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Mehrfacher Diebstahl vor 2 Jahren

04.06.2021 10:00 |
Preis: 50,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


11:39

Meine Frage bezieht sich auf einen wiederholt begangenen Diebstahl.
Ich habe als Minijobberin in einem Kaufhaus gearbeitet. Dort habe ich in einem halben Jahr mehrere Male immer wieder Waren entwendet. Habe dann von selbst dort gekündigt, u.a. weil ich mich so geschämt habe für meine Taten. Ich schätze Warenwert der Diebstähle etwa 1.500,00 Euro. Nun wurde ich nachträglich (nach 2 Jahren) erwischt, weil man den Pauseraum wegen Diebstahlsverdacht verdeckt überwacht hat und diese Videos jetzt erst angesehen wurden. Man sieht also auf dem Video wie ich bei mehreren Gelegenheiten die Sachen in meinen Rucksack packe und den Laden verlasse. Dazu kommt, dass ich die Waren erst auch noch entsichert habe, weil sie mit einem Pieper ausgestattet waren, der beim Verlassen des Ladens Alarm schlägt.
Einige der Waren habe ich online verkauft, vieles aber auch gespendet oder behalten.

Ich bin nicht vorbestraft und weiß meine Taten waren absolut dämlich. Ich schäme mich unendlich dafür und möchte nun wissen ob mir eine Gefängnisstrafe blüht? Ich habe mich beim Ladeninhaber per Post entschuldigt und habe angeboten den Schaden in voller Höhe zu begleichen.
Muss ich ins Gefängnis? Ich habe mir in den letzten 2 Jahren nichts zu Schulden kommen lassen.
Ich bin absolut verzweifelt und hoffe Sie können mir eine Ersteinschätzung nennen, mit was ich zu rechnen habe.
Einen Strafverteidiger werde ich mir selbstverständlich noch besorgen.
Vielen Dank

04.06.2021 | 10:58

Antwort

von


(24)
Wegbornstr. 9
34630 Gilserberg
Tel: 06696/911175
Web: https://ra-vestweber.de/
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,

bitte beachten Sie, dass Abweichungen von der Sachverhaltsschilderung zu einem anderen Ergebnis führen können. Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:


Im Grunde kann ich Sie beruhigen. Wenn Sie bisher gegenüber dem Ladeninhaber lediglich zugegeben haben die Taten begangen zu haben und noch keine Angaben zu den einzelnen Diebstahlstaten und insbesondere zur Verwertung der gekauften Gegenstände gemacht haben und erst mit Ihrem Verteidiger sprechen, dann wird die Strafe nicht besonders hoch ausfallen.

Eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung ist dann eigentlich ausgeschlossen.


Aus meiner Sicht, kommt bei einer „klugen" Verteidigung aus den gemachten Angaben lediglich Diebstahl (ggf. je nach Warenwert auch Diebstahl geringwertiger Sachen) in Tatmehrheit in Betracht.

Für Sie spricht in diesem Fall, dass Sie nicht vorbestraft sind, die letzten 2 Jahre sich ebenfalls nichts zuschulden kommen lassen haben und die Taten auch gegenüber Ihrem Ex-Chef zugegeben haben. Weiter wollen Sie den Schaden ersetzen (am besten machen Sie dies auch, der Ex- Chef wird wohl nichts dagegen haben. Wenn doch, dann schreiben Sie erneut konkret, dass Sie den Schaden ersetzen und bitten um eine Bankverbindung).

Aus Ihren Angaben geht jetzt nicht hervor, ob schon ein Strafantrag gestellt ist. Falls der Ex-Chef den Schaden ersetzt bekommt, könnte er vielleicht davon absehen und es würden wahrscheinlich gar keine Ermittlung aufgenommen werden. Falls er dennoch einen Strafantrag stellt oder gestellt hat, könnte man sogar eine Einstellung des Verfahrens nach § 153a StPO erreichen.


Falls keine Einstellung erfolgen sollte, dann kommt es darauf an, wie viele Diebstahlstaten insgesamt begangen worden sind. Diebstahl wird nach § 242 Abs. 1 StGB mit einer Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe geahndet. In der Regel kommt bei Ersttätern eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen bei einer Tat heraus. Bei mehreren Straftaten (Diebstahl) werden alle Taten zusammengenommen und eine Gesamtstrafe gebildet.

Nochmal:
Ich sehe hier sogar Chancen, dass es gar nicht zu einer Verhandlung kommen muss. Falls doch, dann aber keine Freiheitsstrafe ohne Bewährung.

Gerne stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit persönlich für Rückfragen zur Verfügung, wenn Sie in dem geschilderten Fall noch weitere Hilfe benötigen.


Mit freundlichen Grüßen

Philipp Vestweber
Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 04.06.2021 | 11:12

Lieber Herr Vestweber,

ich möchte hier noch kurz meine Angaben ergänzen, damit Sie den Fall ggfs. genauer abschätzen können.
Gegenüber dem Ladeninhaber und auch sonst niemandem habe ich den Weiterverkauf der Waren erwähnt. Dies könnte man nur über Chatverläufe oÄ nachweisen. Die Tat fand in Bayern statt falls es da Unterschiede in der Rechtsprechung geben sollte.
Die Waren hatten unterschiedliche Werte, einige nur wenige Euro, manche aber auch ca. 100 Euro.
Ein Strafantrag wurde bereits gestellt, daher ist eine Rücknahme durch den Ladeninhaber nicht mehr möglich soweit ich weiß.

Insgesamt waren es ca. 20 Gelegenheiten bei denen ich gestohlen habe, immer ganz unterschiedliche Dinge.
Wird mein Diebstahl ggfs. unter schweren Diebstahl eingeordnet bzgl. der Entfernung der Diebstahlsicherung? Ändert das etwas am Strafmaß?
Ich kann seit Tagen nicht mehr schlafen, weil ich nicht ins Gefängnis gehen will - ja das sollte man sich vorher überlegen ich weiß, aber ich bereue meine Tat wirklich sehr.

Ich danke Ihnen vielmals.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 04.06.2021 | 11:39

Guten Tag,

1. ein Strafantrag kann unter gewissen Umständen schon zurückgenommen werden. In Ihrem Fall jedoch nicht, denn ein Diebstahl ist kein Antragsdelikt (anders bei Diebstahl geringwertiger Sachen).

2. Ob die Tat in Bayern stattfand ist im Grunde unerheblich. Bei dem Strafgesetzbuch handelt es sich um ein einheitliches Bundesgesetz.

3. Bei 20 Taten wird es wahrscheinlich dann nicht mehr bei einer Geldstrafe bleiben. Auch eine Einstellung kann man dann kritisch sehen. Aber eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung sehe ich noch immer nicht, außer es tritt (4.) ein.

4. Wegen der Sicherungsetiketten kommt kein Diebstahl im besonders schweren Fall in Betracht. Eventuell aber ein besonders schwerer Fall wegen Gewerbsmäßigkeit (daher auch meine Anmerkungen). Hier kommt es dann darauf an, was die Staatsanwaltschaft feststellt und anklagen wird. Ein Verteidiger ist (auch in dem jetzigen Stadium) nicht verkehrt.




Ergänzung vom Anwalt 04.06.2021 | 11:44

Ergänzung:
Und auch wenn ein gewerbsmäßiger Diebstahl festgestellt werden sollte, ist eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung auch kaum denkbar. Aber zumindest nicht ausgeschlossen.

ANTWORT VON

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