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Massive Probleme mit einem Käufer


| 11.05.2006 18:08 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen



Sehr geehrte Damen und Herren,

kürzlich habe ich als Privatverkäufer meine gebrauchte Grafikkarte über eBay verkauft. Zu der Grafikkarte habe ich fünf PC-Spiele gelegt + ein Spiel als Überraschung. Die Karte wurde von einem Österreicher für 139,00 Euro ersteigert.

Nach der Auktion habe ich vom Käufer sofort eine Mitteilung erhalten, dass er die Grafikkarte nicht nehmen möchte, weil er sich im Steckplatz verschaut hätte. Dem hatte ich nicht zugestimmt, weil ich das Geld in meine neue Grafikkarte investieren wollte. Er hat dann eingelenkt und das Geld überwiesen.

Inzwischen hat er die Grafikkarte erhalten und wirft mir nun vor, ihn vorsätzlich betrogen zu haben. Er droht mir, mich anzuzeigen, wenn ich die Grafikkarte nicht sofort zurücknehme - Er wirft mir folgendes vor:

1.) Grafikkarte sei gebraucht
2.) Originalverpackung sei zerissen
3.) die Spiele seien keine 100 Euro wert
4.) Treiber seien nur kopiert (auf CDR)

zu 1.) In der Beschreibung habe ich die technischen Daten der Grafikkarte aufgelistet und die Funktionen ausführlich beschrieben, jedoch habe ich über den Zustand (neu / gebraucht) keine Angaben gemacht. Das Angebot war aber eindeutig als Privatverkauf ohne Gewährleistung gekennzeichnet. Von NEUWARE stand in der Auktion nichts.

zu 2.) Es stand in der Beschreibung ebenfalls nicht, dass die Grafikkarte originalverpackt ist, sondern lediglich, dass die Originalverpackung der Lieferung beigelegt wird. Da es Gebrauchtware war, musste die OVP natürlich schon einmal geöffnet werden, daher sollte eigentlich klar sein, dass die Verpackung nicht mehr wie neu ist. Zerissen ist aber eindeutig übertrieben!

zu 3.) Insgesamt wurden sechs (!) PC-Spiele als Vollversion beigelegt, alle Spiele zusammen kosteten mich etwas über 100 Euro, daher habe ich den Satz "...Spiele im Wert von 100 Euro gratis dazu..." hinzugefügt. Der Käufer meint nun, dass die Spiele zusammen keine 20 Euro wert seien, jedoch habe ich alle Spiele in der Artikelbeschreibung aufgelistet, so dass er genau wusste was geliefert wird. Einige dieser Spiele dürften in Kaufhäusern noch teurer sein als im Internet, daher die Frage, mit welchem Maß hier gemessen werden darf ?

zu 4.) Es waren die Originaltreiber im Lieferumfang dabei, zusätzlich zu diesen Treibern, habe ich dem Käufer die aktuellsten Treiber aus dem Internet auf eine CDR gebrannt. Eigentlich kein Grund sich zu beschweren.

Gleich am Tag des Erhaltes der Grafikkarte hat mich der Käufer negativ bewertet, ohne mir die Möglichkeit zu geben, mich mit ihm in Verbindung zu setzen. Obwohl der Käufer sehr unfreundlich war, habe ich ihm angeboten, 20 Euro auf sein Konto zurück zu überweisen um die Sache aus der Welt zu schaffen. Darauf ist er aber nicht eingegangen. Seither droht er nur noch und belästigt mich ständig per eMail. Gestern habe ich dann nachgegeben und gesagt, dass ich die Grafikkarte zurücknehme und ihm das Geld zurück überweise. Nun möchte er aber die Versandkosten für den Hinversand (17 Euro) und für den Rückversand (14 Euro) von mir ebenfalls ersetzt haben.

