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Mehrfacher Diebstahl

30.04.2008 08:40 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Im Dezember (6.12.07) letzten Jahres bin ich bei einem Diebstahl von Kleidung in Höhe von Euro 500,-- erwischt worden und bin im März zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen verurteilt worden. Davor bin ich noch nie strafrechtlich in Erscheinung getreten.
Im Dezember (14.12.07) letzten Jahres habe ich auch eine Digitalkamera in einem Elektromarkt entwendet. Der Diebstahl wurde per Videokamera aufgezeichnet und zur Anzeige gebracht. Wurde bei einem Erneuten Betreten des Marktes (hatte die Kamera dabei) festgehalten. Leider war ich so dumm und habe das Geschäft mit der gestohlenen Ware betreten.
Die Diebstähle im Dezember letzten Jahres waren die einzigen in meinem Leben. Habe vorher noch nie etwas gestohlen und habe keiner Vorstrafen.
Allerdings beträgt die Gesamtsumme der Diebstähle fast Euro 900,--
Nun meine Frage:
Welche Strafe erwartet mich für den 2. Diebstahl? Freiheitsstrafe? Ohne Bewährung?
Meine persönliche Situation: ich habe 2 Kinder zu versorgen und werde ab Juni eine neue Arbeitsstelle antreten. Ich muss arbeiten, um das Haushaltseinkommen zu verdienen. Mein Ehepartner verdient "nur" Euro 1000,-- im Monat.

UPDATE:

Habe jetzt Post vom Amtsgericht bekommen. Und zwar eine Anklageschrift der Staatsanwaltschaft wegen Vergehen des Diebstahls nach § 242 StGB: Diebstahl .

Im Brief steht, dass ich die Vornahme einzelner Beweiserhebungen vor der Entscheidung über die Eröffnung des Hauptverfahrens beantragen oder Einwendungen gegen die Eröffnung des Hauptverfahrens vorbringen kann.

Kann ich jetzt noch eine Verhandlung abwenden? Wenn ja, wie? Welche Strafe erwartet mich bei einer Verhandlung? Wie schwer ist ein Diebstahl nach $242?

Sehr geehrter Fragestellerin,

vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich den Zweck hat, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Nun zu Ihrer Frage bzw. Ihrem Anliegen, welche ich unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworte:

Für Diebstahl sieht das Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe vor. So wie Sie die Sache schildern, ist die Tat vom 14.12.2007 mit der Tat vom 09.12.2007 gesamtstrafenfähig. Daher wird das Gericht wohl eine Gesamtgeldstrafe nach § 55 StGB: Nachträgliche Bildung der Gesamtstrafe bilden, deren Höhe sich an Ihrem monatlichen Nettoeinkommen orientiert.
Die Eröffnung des Hauptverfahrens und die Durchführung einer Hauptverhandlung werden Sie meines Erachtens nicht abwenden können, da Sie bereits einschlägig strafrechtlich in Erscheinung getreten sind.

Ich hoffe, Ihnen einen Überblick über die Rechtslage gegeben zu haben. Bei Nachfragen machen Sie bitte von der Möglichkeit Gebrauch, mir eine E-Mail zu schicken.


Mit freundlichen Grüßen
Carsten Dreier

Anhang

§ 55 StGB: Nachträgliche Bildung der Gesamtstrafe Nachträgliche Bildung der Gesamtstrafe
(1) 1Die §§ 53 und 54 sind auch anzuwenden, wenn ein rechtskräftig Verurteilter, bevor die gegen ihn erkannte Strafe vollstreckt, verjährt oder erlassen ist, wegen einer anderen Straftat verurteilt wird, die er vor der früheren Verurteilung begangen hat. 2Als frühere Verurteilung gilt das Urteil in dem früheren Verfahren, in dem die zugrundeliegenden tatsächlichen Feststellungen letztmals geprüft werden konnten.
(2) 1Vermögensstrafen, Nebenstrafen, Nebenfolgen und Maßnahmen (§ 11 Abs. 1 Nr. 8), auf die in der früheren Entscheidung erkannt war, sind aufrechtzuerhalten, soweit sie nicht durch die neue Entscheidung gegenstandslos werden. 2Dies gilt auch, wenn die Höhe der Vermögensstrafe, auf die in der früheren Entscheidung erkannt war, den Wert des Vermögens des Täters zum Zeitpunkt der neuen Entscheidung übersteigt.

§ 54 StGB: Bildung der Gesamtstrafe Strafgesetzbuch Bildung der Gesamtstrafe
(1) 1Ist eine der Einzelstrafen eine lebenslange Freiheitsstrafe, so wird als Gesamtstrafe auf lebenslange Freiheitsstrafe erkannt. 2In allen übrigen Fällen wird die Gesamtstrafe durch Erhöhung der verwirkten höchsten Strafe, bei Strafen verschiedener Art durch Erhöhung der ihrer Art nach schwersten Strafe gebildet. 3Dabei werden die Person des Täters und die einzelnen Straftaten zusammenfassend gewürdigt.
(2) 1Die Gesamtstrafe darf die Summe der Einzelstrafen nicht erreichen. 2Sie darf bei zeitigen Freiheitsstrafen fünfzehn Jahre, bei Vermögensstrafen den Wert des Vermögens des Täters und bei Geldstrafe siebenhundertzwanzig Tagessätze nicht übersteigen; § 43a Abs. 1 Satz 3 gilt entsprechend.
(3) Ist eine Gesamtstrafe aus Freiheits- und Geldstrafe zu bilden, so entspricht bei der Bestimmung der Summe der Einzelstrafen ein Tagessatz einem Tag Freiheitsstrafe.

§ 242 StGB: Diebstahl Strafgesetzbuch Diebstahl
(1) Wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.

Rückfrage vom Fragesteller 30.04.2008 | 09:19

Halten Sie eine Haftstrafe ohne Bewährung für möglich?

Ergänzung vom Anwalt 30.04.2008 | 09:30

Eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung erscheint mir in Ihrem Falle nicht angezeigt, da Sie unverhältnismäßig wäre und nicht in einem angemessenen Verhältnis zu Tat stände.

Mit freundlichen Grüßen
Carsten Dreier

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