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Medikamente gezeigt - Habe ich mich strafbar gemacht?

| 05.06.2020 21:38 |
Preis: 25,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Evgen Stadnik


Aufgrund einer ADHS-Symptomatik im Erwachsenenalter erhalte ich Methylphenidat (unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz) von meiner Ärztin. Ich war bis vor kurzem tätig als Betreuerin in einem Wohnheim. Es kam zu einer Situation, die meine Kündigung forcierte:


Ein Bewohner nahm Tabletten von einem Freund mit zur Gruppe und fragte mich, ob er diese nehme könne. Ich entsorgte die Tabletten und meldete ihm zurück, dass er zum Arzt muss, wenn er Tabletten haben möchte. Er verstand jedoch nicht, wieso, denn in Syrien, da wo er herkomme, wären Tabletten überall erhältlich. Ich erklärte ihm, dass es in Deutschland aber nicht so sei und ich auch wegen meiner Krankheit zum Arzt gehen würde. Daraufhin fragte er, ob er sehen könnte, welche Tabletten ich nehme. Ich zeigte ihm meine Tabletten und sagte, dass ich diese ausdrücklich verschrieben bekommen habe. Einige Wochen später kam es zu einem Streit mit eben diesem Bewohner. Er drohte mir, mir mein Leben zu zerstören. Eine Woche später erhielt ich die fristlose Kündigung, weil der Bewohner behauptete, ich hätte ihm diese Tabletten angeboten. Er hat die Packung wohl fotografiert und das Foto rumgezeigt... Aktuell befinde ich mich in einem Kündigungsschutzprozess. Ich habe Anzeige wegen falscher Verdächtigung erstattet. Aber ich weiß auch, dass die Staatsanwaltschaft, wenn es um BTMG geht oder um Aussagen in dieser Richtung im weiteren Verfahren alles gegen mich verwenden kann, was ich sage oder tue. Der Polizist war jedoch sehr nett zu mir und sagte, keiner kann einfach behaupten, dass ich etwas gemacht haben soll.

Im Nachhinein sehe ich ein, dass mein Verhalten dumm war, weil ich die Tabletten überhaupt gezeigt habe. Aber andererseits hat der Bewohner die Situation anders dargestellt, als sie war. Jetzt ist die Frage, ob ich dafür bestraft werden kann, dass ich diese Tabletten jemanden gezeigt habe? Was ist, wenn die Polizei oder die Staatsanwaltschaft dem Bewohner glaubt? Das Problem ist auch, dass ich momentan im öffentlichen Dienst arbeite. Sollte es was strafrechtliches geben, bin ich über mehrere Jahre raus aus dem Beruf...


Was kommt jetzt auf mich zu?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Lediglich der Umstand, dass Sie die Tabletten gezeigt haben, führt zur keinerlei Strafbarkeit. Da diese Ihnen auch vom Arzt verschrieben worden sind, war der Besitz nicht strafbar.
Wenn der Bewohner allerdings weiterhin behauptet, Sie hätten ihm die Tabletten verkaufen wollen, kann dies dazu führen, dass die Staatsanwaltschaft eine Anklage wegen Handelns mit Betäubungsmitteln erhebt. Sodann gilt es durch die Beweisaufnahme vor dem Strafrichter diesen Vorwurf zu entkräften. Ihr Vortrag im Hinblick auf das Vorzeigen der Tabletten klingt plausibel. Sollte gegen Sie tatsächlich ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden, empfehle ich Ihnen einen Anwalt mit Ihrer Verteidigung zu beauftragen. Dieser könnte die Akte einsehen in der sich die Behauptung des Bewohners befindet und den Vortrag soweit durch Einlassung erschüttern, dass das Ermittlungsverfahren mangels Straftatbestandes eingestellt wird.

Vor der Akteneinsicht empfiehlt sich keinerlei Einlassung zum Vorwurf.

Abschließend möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Antwort, basierend auf Ihren Angaben, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 05.06.2020 | 22:39

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