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Mangelhafters Arbeiten des Steuerbüros


| 27.11.2009 11:26 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Holger J. Haberbosch



Ich habe einen Reitbetrieb mit Pensionspferdehaltung und habe mein Steuerbüro darauf hingewiesen, dass ab 2005 (oder06) die Besteuerung des Pensionspferdebetriebes von 7 auf 16 % geändert werde. Die Preise für die Kunden wurden entsprechend angegliechen. Die kommenden Jahre bin ich davon ausgegegangen, dass mein Steuerberater korrekt arbeitet, ohne die Abrechnungen zu prüfen. Meine weiteren wirtschaftlichen Planungen basierten auf den erzielten Gewinnen aus dem Betrieb, die naturgemäß (kleiner Pachtbetrieb) nicht reichen, um Kapital zu bilden. Jetzt stellte sich heraus, dass das Steuerbüro all die Jahre mit 7 % Umsatzsteuer gerechnet hat und es drohen hohe Nachzahlungen, die ich unter Umständen aus dem bestehenden Betriebs-Barvermögen nicht begleichen kann. Kann ich das Steuerbüro aufgrund der mangelhaften Abrechnungen / Beratung belangen?
Sehr geehrte Fragestellerin,

ich möchte Ihre Fragen anhand des dargestellten Sachverhaltes und des ausgelobten Einsatzes wie folgt beantworten:

1. Grundsätzlich können Schadensersatzansprüche gegenüber dem Steuerberater entweder wegen falscher Beratung oder auch wegen falscher Gestaltung oder Ausführung von konkreten Aufträgen bestehen.

2. In Ihrem Fall gehe ich davon aus, dass Sie ursprünglich nach Durchschnittssätzen versteuert haben und dann im Jahr 2005 entschieden haben die Option des §24 Abs 4 UStG zu ziehen um zum Regelversteuerer zu werden und damit auch vorsteuerabzugsberechtigt zu werden.
Falls ich insofern Ihre Schilderung falsch verstanden haben sollte, bitte ich um einen kurzen Hinweis und Richtigstellung.

Bei der Option gibt es im Allgemeinen zwei Fallgestaltungen:
a) aus wirtschaftlicher Betrachtungsweise ist es für den Steuerpflichtigen günstiger als Regelbesteuerer mit dem Steuersatz von 16 bzw 19 % zu versteuern und dafür die Vorsteuer aus Eingangsrechnungen erstattet zu erhalten. In diesem Fall haftet ein Steuerberater für den Schaden durch die Nicht-Optierung falls er hätte erkennen müssen, dass die Regelversteuerung günstiger ist. Hierbei sind aber insbesondere die Erkennbarkeit schwer zu beweisen.

b) In Ihrem Fall dürfte die Sachlage einfacher liegen. Sie geben an, dem Steuerberater mitgeteilt zu haben, zur Regelbesteuerung zu optieren. Dieser hat dann aber entgegen der Absprache dies so nicht an das Finanzamt weitergeleitet und auch nicht die Buchungen entsprechend umgestellt. Sie dagegen haben auf Ihren Rechnungen 16 bzw. 19 % Umsatzsteuer in Rechnung gestellt und fürchten nun, auf Grund dieses Umsatzsteuerausweises auch die Umsatzsteuer bezahlen zu müssen. In diesem Fall müssten Sie lediglich beweisen, den Steuerberater damals angewiesen zu haben, dass er optieren soll und vor allem, dass Ihnen dadurch ein Schaden entstanden ist oder entstehen wird.
Kompliziert ist in diesem Fall lediglich die Berechnung des Schadens. Hierbei muss die heutige Sachlage und die Sachlage bei pflichtgemäßer Erledigung der Beauftragung zum damaligen Zeitpunkt verglichen werden, die Differenz ist der Schaden.

Hinzuweisen ist noch auf die kurze Verjährungsfrist des § 68 StbG, wonach eilig zu handeln wäre.

Auf Grund der Spezialität der Sache kann ich Ihnen nur raten, so früh wie möglich den vollständigen Sachverhalt von einem Rechtsanwalt prüfen zu lassen. Gerne stehe auch ich Ihnen hierfür zur Verfügung, falls Sie eine Rechtschutzversicherung besitzen übernimmt diese möglkicherweise die Kosten.
Gerne können Sie sich per Haberbosch@asz-kanzlei.de an mich wenden.
Bewertung des Fragestellers 30.11.2009 | 20:24


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"Nachden meine Frage zunächst falsch verstanden worden war, hat er sich die Mühe gemacht, den Fall noch einmal zu überdenken und ein zweites Mal in aller Ausführlichkeit geantwortet."