Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Mehrfacher Ausfall einer Hallenheizung Gewerbe

05.11.2012 07:57 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich benötige ein Musterschreiben welches ich an unseren Vermieter senden kann.

In den letzten 3 Jahren ist in unserer angemieteten Lagerhalle insgesamt ca. 15 - 20 mal die Heizungsanlage ausgefallen. Die Ausfälle dauerten von wenigen Stunden, über einzelne Tage bis hin zu über einem Monat im jetzigen Fall. Im letzten Jahr z.B. viel die Anlage für einen Zeitraum von 14 Tagen bei Aussentemperaturen von bis zu -9 Grad aus. Nach einigen Tagen bekamen wir von unserem Vermieter zumindest ein großes Gasgebläse nebst Gasflasche zur Verfügung gestellt um überhaupt noch Arbeiten zu können. Dieses Jahr sind wir seit Anfang Oktober in Kontakt mit unserem Vermieter weil die Heizung nicht läuft. Dieser ist auch stets bemüht, schafft es aber nicht auf Grund von unzuverlässigen Handwerkern diese wieder zum laufen zu bringen. Als Grund wird uns genannt das sich außer dem unzuverlässigen Heizungsinstallateur niemand mit dieser Art von Heizung auskennen würde da die Heizung alleine durch diesen installiert wurde. Die gesamte Heiztechnik wurde vor ca. 4 Jahren auf Erdwärme umgestellt, sei dem häufen sich diese Problem. Als ein Grund wurde uns die schlechte Qualität des angesaugten Wasser aus der Erde genannt die in regelmäßigen Abständen die Rohre der Saugbrunnen verstopfen, da das Wasser sehr Eisen (Rosthaltig) ist. Das alles interessiert uns nicht, wir möchten einfach heizen können. Auch jetzt hat man uns eine Gasflasche mit großem Gasbrenner hingestellt, die wir aber nicht nutzen möchten aus mehreren Gründen. Zum einen ist das der Platzverbrauch, dann das große Risiko, da wir fast ausschließlich Textilien Lagern. Nach ca. 20 Minuten brennen einem regelrecht die Augen bei dieser Art zu heizen, außerdem wird nur eine teilweise Beheizung der Halle erreicht und das starke Gebläse wirbelt enorme Mengen von Staub durch die Luft.
Unser Vermieter zeigt Verständnis ist aber leider nicht in der Lage Ersatz für den Handwerker zu besorgen der zuverlässig und dauerhaft die Anlage repariert. Unsere Computer und vor allen die Laserdrucker funktionieren bei Temperaturen unter ca. 6-8 Grad nicht mehr zuverlässig, Versandaufkleber lösen sich von den Paketen und Mitarbeiter sind extrem unzufrieden mit der Situation. Wir möchten auf diesem Wege den nötigen Druck ausüben, evtl. Mietminderung vornehmen und die Möglichkeit vorbehalten, vorzeitig aus dem Mietvertrag aussteigen zu können falls nötig (Laufzeit immer ein Jahr) mit Kündigunsfrist 3 Monate. Einzug war 15 August 2006. Letzlich kommen auch Schadenersatz in Frage wenn wir nicht mehr arbeiten können da die Technik unserer EDV streikt. Bisher wurde alles telefonisch oder persönlich besprochen, Zeugen gibt es mehrere.

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrte Ratsuchende,



Sie haben vollkommen Recht, wenn Sie ausführen, dass die Vermieterprobleme mit unzuverlässigen Handwerkern Sie nicht zu interessieren haben. Dieses ist allein das Vermieterrisiko.

Sie als Mieterin haben einen durchsetzbaren Anspruch auf überlassung der Mieträume zu dem zugesicherten oder vertraglich vereinbarten Zweck. Und dazu gehört auch die Beheizbarkeit der Mieträume (sofern keine Kältekammer gemietet worden ist) mit mindestens 20°.

