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Mangelhafte Malerleistung


27.06.2007 10:12 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Stefanie Helzel



Guten Tag!
Folgender Sachverhalt:
Umfangreiche Renovierung eines Einfamilienhauses. Malerauftrag (deutscher Meisterbetrieb) umfasst dabei komplette Verputzung Wände, Wandanstrich Farbe, Fenster-, Terassentüren u. Sockelleistenlackierung, Lackierung Sichtdachstuhl OG. Es wurde kein schriftlicher Auftrag geschlossen.
Malerarbeiten wurden, nach meinem Dafürhalten mangelhaft ausgeführt. Zum Teil wellige Verputzung Wand; zum Teil sichtbare Flecken auf Wand/Decke wg. nachträgl. Verspachtelung und Überstreichen; unsauberes Abkleben an Kanten zu Fliesen/Sockelleiste u. dadurch zum Teil in diesen Bereich unsauber hineingestrichen; zum Teil Fenster an Unterseite gar nicht lackiert.
Weiterhin haben wir nunmehr zusammengerechnet ca. 8 Stunden mit Begehung Haus mit Maler verbracht um vorhandene Mängel bzw. Nichtdurchführung von Arbeiten zu besprechen. Jedes Mal unter Schwierigekeiten (Arguemente wie: "Kleinigkeiten"; "Wir malen ja nicht zur dritten Stelle nach dem Komma" etc.). Dabei wurden auch immer wieder ganz eklatante Fehler bei Durchführung endeckt (z.B. Dachstuhl teilweise nur grundiert; Sockel der Fenster/Terassentüren gar nicht gestrichen etc.). Trotzdem wurde Nachbesserung jedes Mal zugesagt, Arbeiten aber nicht oder nur schlampig durchgeführt.
Einzugstermin dadurch mittlerweile erhebliche überschritten (meine Frau hochschwanger, was Maler bekannt ist und immer wieder hingewiesen wurde).
Nunmehr nach letzen Arbeiten Maler wieder unzählige Mängel durch schlampige Arbeit endeckt bzw. an versteckten Stellen gar nicht ausgeführt. Bei letztem Telefonat hat Maler Telefon einfach im Gespräch aufgelegt.
Meine Fragen:
- Da Einzug mittlerweile hochdringlich (in 7 Wochen Geburtstermin), wie kann ich diese Situation für mich am günstigsten auflösen?
- Haus ist mittlerweile fein gereinigt, Möbel sind teilweise schon drin: Meine Befürchtung vor wiederum erheblicher Verschmutzung Haus nach Malerarbeiten, da Maler trotz Hinweis nicht sauber abdeckt (wir haben beim letzten Mal 3 Stunden mit Reinigung Parkettboden von Spachtel-, Lack- und Farbflecken verbracht!).
- Muss ich nochmal (schriftlich) Frist zur Nachbesserung geben (die vorherigen Aufforderungen waren immer mündlich)?
- wie kann/sollte ich die nach meinem Dafürhalten mangelhafte Malerleistung dokumentieren/sichern? Bis dato jeder Handwerker auf Baustelle offensichtlich schlampige Malerleistung bestätigt. Auch ein befreundeter Architekt hat dies bestätigt. Brauche ich Sachverständigen (wenn ja woher und möglichst günstig)?

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Sehr geehrter Fragesteller,

soweit Sie den beauftragten Maler bereits zur Nachbesserung innerhalb einer gesetzten Frist aufgefordert haben, sind Sie nicht verpflichtet, nochmals eine Aufforderung auszusprechen. Grundsätzlich müssen Sie nicht schriftlich auffordern. Nachbesserungsansprüche können auch mündlich geltend gemacht werden, wichtig ist, dass Sie eine Frist zur Nachbesserung gesetzt haben. Mangels einer schriftlichen Aufforderung entstehen allerdings Beweisschwierigkeiten. Im Falle einer streitigen Auseinandersetzung, sollten dann zumindest Zeugen benannt werden können, die das Aufforderungsverlangen bestätigen können. In diesem Zusammenhang wäre es in jedem Fall von Vorteil, wenn Dritte als Zeugen dienen, evtl. weitere Handwerker, Architekt etc.

