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Mein Chef unterstellt mir, dass ich Mobbing ausführe, was tun?

06.05.2011 02:01 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Hallo und zwar ich habe folgendes Problem habe einen Schwerbehindertenausweis wegen seelischen und persöhnlichkeitstörungen. ich schaffe bei der firma daimler ag in einem unbefristeten arbeitsverhältniss. ich werde von mein vorgesetzten gemobbt andauernt bei jedem fehler droht er mir mit dem personalbüro und kündigung und macht mich fertig. ich kann einfach nicht mehr bin am ende. darauf hin habe ich dem betriebsrat eine email geschrieben das ich von meinem meister gemobbt und aus der firma schikaniert werde plötzlich drehte der spiss sich um die meinten das ist nicht mobbing und der meister meinte ich lass mir so ne anschuldigung nicht bieten ich würde ihn mobben mit sow ner unterstellung darauf machte er ein termin mit dem personalbüro wegen mobbing. schmeissen die mich jetzt rauss hab keine zeugen er hätte zeugen meinte er. ist das nicht mobbing was er macht. hab echt richtige angst obwohl er mich fertig macht ich werde gemobbt und unterdrückt jetzt meint er ich mobbe ihn mit sow ner anschuldigung

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

gerne nehme ich zu Ihrer Anfrage unter Berücksichtigung Ihrer Angaben und Ihres Einsatzes wie folgt Stellung:

Es ist zunächst sehr wichtig, dass Sie Ruhe bewahren und sich von Ihrem Vorgesetzten nicht einschüchtern lassen. Machen Sie sich wegen einer drohenden Kündigung keine Sorgen. So leicht kann man einen Arbeitnehmer wegen angeblichen Fehlverhaltens nicht aus dem Betrieb werfen. Um Ihnen vorweg die Angst vor einer Kündigung zu nehmen: Eine Kündigung wegen Mobbings, also eine verhaltensbedingte Kündigung, setzt nämlich grundsätzlich voraus, dass der Arbeitgeber zuvor eine erfolglose Abmahnung ausgesprochen hat. Darin muss der Arbeitgeber den Vorwurf bezeichnen und für den Wiederholungsfall zumindest sinngemäß eine Kündigung androhen. Nur bei besonders schweren Pflichtverstößen ist eine sofortige Kündigung ohne vorherige Abmahnung möglich, z. B. bei Diebstahl am Arbeitsplatz. Außerdem ist man einer ungerechtfertigten Kündigung nicht schutzlos ausgeliefert und kann stets gerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen (Kündigungsschutzklage).

Zudem sehe ich nach Ihrem Vortrag ohnehin keinen Pflichtverstoß Ihrerseits, der Grundlage für eine Abmahnung sein könnte. Wenn Sie durch Ihren Vorgesetzten regelmäßiger Anfeindung, Schikane oder Diskriminierung ausgesetzt sind, müssen Sie das keineswegs so hinnehmen. Wenn Sie Ihren Vorgesetzten dann zu Recht gegenüber dem Betriebsrat des Mobbings bezichtigen, dann ist das also Ihrerseits kein Mobbing, sondern Sie wären selbst das Opfer von Mobbing und es war Ihr gutes Recht, sich dagegen zur Wehr zu setzen.

In diesem Fall haben Sie genau richtig gehandelt, indem Sie sich an den Betriebsrat gewandt haben. Zu diesem sollten Sie neben der E-Mail auch das persönliche Gespräch suchen, damit Ihr Anliegen mit der nötigen Aufmerksamkeit verfolgt wird. Unter Umständen kann unter Vermittlung des Betriebsrats sogar der Streit geschlichtet und so der Betriebsfrieden wiederhergestellt werden. Sollten Sie das mit Ihrem direkten Vorgesetzten für aussichtlos halten, könnte Ihnen der Betriebsrat auch dabei behilflich sein, sich an den nächsthöheren Vorgesetzten zu wenden. Oder Sie übernehmen das in Eigenregie und wenden sich selbst an den Chef Ihres Vorgesetzten, damit dieser gegen Ihren Vorgesetzten einschreitet.

Denn der Arbeitgeber ist aufgrund seiner Fürsorgepflicht gehalten, das Persönlichkeitsrecht seiner Beschäftigten zu schützen, und zwar auch vor Belästigungen durch Dritte wie z. B. Arbeitskollegen oder Vorgesetzte. Konkret muss der Arbeitgeber seine Beschäftigten vor Mobbing am Arbeitsplatz schützen. Hierfür stehen ihm gegen den mobbenden Arbeitnehmer neben der Rüge oder Ermahnung die Abmahnung oder Versetzung und als allerletztes Mittel auch die Kündigung zur Verfügung.

Schafft das alles keine Abhilfe und wird die Situation für Sie unerträglich, schafft es möglicherweise eine Erleichterung, sich krankschreiben zu lassen. Dabei sollte der behandelnde Arzt wahrheitsgemäß über die Verhältnisse am Arbeitsplatz informiert werden, damit er, sollte es zu einem gerichtlichen Verfahren kommen, ein aussagefähiges Attest über die Ursachen der Arbeitsunfähigkeit schreiben kann.

Schließlich können Sie einen mobbenden Vorgesetzten/Arbeitskollegen auch persönlich gerichtlich auf Unterlassung in Anspruch nehmen; gegen den Arbeitgeber können möglicherweise Schadensersatzansprüche bestehen, wenn er seiner Fürsorgepflicht nicht nachkommt. Auch ein Schmerzensgeldanspruch kommt in Betracht, wenn es durch das Mobbing zu einer Gesundheitsschädigung und/oder einer Verletzung des Persönlichkeitsrechts von einiger Erheblichkeit kommt.

Für ein erfolgreiches (insbesondere gerichtliches) Vorgehens ist es sehr wichtig, dass Sie Beweise für das Mobbing sammeln, auch wenn Sie derzeit noch keine gerichtliche Auseinandersetzung vorhaben. Dazu sollten Sie ein „Mobbingtagebuch" führen und jeden Mobbing-Vorfall sorgfältig darin festhalten.

Welche Vorgehensweise für Sie am effektivsten ist, besprechen Sie am besten vor Ort mit einem Rechtsanwalt. Hierfür bietet sich ein Kollege mit Schwerpunkt im Arbeitsrecht an.

Ich hoffe, Ihnen hiermit einen ersten Überblick über die Rechtslage verschafft zu haben, und wünsche Ihnen für Ihre Rechtsdurchsetzung alles Gute und viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen

Felix M. Safadi
Rechtsanwalt

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Allgemeine Hinweise:

Bitte erlauben Sie mir noch den obligatorischen Hinweis, dass es sich bei dieser Antwort lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des allein auf Ihren Angaben basierenden Sachverhalts handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen weiterer Angaben kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

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