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Mehrwertsteuer Reisebüro in nebenberuflicher Selbstständigkeit

28.09.2016 09:19 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Busch


Sehr geehrte Damen und Herren,
seit März 2009 bin ich mit einem mobilen (von 2012 – 2016 auch stationären) Reisebüro nebenberuflich selbstständig.

Von 2009 bis 2014 hatte meine Einkommensteuererklärung bei einem Lohnsteuerhilfeverein machen lassen. Ich weiß, eigentlich darf man dort Selbstständige nicht beraten, aber er hatte es mir damals angeboten und machte mir einen kompetenten Eindruck, weshalb ich aus Kostengründen bei ihm blieb.

Ich arbeite bei meiner Reisevermittlung mit einem anderen Reisebüro (welches in Vollzeit geführt wird) zusammen und bekomme von dort jeden Monat eine Provisionsabrechnung – teilweise -inklusive Mehrwertsteuer (komischerweise werden auf Teile der Leistungen MwSt. gezahlt, auf andere wiederum nicht).

Nun, jedenfalls fragte ich den Herrn des Lohnsteuerhilfevereins schon vor einigen Jahren, ob ich die mir ausgezahlte MwSt. ans Finanzamt weiterleiten muss. Er sagte mir dazu, dass solange mein Geschäftspartner mir die Rechnungen schickt und mir dann daraufhin das Geld überweist, müsste ich die MwSt. nicht weitergeben. Anders wäre es, wenn ich selbst Rechnungen mit Umsatzsteuer schreiben würde.
Also habe ich die Umsatzsteuer einbehalten.

Im letzten Jahr (weil der Herr des Lohnsteuerhilfevereins in Rente ging) bin ich zum ersten Mal zu einem Steuerberater gegangen. Dieser sagt mir auf meine Nachfrage hin, dass ich doch verpflichtet wäre die Steuer weiterzuleiten.
Um sicher zu gehen habe ich dann noch den Steuerberater meines Geschäftspartners gefragt (weil ich mir dachte, dass er sich im Reisebürobereich besser auskennt) und der sagte mir dann wiederum, ich müsste die Steuer tatsächlich nicht abführen (spezielles Steuergesetz für Reisebüros!?).

Vielleicht als Hinweis noch: Meine Provisionsabrechnungen lagen, bis auf das Jahr 2015, pro Jahr nie über 17500,- €. Wie gesagt 2015 war es etwas mehr. Allerdings müssen meine Ausgaben von diesen Beträgen noch abgezogen werden, sodass ich mit meinem Gewinn vor Steuern nie über 17500,- € lag, auch 2015 nicht.

Jetzt natürlich meine Frage: Muss ich die Mehrwertsteuer ans Finanzamt abführen oder nicht???
Im Voraus schon herzlichen Dank für Ihre Hilfe!!!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Wenn Sie selbständiger Unternehmer sind und Leistungen erbringen, die dem Umsatzsteuergesetz unterfallen - dafür spricht, dass Sie Provisionsabrechnungen mit ausgewiesener Umsatzsteuer erhalten - dann haben Sie eine Umsatzsteuererklärung abzugeben und die erhaltene Umsatzsteuer an das Finanzamt abzuführen, sofern Sie nicht ausdrücklich gegenüber dem Finanzamt erklärt haben, dass Sie Kleinunternehmer sind.

Letzteres haben Sie wohl nicht getan. Es ist Ihnen zu raten, Ihre Provisionsabrechnungen zusammen zu suchen und einen lokalen Steuerberater aufzusuchen, mit diesem einen richtigen Beratungstermin zu vereinbaren (nicht nur zwischen Tür und Angel fragen) und diesem unter Schilderung Ihrer exakten Tätigkeit und unter Vorlage der Provisionsabrechnungen prüfen zu lassen, ob Sie umsatzsteuerpflichtige Leistungen ausführen und hierfür eine Umsatzsteuererklärung abgeben müssen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass dies der Fall ist, ist angesichts Ihrer Schilderung tatsächlich groß, ohne exakte Kenntnis der Abrechnungen jedoch und Ihrer Leistungen kann das auf die Distanz nicht beurteilt werden. Wenn Sie insbesondere das Schreiben des Bundesfinanzministeriums über die Vermittlung grenzüberschreitender Personenbeförderungsleistungen im Luftverkehr durch Reisebüros ansehen, so werden Sie erkennen, dass die Prüfung tatsächlich im Detail anhand der von Ihnen vermittelten Leistungen und der Zahlungsflüsse erfolgen muss.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 29.09.2016 | 10:25

Sehr geehrter Herr Anwalt,
vielen Dank für Ihre Antwort. Ich hatte meinen neuen Steuerberater nicht nur "zwischen Tür und Angel" gefragt, er hatte im letzten Jahr ja meine Einkommenssteuererklärung schon durchgeführt. Bei diesen Terminen wurde auch über die Abgabe der Umsatzsteuer gesprochen. Er sagte mir dann ja, dass ich sie zahlen müsste. Da ich aber zwei gegenteilige Aussagen bekam (Lohnsteuerhilfeverein und Steuerberater Geschäftskollege), war ich mir sehr unsicher und bevor ich viele 1000 Euro ans Finanzamt zahle, möchte ich es dann doch ganz genau wissen.

Nachfrage: Wie genau muss ich mich "ausdrücklich beim Finanzamt als Kleinunternehmer" erklären? Genügt die Anmeldung beim Gewerbeamt als Kleinunternehmer bzw. als Selbstständiger im Nebenerwerb oder muss ich das nochmal gesondert direkt beim Finanzamt machen und hätte dies dann zur Folge, dass ich die Umsatzsteuer doch nicht abführen müsste?
Nochmals vielen Dank und beste Grüße!!!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.09.2016 | 12:42

Dies muss direkt beim Finanzamt - am besten durch den Steuerberater beantragt werden und ist nur für die Zukunft möglich. Die Umsatzsteuer für bislang aufgelaufene Sachverhalte ist davon also nicht betroffen.

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