Kommt der Auftragnehmer dem Nachbesserungsverlangen nicht oder nur unzureichend nach, haben Sie das Recht zur Selbstvornahme, d.h. Sie können die Mängel durch eine anderweitige Firma beseitigen lassen, der jetzige Auftragnehmer ist dann verpflichtet, diese Kosten zu tragen.

Um ganz sicher zu gehen, sollten Sie den Handwerker nochmals schriftlich unter Fristsetzung auffordern, die vorhandenen Mängel zu beseitigen. Ich sehe Ihr Problem mit der fortschreitenden Zeit, jedoch wäre es wichtig, Beweise in der Hand zu haben, dass eine Aufforderung unter Fristsetzung erfolgte. Sollten Sie Zeugen haben, die ein bereits ausgesprochenes Nachbesserungsverlangen unter Fristsetzung bestätigen können, ist es auch möglich, bereits jetzt einen anderen Handwerker mit der Mängelbeseitigung zu beauftragen – zeitgleich sprechen Sie vorsorglich ggü. dem jetzigen Auftragnehmer schriftlich die Kündigung des Vertrages aus und nehmen in der Begründung auf, dass dieser den Nachbesserungsverlangen nicht nachgekommen ist.

Zur Dokumentation der Mängel stehen Ihnen verschiedene Wege zur Verfügung. Ich gehe davon aus, dass die bereits erfolgte Mängelbesichtigung mit besagtem Handwerker nicht schriftlich dokumentiert wurde? In diesem Fall hätten Sie bereits eine Dokumentation in der Hand. Es bleibt Ihnen die Möglichkeit, nochmals mit diesem Handwerker die Besichtigung zu wiederholen und sämtliche festgestellten Mängel schriftlich festzuhalten und sich dies von dem Auftragnehmer gegenzeichnen zu lassen. Aus Ihren Schilderungen lese ich jedoch heraus, dass der Auftragnehmer verschiedene Beanstandungen Ihrerseits abwinken und nicht als Mangel ansehen wird?
Sofern dieser Weg nicht gehbar ist, sollten Sie einen Sachverständigen zu Rate ziehen, der die Mängel begutachtet. Zuständige Sachverständige können Sie beispielsweise bei der örtlichen Handwerkskammer erfragen. Allerdings ist zunächst eine Begutachtung erforderlich, bevor Sie einen weiteren Handwerker mit der Mängelbeseitigung beauftragen können.

Eine schnellere Variante gibt es nach meinem Dafürhalten nicht.

Da ich davon ausgehe, dass die Malerarbeiten und die Mängel sich nicht in einem nur geringen Betrag erschöpfen, wäre dies der sicherste Weg, um evtl. nachfolgenden Streitigkeiten vorzubeugen und Beweise zu sichern.

Ich hoffe, Ihnen eine erste Orientierung vermittelt zu haben. Bitte machen Sie bei Bedarf von der Nachfragefunktion Gebrauch.

Mit freundlichen Grüßen
Helzel
- Rechtsanwältin –
Ansbacher Str. 11b
91710 Gunzenhausen
Tel. 09831/8908-0
Fax 09831/8908-19
info@123kanzlei.net

Bitte beachten Sie, dass diese Antwort die von Ihnen geschilderten, wesentlichen Aspekte des Falles umfasst, jedoch weitere Tatsachen relevant sein können, die möglicherweise zu einem anderen Ergebnis führen würden. Diese Plattform ist lediglich geeignet, eine erste Einschätzung zu geben, kann jedoch die persönliche Beratung eines Anwalts vor Ort nicht ersetzen.
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