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Medienrecht, Youtube, Zitatrecht

| 07.04.2020 09:54 |
Preis: 50,00 € |

Medienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking


Guten Tag.

Ich habe vor ein paar Wochen mit einem Freund einen Youtube-Kanal gegründet, auf dem wir Videos zu politischen Themen hochladen.
In diesen selbsterstellten Videos führen wir eigene Argumente und Gedanken zu den verschiedesten Themen auf, es ist eine Art der Kolummne.
Nun meine Frage: Ist es möglich rechtssicher fremde, urheberrechtsgeschütze Bilder, Statistiken, Videoschnipsel,... in diesen Videos als Stütze für unsere eigenen Argumente zu nutzen.
Diese Dateien veranschaulichen oder belegen unsere Meinung, sie sind nicht Hauptbestandteil der Argmentation.
Ich frage auch deshalb, weil ich keine Lust habe, bei jedem Bild den Urheber anzuschreiben oder monatlich viel Geld für Statistiken zu zahlen, die wie gesagt ,,nur" zur Unterstützung dienen und sogesehen das i-Tüpfelchen sind.
Falls es möglich ist diese Dateien zu nutzen, wie muss ich sie dann kennzeichnen (im Video, mit Quellenangabe? Oder nur in der Videobeschreibung?,...)?
Ändert sich die Situation, sobald unser Kanal monetarisiert wird? Oder macht das keinen Unterschied?
Für eine ausführliche Antwort, inklusive Rechtsquellen wäre ich sehr dankbar.
Vielen Dank für Ihre Mühe!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich ist eine Nutzung jeglichen urheberrechtsgeschützten Materials nur mit Einwilligung des Rechteinhabers zulässig, und zwar unabhängig davon, ob eine kommerzielle oder nicht-kommerzielle Nutzung vorliegt. Ausgenommen hiervon ist lediglich der rein private Bereich (wenn Sie das Video also nur passwortgeschützt Ihren besten Freunden präsentieren würden).

Von diesem Grundsatz gibt es einige eng auszulegende Ausnahmen. In Ihrem Fall käme das Zitatrecht in Betracht, § 51 UrhG : Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist.

Nach Ihrer Schilderung handelt es sich bei Ihren Videos um eigene Werke. Sie dürfen dabei auch fremdes urheberrechtlich geschütztes Material einbinden, wenn dies als Beleg für Ihre eigenen Ausführungen dient. Dabei muss der Umfang der Nutzung aber durch den Zitatzweck gerechtfertigt sein. Ein Ausschnitt aus einem fremden Video von z.B. 30 Sekunden, in dem nur die Aussage in den letzten 5 Sekunden als Beleg relevant ist, wäre nicht zulässig. Das Zitat darf auch nicht vorrangig dekorativen, also ausschmückenden Zwecken dienen.

Die zulässige Nutzung als Zitat setzt auch eine Quellenangabe gemäß § 63 UrhG voraus. Das Gesetz schreibt nicht konkret vor, an welcher Stelle genau die Quelle bei einem Video angegeben werden muss. Es empfiehlt sich die Einblendung der Quelle direkt an der Stelle im Video, an der das Material genutzt wird. Sollte dies bei vielen fremden Quellen aber störend wirken, ist auch eine Nennung im Abspann zulässig. Eine Quellenangabe allein in der Videobeschreibung reicht dagegen nicht aus.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 07.04.2020 | 10:55

Guten Tag.

Vielen Dank für die schnelle, ausführliche und sehr hilfreiche Antwort.

Eine Nachfrage hätte ich allerdings noch zu Ihrer Aussage:

,,Das Zitat darf auch nicht vorrangig dekorativen, also ausschmückenden Zwecken dienen."

Ist dies der Fall, wenn ich von einem Ort, einer Person, einer Organisation, einer Sache, etc. berichte und zeitgleich ein urheberrechtsgeschütztes Bild zur Veranschaulichung einblende, damit der Nutzer einen genaueren Eindruck bekommt?

Falls ja, kann ich das irgendwie umgehen?

Nochmals vielen Dank und noch einen schönen Tag.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.04.2020 | 11:09

Vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Das wäre tatsächlich rechtlich grenzwertig. Es gibt Entscheidungen, in denen sogar das Einblenden eine urheberrechtlich geschützten Plattencovers in einer Rezension über die Schallplatte als unzulässig angesehen wurde, zumindest wenn sich die Rezension nicht konkret mit dem Cover beschäftigt. Deshalb sollte in diesen Fällen wenn möglich auf eigenes oder frei nutzbares Bildmaterial zurückgegriffen werden - auch wenn ich das tatsächliche Risiko einer Geltendmachung einer Urheberrechtsverletzung bei einer kurzen Einblendung in einem Video zur Darstellung der Person etc. eher für gering halte.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 07.04.2020 | 10:56

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