweit sollten Sie unbedingt unverzüglich anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen. Sie können davon ausgehen, dass Sie insgesamt Prozesskostenhilfe bzw. Beratungshilfe in Anspruch nehmen werden können, so dass Sie kaum ein Kostenrisiko tragen müssen.

2. Dass Ihr Mann „Lügengeschichten“ über Sie verbreitet, belastet Sie sicherlich. Allerdings würde nach dem, was Sie erzählen, einem Antrag Ihres Mannes auf Ausübung des alleinigen Sorgerechts nach den Umständen nicht entsprochen werden. Insoweit können Sie beruhigt sein.

3. Ich empfehle Ihnen insgesamt, einen Anwalt vor Ort aufzusuchen und sich dort weiter beraten und vertreten zu lassen.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan André Schmidt, LL.M.
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 06.01.2006 | 15:51

Vielen Dank sie haben mich sehr beruhigt.

Meiner seits soll es bei dem gemeinsamen Sorgerecht bleiben, ich möchte natürlich nicht meinem Sohn seinem geliebten Papa wegnehmen.

Was mich aber am meisten Interessiert ist, ob ich bei dem o.g. Sachgehalt befürchten muss, dass mein Mann das Aufenhaltsbestimmungsrecht für unseren Sohn bekommt und wann ich mit meinem Sohn ausziehen darf.

Vielen Dank für Ihre Mühe

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.01.2006 | 17:27

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Nachfrage möchte ich wie folgt beantworten:

Nach der Trennung verbleibt es grds. bei der gemeinsamen elterlichen Sorge. Davon umfasst ist auch das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Nach derzeitiger Sachlage kann ich nicht sehen, warum das Gericht (auf Antrag) Ihrem Mann das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht zusprechen sollte. Falls Sie einen derartigen Antrag stellen sollten, so hätten Sie nach dem Geschilderten durchaus eine gute Chance, insoweit zu obsiegen.

Wenn Sie aus der gemeinsamen Wohnung mit Ihrem Kind ausziehen wollen, so sollten Sie sich mit Ihrem Mann darüber besprechen und insoweit auch den Aufenthaltsort des Kindes gemeinsam besprechen. Nur wenn Sie dies nicht können, kommt möglicherweise ein Eilantrag in Betracht, falls das Kindeswohl gefährdet ist.

Nochmals möchte ich Sie darauf hinweisen, dass Sie sich durch eine Anwältin / einen Anwalt vor Ort unterstützen lassen sollten.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan André Schmidt, LL.M.
Rechtsanwalt

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