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Mehr Verantwortung ohne Anpassung der Vergütung

15.04.2014 18:14 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Elke Scheibeler


Zusammenfassung: Der Grundsatz "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" wird vom deutschen Arbeitsrecht nicht gestützt, sondern ist eine Forderung der Gewerkschaften. Man kann sich lediglich im Anwendungsbereich von Tarifverträgen um die richtige Eingruppierung und so mittelbar um die Vergütung streiten.

Guten Tag,

zur folgendem Sachverhalt bitte ich um eine Einschätzung:

ich habe einen Arbeitsvertrag mit meinem Arbeitgeber abgeschlossen, der auch eine konkrete Stellenbeschreibung beinhaltet. Seit Eintritt ist mein Verantwortungsbereich aber weitaus umfangreicher. Da es sich bei meinem Arbeitgeber aber um ein kleineres Unternehmen handelte, was zum Zeitpunkt meines Eintritts über geringe finanzielle Mittel verfügte, war ich bereit, dies am Anfang in Kauf zu nehmen. Ein Fehler, wie sich immer deutlicher zeigt.
Seit meinem Eintritt kommuniziert mein Arbeitgeber meine Position nach außen hin als leitender Angestellter, auch auf meinen Visitenkarten und allen sonstigen Dokumenten werde ich als leitender Angestellter genannt. Es haben in der Vergangenheit Gespräche zu diesem Thema stattgefunden, in denen ich um entsprechende Ergänzung der tatsächlich ausgeübten Position in meinem Vertrag gebeten habe und auch um entsprechende Vergütung, denn ich liege mit meinem Gehalt extrem unter dem, was Kollegen in gleicher Position nachweislich verdienen. Meine Vorgesetzte hat mich anfänglich vertröstet, nun weigert sie sich, mich lohntechnisch gleichzustellen. Hinzu kommt, dass mein Bereich der erfolgreichste des ganzen Unternehmens ist, dass sich seit Gründung glänzend entwickelt hat.

In Kürze steht ein weiteres Gespräch an, ich bitte um Einschätzung des Sachverhalts und Beratung, ob und wenn ja mit welchen (rechtlich fundierten) Argumenten ich meine Ansprüche auf Gleichbehandlung geltend machen kann.

Vielen Dank im Voraus.



Einsatz editiert am 15.04.2014 18:19:08

Sehr geehrter Fragestellerin,

der Anspruch "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" wird zwar von den Gewerkschaften propagiert, findet sich aber im Arbeitsrecht nur in einem sehr geringen Umfang wieder. Es ist durchaus zulässig, wenn zwei Arbeitnehmer für dieselbe Leistung unterschiedlich vergütet werden, weil der eine bei seinem Eintritt besser verhandelt hat oder der andere bereits länger da ist und in Bezug auf das Gehalt noch von vergangenen üppigeren Zeiten profitiert.

Gewisse Einschränkungen gibt es in Bereichen, in denen Tarifverträge Anwendung finden, so dass man sich um die Eingruppierung in die jeweilige Gehaltsstufe streiten kann. Aber auch solche Rechtsstreite sind in der Regel schwierig.

Sie können natürlich darauf verweisen, dass Ihr tatsächlicher Aufgabenbereich ein ganz anderer ist als der im Vertrag genannte, und ankündigen von Ihrem Zurückbehaltungsrecht Gebrauch zu machen, wenn Ihr Arbeitsvertrag nicht in Bezug auf Aufgabe und Vergütung angepasst wird. Hier riskieren Sie jedoch eine Abmahnung wegen Arbeitsverweigerung und ggf. auch eine - wirksame - Kündigung, wenn ein Arbeitsrichter zu dem Ergebnis kommt, dass der Arbeitsvertrag schlüssig in Bezug auf Ihren neuen Aufgabenbereich abgeändert wurde, Sie also verpflichtet sind, die zusätzlichen Aufgaben wahrzunehmen. Ohne dies genauer geprüft zu haben, könnte hierfür einiges sprechen.

Auch mit dem wirtschaftlichen Erfolg Ihres Bereiches können Sie nur argumentieren, wenn Sie eine Vereinbarung über eine erfolgsbezogene, also umsatz- oder gewinnabhängige Vergütung in Ihrem Arbeitsvertrag haben.

Der Begriff "leitender Angestellter" dürfte nicht helfen, da auch aus dieser Bezeichnung oder auch aus einem entsprechenden Aufstige kein automatischer zusätzlicher Gehaltsanspruch folgt.

Erfolgsversprechend dürfte daher allein eine wirtschaftliche Argumentation sein: Da Sie im Hinblick auf Ihre Leistung unterbezahlt sind, werden Sie sicherlich einen anderen Arbeitgeber finden, der bereit ist, Sie marktgerecht zu vergüten. Sie sollten also Ihre Arbeitgeberin fragen, was es ihr wert ist, dass Sie bleiben.

Mit freundlichen Grüßen

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