Dies finde ich schon sehr unverschämt, schließlich bin ich ihm als Privatverkäufer doch schon sehr entgegengekommen. Insgesamt hätte ich nun einen Verlust von knapp 50 Euro: Die Kosten für Auslandsüberweisung, eBay Gebühren und 2x Versandkosten blieben alle an mir hängen und damit bin ich nicht einverstanden.

- Können Sie mir bitte helfen, wie hier die Rechtslage ist?
- Hätte ich die Grafikkarte überhaupt zurücknehmen müssen?
- Hätte der Käufer bei Unsicherheit (neu / gebraucht) nicht vorher anfragen müssen ?
- Muss ich die Gebühren für eBay, Überweisung und 2x Versand wirklich selber tragen ?
- Habe ich eine Möglichkeit, die negative Bewertung über mich löschen zu lassen ?

Ich gehe ja davon aus, dass dies alles eine Racheaktion ist, weil ich die Auktion nicht gleich von Anfang an rückgängig gemacht habe.

Herzlichen Dank im Voraus!
P.S.: Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

-- Einsatz geändert am 11.05.2006 18:35:31
Eingrenzung vom Fragesteller
11.05.2006 | 18:37

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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

1.
Nach Ihren Sachverhaltsangaben sprechen die weit überwiegenden Argumente dafür, dass Sie die Grafikkarte nicht hätten zurücknehmen müssen.

Zunächst dürfte hier schon überhaupt kein Mangel vorhanden sein, der Ansprüche aus Sachmängelhaftung auslöst.
Jedenfalls haben Sie die Gewährleistung offenbar ausdrücklich ausgeschlossen, so dass Sie nur dann haften, wenn Sie „den Mangel arglistig verschwiegen oder eine Garantie für die Beschaffenheit der Sache übernommen“ haben (§ 444 BGB).

Da Ihrer Artikelbeschreibung keine Angabe über den Zustand der Ware zu entnehmen ist, waren Sie nur zur Lieferung einer funktionstüchtigen Grafikkarte „mittlerer Art und Güte“ verpflichtet, was hier anscheinend der Fall ist.

Die zerrissene Originalverpackung muss der Käufer grundsätzlich hinnehmen, da er beim hier vorliegenden Versendungskauf gemäß § 447 Abs. 1 BGB die Gefahr der Beschädigung der Sache während des Transports zu tragen hat. Zwar trifft Sie die Beweislast dafür, dass Sie die Verpackung in unbeschädigtem Zustand zur Auslieferung gebracht haben, allerdings liegt insofern bei einer gebrauchten Sache schon keine erhebliche Abweichung des Ist-Zustands vom Soll-Zustand vor, da die Verpackung dann nur eine absolut untergeordnete Bedeutung hat.

Etwas problematisch ist hier lediglich der Wert der Spiele, der jedenfalls nicht gleichzusetzen ist mit dem Neupreis. Ob die Spiele nun € 20 oder € 100 wert sind, kann ich nicht beurteilen. Besser wäre es sicherlich gewesen, Sie hätten in die Artikelbeschreibung zur Klarstellung aufgenommen, dass es sich um den Neupreis handelt. Als Vergleichsmaßstab können z.B. die durchschnittlich für im Internet versteigerte Spiele dieser Art dienen. Wenn der Wert allerdings wirklich so krass von Ihrer Angabe im Verkaufsangebot abweicht und diese Fehlvorstellung des Käufers kaufentscheidend war, war der Käufer gemäß § 313 Abs. 1 und 2 BGB zur Vertragsanpassung berechtigt und darüber hinaus auch zum Rücktritt vom Vertrag, Letzteres aber nur, falls eine Herabsetzung des Kaufpreises nicht zumutbar ist.

Die für die Grafikkarte benötigten Treiber waren Ihrer Lieferung beigefügt, so dass es nicht darauf ankommt, ob die auf rein freiwilliger Basis dazu gegebenen Treiber, die nicht Gegenstand des Vertrages waren, in irgendeiner Weise fehlerhaft waren.

