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Marktanteil

27.06.2017 11:07 |
Preis: ***,00 € |

Wirtschaftsrecht, Bankrecht, Wettbewerbsrecht


Laut Wettbewerbsrecht (Kartellrecht) hat eine Firma eine marktbeherschende Stellung, wenn sie 30 bis 40% Marktanteil hat.
Gilt das nur bundesweit oder auch regional?
Beispiel:
Eine Tiefbaufirma (Straßen, Gehsteige, Rohre verlegen) hat 20% Marktanteil in einer Großstadt. Der Konkurrent 30% Marktanteil in dieser Stadt verkauft an den Mitbewerber aus Altersgründen seinen Betrieb.
Jetzt hat er 50% Marktanteil.
In Bund wäre es nicht möglich, ist das regional in einer Großstadt mit Umland möglich?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Frage, wann ein Unternehmen bzw. eine Gesamtheit von Unternehmen als marktbeherrschend gilt, ist ein sehr komplexes Thema. Ihre Fragen lassen sich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes nicht abschließend beantworten, so dass ich Ihnen hier einen kleinen Überblick zur Thematik geben möchte.

Nach deutschem Recht ist ein Unternehmen grundsätzlich marktbeherrschend, wenn es keinem wesentlichen Wettbewerb ausgesetzt ist oder eine im Vergleich zu seinen Wettbewerbern überragende Marktstellung hat. Ob ein Unternehmen tatsächlich eine solch überragende Stellung auf dem betroffenen Markt innehat, ergibt sich aus einer Gesamtbetrachtung aller wettbewerbsrelevanten Kriterien wie u.a. den Marktanteilen des fraglichen Unternehmens und seiner Wettbewerber, der Verfügbarkeit wettbewerbsrelevanter Ressourcen (z.B. Patente, Produktionsstätten, Vertriebsnetze), Marktzutrittsschranken für neue Anbieter, Grenzen für die Expansion bereits auf dem Markt aktiver Anbieter, Wechselkosten für Kunden sowie der Nachfragemacht der Marktgegenseite.

Je höher und dauerhafter der absolute und der relative Marktanteil sind, desto eher erlaubt dies allerdings einen Rückschluss auf die Marktbeherrschung. Eine Marktanteilsgröße, ab der ohne weiteres von einer Einzelmarktbeherrschung ausgegangen werden kann, gibt es allerdings grundsätzlich nicht. Es kommt auf eine Würdigung aller im konkreten Fall wirksamen Strukturkriterien an. Eine gewisse Orientierung gibt die 50 %-Schwelle bei einer Gesamtheit von drei oder weiniger Unternehmen in § 18 Abs. 6 GWB , bei deren Erreichen das Kartellgesetz eine Marktbeherrschung vermutet. Dabei handelt es sich allerdings nur um einen Hinweis des Gesetzgebers, dass bei diesem Marktanteil eine Marktbeherrschung nahe liegt. Ob sie tatsächlich besteht, ist anhand der im Einzelfall festzustellenden tatsächlichen Markt- und Wettbewerbsverhältnisse zu prüfen. Zudem besteht die Möglichkeit der Widerlegung nach § 18 Abs. 7 GWB .

Mit freundlichen Grüßen

Claas
Rechtsanwalt

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