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Mein Arbeitgeber will mich loshaben

09.10.2014 07:31 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Liubov Zelinskij-Zunik, M.mel.


Zusammenfassung: Aufhebungsvertrag und Arbeitszeugnis

Ich würde das letzte Jahr extrem terrorisiert. Den Terror kann ich nicht beweisen.

Mein Arbeitgeber möchte mich loshaben, ich habe aber eine sehr lange Kündigungsfrist,weil ich seit 2000 in dem Betrieb arbeite.
Zum 31.12.2014 geht eine Kollegin in Rente
Wir sind dann nur noch 9,5 Mitarbeiter.

Das bedeutet ja ich habe eine Grundkündigungsfrist von 4 Wochen,wenn nich anders geregelt. KEin Kündigungsschutzgesetz.Das bedeutet ja im Prinzip ich bin rechtelos.

Mir wurde per Flurfunk schon mitgeteilt, das mir zu diesem Zeitpunkt (31.12.2014) etwas untergeschobben wird oder mir mein Arbeitgeber aufgrund angeblich zu langsamer Arbeit einfach kündigt.
Ich lasse nichts liegen, ich bearbeite, das was ich bekomme und meinen Kunden haben sich nie beschwert. Wie soll ich weiterarbeiten?

Empfehlen Sie mir den Gang zu einem Ihrer Kollegen in meiner Nähe?
Oder soll ich einfach aufgeben?? Was eine Sperrzeit für mich von 12 Wochen bedeutet?
Hat man bessere CHANCEN sein Arbeitzeugnis einzuklagen,wenn man aufgibt oder weitermacht?

Über eine erste Grundeinschätzung wäre ich dankbar.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Frage, ob das KSchG für Sie anwendbar ist muss noch mal geprüft werden. Denn:
Ob das Kündigungsschutzgesetz auf ein Arbeitsverhältnis
Anwendung findet, hängt ab von der Größe des
Betriebes (oder der Verwaltung) und vom Beginn des
Arbeitsverhältnisses.
Hat das Arbeitsverhältnis am 1. Januar 2004 oder danach
begonnen, findet das Kündigungsschutzgesetz
Anwendung, wenn in dem Betrieb in der Regel mehr
als zehn Arbeitnehmer (ausschließlich der Auszubildenden)
beschäftigt sind.
Hat das Arbeitsverhältnis bereits am 31. Dezember
2003 bestanden, findet das Kündigungsschutzgesetz
Anwendung, wenn in dem Betrieb am 31. Dezember
2003 in der Regel mehr als fünf Arbeitnehmer (ausschließlich
der Auszubildenden) beschäftigt waren,
die zum Zeitpunkt der Kündigung des Arbeitsverhältnisses
noch im Betrieb beschäftigt sind. Arbeitnehmer,
die nach dem 31. Dezember 2003 neu eingestellt
worden sind, werden hierbei nicht mitgezählt.

Ja, ich würde eine Beratung empfehlen, zumindest um die Frage zu klären, ob das KSchG für Sie anwendbar ist.

Bei einer umfassenden Vertretung (=über eine Beratung hinaus) ist jedoch zu berücksichtigen, dass nach § 12a Arbeitsgerichtsgesetz im Arbeitsgerichtsverfahren erster Instanz keine Erstattung von Anwaltskosten erfolgt.

Wenn die Arbeitsatmosphäre so unerträglich ist, wäre ein Aufhebungsvertrag überlegungswert. Dort kann man den Inhalt des Arbeitszeugnisses regeln. Sie können dem Arbeitgeber einen Textvorschlag machen.


Der Abschluss eines Aufhebungsvertrages führt in der Regel zur Sperrzeit.
Die Arbeitsgerichte vertreten die Auffassung, dass bei einer drohenden rechtmäßigen Kündigung im Regelfall ein wichtiger Grund für das Lösen des Arbeitsverhältnisses vorliegt, der die Verhängung einer Sperrzeit ausschließt. Das Interesse des Arbeitnehmers an einer Abfindung ist dabei im Rahmen der gebotenen Interessenabwägung als schützenswert anzusehen.
Ein wichtiger Grund für den Abschluss eines Aufhebungsvertrags liegt laut Geschäftsanweisung (GA) der Bundesagentur für Arbeit zu § 159 SGB III vor, wenn
• der Arbeitgeber betriebsbedingt unter Einhaltung der Kündigungsfrist zum selben Zeitpunkt gekündigt hätte (d. h. eine betriebsbedingte Kündigung mit Bestimmtheit in Aussicht gestellt worden ist), und
• die Kündigungsfrist eingehalten worden wäre (d. h. eine Arbeitgeberkündigung unter Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist zu demselben Zeitpunkt wirksam geworden wäre, zu dem das Beschäftigungsverhältnis durch Aufhebungsvertrag geendet hat), und
• der Arbeitnehmer nicht unkündbar war (d. h. kein besonderer Kündigungsschutz vorlag), und
eine Abfindung in Höhe von 0,25 bis zu 0,5 Monatsentgelten (brutto) pro Beschäftigungsjahr gezahlt wird (gilt noch als wesentlicher wirtschaftlicher Vorteil).


Weitergehende Information:

http://www.google.de/url?sa=t&;rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&ved=0CCMQFjAA&url=http%3A%2F%2Fwww.arbeitsagentur.de%2Fweb%2Fwcm%2Fidc%3FIdcService%3DGET_FILE%26dDocName%3DL6019022DSTBAI407897%26RevisionSelectionMethod%3DLatest&ei=8ig2VOqkG-r4yQPL14JA&usg=AFQjCNGoaMNeKBv-vKZMtTgHXChNzB5olA&bvm=bv.76943099,d.bGQ

http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitszeugnis

http://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/a163-kuendigungsschutz.pdf?__blob=publicationFile




Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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