2.
Der Käufer hätte bei Unsicherheit, ob die Ware neu oder gebraucht ist, in der Tat vorher anfragen müssen, um sich später auf eine solche ergänzende Artikelbeschreibung berufen zu können.

3.
Nachdem ein Rücktrittsrecht hier kaum bestehen dürfte (siehe oben), müssen Sie auch die übrigen Kosten der Rückabwicklung des Vertrages (Überweisung und 2x Versand) nicht tragen.

Anders verhält es sich mit der an eBay zu bezahlenden Gebühr, es sei denn, Sie hätten diese Kosten ausdrücklich per Vertrag auf den Käufer abgewälzt.

4.
Soweit die Bewertung unzutreffend ist, können Sie die Zustimmung des Käufers zur Löschung verlangen.
Am einfachsten ist es, zunächst zu versuchen, diese Bewertung über eBay entfernen zu lassen (ohne Zustimmung).
Wenn Ihrem Anliegen auf diese Weise nicht nachgekommen wird, sollten Sie den Käufer auf Zustimmung der Löschung in Anspruch nehmen, notfalls mit gerichtlicher Hilfe.


Ich hoffe, Ihnen mit der Prüfung der Rechtslage weitergeholfen zu haben.

Tipp: Legen Sie gegenüber dem Käufer die hier aufgezeigten Argumente dar und verweigern die Zahlung der Versandkosten und stellen abschließend klar, dass Sie die Ware nur aus Kulanz zurückgenommen haben.

Mit freundlichen Grüßen


Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 11.05.2006 | 22:42

Sehr geehrter Herr RA Geyer,

vielen Dank für die ausführliche Antwort. Wegen der Spiele möchte ich gerne noch etwas ergänzen. Im Angebot wurden die Spiele aber auch einzeln noch einmal aufgelistet, hätte da der Käufer nicht sehen müssten, auf was er bietet ? (wiegt der beschriebene Wert mehr, als die Auflistung der Spiele ??) So eine Dummheit mit Wertangaben werde ich zukünftigt nicht mehr ins Angebot schreiben. Alle sechs Spiele zusammen kostete mich vor wenigen Monaten bzw. Tagen über 100 Euro. Händler wie MediaMarkt haben die Spiele teilweise heute noch für einen höheren Preis im Sortiment, als ein Online-Händler. Aber selbst im Internet habe ich Preise gefunden, die diese 100 Euro in der Summe überschreiten würden. Wenn man jetzt den IST-Preis von MediaMarkt nehmen würde (dort wurden die Spiele gekauft), dann wären auch 100,00 Euro erreicht. Mit 20,00 Euro - so wie es der Käufer ausdrückte - kommt man jedenfalls nicht hin. Als fairer Verkäufer habe ich dem Käufer doch dann auch noch angeboten 20,00 Euro zu erstatten, was er ja auch abgelehnt hatte. Für mich war dann klar, dass er die Grafikkarte nie wollte und daher alles versuchte, diese wieder zurück zu geben.

Nochmals Danke,
MrDick

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.05.2006 | 16:24

Sehr geehrter Ratsuchender,

die Auflistung der einzelnen Spiele gehört in Ihrem Fall ebenso zur Artikelbeschreibung wie die Wertangabe von € 100, hieran müssen Sie sich als Verkäufer festhalten lassen.
Auf der anderen Seite müsste der Käufer Ihnen einen weitaus niedrigeren Wert der Spiele nachweisen, um eine Vertragsanpassung erreichen zu können.
Nachdem Ihnen aber offenbar zahlreiche Angebote vorliegen, nach denen der Wert der Spiele auch aus zweiter Hand jedenfalls nicht weit unter € 100 liegt, empfehle ich Ihnen, diese Informationen dem Käufer zukommen zu lassen.
Auf diese Weise können Sie die Angelegenheit schneller aus der Welt schaffen.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

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