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Mehrkosten Parkett bei Mängeln

28.01.2017 17:18 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Eine Eigentumswohnung wurde von Bauträger gekauft. Statt der im Vertrag vorgesehen Bodendielen, wurden teuerere Dielen direkt beim Parkettleger vom Bauträger geordert (aber in Absprache und mit dem Einverständnis des Bauträgers). Wir wissen, dass dies keine gute Idee ist, aber es ist jetzt leider so. Die Rechnung vom Parkettleger ging nur über die Mehrkosten gegenüber den Standarddielen. Bei Abnahme des Sondereigentums wurden von unserem Gutachter Mängel, welche die Verlegung des Parketts betreffen, festgestellt. Die Rechte am Mangel wurden im Abnahmeprotokoll vorbehalten, ausserdem wurde der Mangel eingestanden. Dem Parkettleger haben wir geschrieben, dass seine Rechnung über die Mehrkosten noch nicht fällig ist, da wir den Parkett noch nicht abgenommen haben und haben die Rechnung nicht gezahlt (und es kam auch keine Mahnung).
Nun hat der Bauträger nach mehrmaliger schriftlicher Fristsetzung zur Behebung nicht reagiert, so dass wir von einer Verweigerung zur Nachbesserung ausgehen. Die Behebung des Mangels betrifft nun aber leider auch die Mehrkosten, da man einen guten Teil des Parketts ersetzen müsste.
Uns ist jetzt nicht ganz klar, an wen wir uns wenden müssen um die Kosten einer Selbstvornahme erstattet zu bekommen. Klar ist, dass der Mangel die Verlegung und nicht das Material betrifft.
Daher folgende Fragen:
1) Müssten wir die Mehrkosten dem Parkettleger trotz mangelhafter Verlegung bezahlen, da er ja eigentlich das richtige Material geliefert hat?
2) Wer muss die Kosten für einen Kostenvoranschlag und auch die Kosten zur eventuellen Selbstvornahme (inklusive Mehrkosten Dielen) übernehmen? Bauträger, Parkettleger oder beide?
(der Bauträger könnte ja sagen, er schuldet nur den Standard, die Mehrkosten sind nicht seine Sache, genauso könnte der Parkettleger auf seine Mehrkosten bestehen, da ja nur die Verlegung falsch war...)
3) Oder im ungünstigsten Fall, bleiben wir eventuell auf den Mehrkosten hocken?
4) Können Sie uns eine Empfehlung für das weitere Vorgehen geben, unter der Vorraussetzung, dass der Bauträger die Nachbesserung verweigert? Wir könnten uns dabei sowohl eine Selbstvornahme als auch die Erstattung der Kosten, welche eine Selbstvornahme kosten würde, vorstellen.

Mit freundlichen Grüssen,
der Fragesteller
28.01.2017 | 18:11

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,


sofern der Parkettleger nur das mangelfreie Material geliefert hat, wird ihm nichts vorzuwerfen sein, so dass dann diese Lieferung zu zahlen ist.

Entscheidend ist aber die genaue vertragliche Vereinbarung, die aus Ihrer Sachverhaltsdarstellung nicht komplett deutlich wird, so dass alle Verträge auf jeden Fall weitergehend zu prüfen sind.

Denn sollte der Parkettleger als Subunternehmer für den Bauträger tätig geworden sein, besteht zum Parkettleger wohl kein Vertragsverhältnis, aus dem die Zahlung abgeleitet werden könnte.

Daher sind die Verträge genau zu prüfen.

Ansonsten ist das mangelfreie Material zu zahlen.


Sollte der Parkettleger aber nicht nur das Material geliefert, sondern auch die Verlegung - die ja mangelhaft ist - durchgeführt haben, steht Ihnen ein Zurückbehaltungsrecht auch hinsichtlich der Materialkosten zu, da man es dann als ein zusammenhängendes Gewerk ansehen wird, da dann ein sogenannter Werklieferungsvertrag nach § 651 BGB vorliegen dürfte.



Ist der Parkettleger als Subunternehmer für den Bauträger (vermutlich) aufgetreten, wird (auch insoweit kommt es aber auf die genaue vertragliche Situation an) allein der Bauträger Ihr Vertragspartner und dann einziger Ansprechpartner sein.

Auch die Tatsache, dass beim Parkettleger hochwertigeres Material direkt gekauft worden ist, ändert dann daran ist - auch in diesem Fall bleibt der Bauträger der einzige und richtige Ansprechpartner, da er dann für Verschulden des Subunternehmers (fehlerhafte Verlegung) Ihnen gegenüber als Vertragspartner einzustehen hat.


Da es dann ein echter Schadenersatz ist, wird der Bauträger dann auch die Mehrkosten der teueren Dielen zu tragen haben.


Sie sehen, entscheidend ist die genaue vertragliche Vereinbarungen der Beteiligten.

Da ist die einzig zielfördende Empfehlung, mit allen Unterlagen und Verträgen einen Anwalt aufzusuchen, um die genaue vertragliche Situation zu klären.


Wird man (vermutlich) zu dem Ergenbis kommen, dass allein der Bauträger Ihr Ansprechspartner ist, ist dieser nachweisbar schriftich über den Mangel zu informieren und unter Fristsetzung aufzufordern, die Boden mangelfrei herzustellen - alle Kosten hätte der Bauträger dann zu tragen.


Sofern Sie eine Erstvornahme andenken, müssen Sie zunächst gleichwohl zur Erfüllung (=mangelfreie Herstellung) vergeblich aufgefordert haben.

Auch sollten Sie überleben, ob Sie wirklich eine Ersatzvornahme möchten; denn die Gewährleistung für diese Erstazvornahme wäre dann nicht mehr von Bauträger zu leisten, so dass es in der Regel immer sinnvoller ist, als Erfüllung zu gehen; mögliche weitergende Schadenersatzansprüche können daneben zusätzlich geltend gemacht werden.

Auch daher wird die anwaltliche Beratung sicherlich mehr als sinnvoll sein.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg




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