Dabei sind Sie auch nicht auf die abenteuerlichen Versuche des Vermieters mit den Gasflaschen / -brenner angewiesen, die sicherlich nicht nur gegen alle Brandschutzbestimmungen verstoßen werden, sondern in der Tat auch nicht annährend eine vertragsgerechte Beheizbarkeit darstellen.



Sie müssen nun schriftlich den Vermieter diesen Mangel mitteilen und auch deren Folgen in Hinblick auf die eingeschränkte bzw. verhinderte gewerbliche Tätigkeit und setzen ihm eine Frist von höchstens 14 Tagen, den Mangel zu beseitigen und die ordnungsgemäße Beheizbarkeit herzustellen.

Daneben halten Sie die Mietzahlungen in einen Höhe von 20% zurück; auch dieses kündigen Sie dem Vermieter an.

Kündigen Sie weiter an, dass Sie Schadensersatzansprüche dem Grund nach geltend machen. Im Zweifel werden Sie aber die Ursächlichkeit und die Höhe ganz genau darlegen müssen.

Und teilen Sie dem Vermieter weiter mit, dass Ihnen ein Recht zur fristlosen Kündigung zusteht, falls er den Mangel nicht fristgerecht beseitigt und Sie ggfs. von diesem Recht dann Gebrauch machen werden.

Dazu sollten Sie dann aber unbedingt ein Protokoll der Temperaturen (gemessen in Raummitte un ca. 1 m Höhe) fertigen und auch von Zeugen unterzeichnen lassen.


Das alles sollte schriftlich per Einschreiben/Rückschein mitgeteilt werden. Sie können natürlich auch dazu Frage und Antwort ausdrucken und beilegen. Ein "Musterschreiben" nützt Ihnen insoweit dabei nichts, als Sie eben nicht schemenhaft nach Muster vorgehen können, sondern ganz individuell Mängel und deren Auswirkungen benannt werden müssen.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle
Damm 2
26135 Oldenburg

Tel: 0441 / 26 7 26
Fax: 0441 / 26 8 92
mail: ra-bohle@rechtsanwalt-bohle.de
http://www.rechtsanwalt-bohle.de/index.php?tarcont=content/e-mail.inc.php


Nachfrage vom Fragesteller 05.11.2012 | 11:24

Sehr geehrter Herr Bohle,

vielen Dank für Ihre Antwort, ich habe ein Schreiben gemäß Ihren Vorschlägen verfasst in dem ich auch fristlose Kündigung angedroht habe (Frist 14 Tage). Könnten wir, vorausgesetzt die Heizung läuft bis dahin nicht zuverlässig dann schon außerordentlich kündigen oder erst nach weiterer Fristsetzung?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.11.2012 | 11:39

Sehr geehrte Ratsuchende,


wenn Sie die Frist gesetzt haben und der Mangel nicht behoben wird, besteht nach Ihrer Sachverhaltsschilderung das Recht zur fristlosen Kündigung.

Denn die ordnungsgemäße Beheizbarkeit ist nicht gegeben und Sie müssen dann nicht nur mit Unannehmlichkeiten, sondern auch Einkommenseinbußen rechnen. Dazu birgt die "Vermieterlösung" mit der Gasheizung erhebliche Gesundheitsgefahren, die Ihnen nicht zugemutet werden können, zumal Sie ja auch eine Fürsorgepflicht gegenüber Ihren Angestellten haben.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle
Damm 2
26135 Oldenburg

Tel: 0441 / 26 7 26
Fax: 0441 / 26 8 92
mail: ra-bohle@rechtsanwalt-bohle.de
http://www.rechtsanwalt-bohle.de/index.php?tarcont=content/e-mail.inc.php

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70008 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Die Antwort kam schnell, umfangreich und ging auf alle Details unserer Frage ein. Wir sind sehr zufrieden ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Meine Frage wurde sehr ausführlich beantwortet und hat mir weitergeholfen. Vielen Dank Frau Rechtsanwältin. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle und verständliche Antwort! Nur zu Empfehlen! Besten Dank. ...
FRAGESTELLER
Jetzt Frage stellen