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Mangelhafte Handwerkerleistung - Ablehnung der Haftung rechtmäßig?

23.11.2013 00:20 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Zusammenfassung: Verjährung von Mängelansprüche; Firmenverkauf und Nachhaftung

2009 wurde in unser Haus durch einen Meisterbetrieb ein Brennwertgerät installiert. Diese Woche hat das Gerät seinen Dienst quittiert. Ursache nach Besuch des Hersteller Werkskundendienstes ist eine fehlerhafte Befüllung der Anlage mit Kalkhaltigem Wasser (bei einem Wasserhärtegrad von > 16 dht ist eine vorherige entkalkung des Füllwassers vorzunehmen....gem. Handbuch für die Fachkraft zur Erstinbetriebnahme auch) Tatsächlicher Härtegrad zum Zeitpunkt der berfüllung war 22Dht.
Schaden 5000Eur.
Habe mit dem Heizungsbauer telefoniert. Dieser gibt am Telefon zu, die Anlage mit normalen Wasser befüllt zu haben. Er hätte noch niemals eine Anlage anders befüllt und dieses wäre das erste mal, dass er von einem Schaden höre. Er verfügt auch nicht über ein solches Gerät zur Entkalkung.
Er lehnt aber eine Haftung für den Schaden ab mit dem Verweis die Firma aus Altersgründen abgegeben zu haben und dort nur noch mitzuarbeiten. Eine Betriebshaftpflicht habe er nicht.
Auf nachfrage nach dem grund warum er eine Haftung ablehne trotz des Eingeständnisses die Arbeit offensichtlich falsch ausgeführt zu haben gab er an, dass er dafür dafür mir keinen grund nennen kann.

Meine Frage nun...hab ich überhaupt eine Chance vor Gericht? Wie soll ich das Beweisen? Die Anlage muss so schnell wie moglich getauscht werden, da es bereits kalt ist ich noch ein kleines Kind im Haus habe und am 15.12. Noch im angeschlossenen 2ten Haus ein Mieter einzieht. Ich hätte einen 31 min Beweis des Telefonates mit allen Eingeständnissen der Fehler der aber nicht zulässig ist...eine Eidesstattliche Versicherung kommt wohl auch nicht in Betracht. Bin ich nun letztendlich der doofe?

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


1.
Abseits von der ansonsten vorliegenden Problematik kann leider noch ein Problem der Verjährung hinzu kommen.

Eine Verjährungseinrede müsste allerdings noch erhoben werden, was hier wohl noch nicht der Fall war.

§ 634a BGB - Verjährung der Mängelansprüche - bestimmt:

"(1) Die in § 634 Nr. 1, 2 und 4 bezeichneten Ansprüche verjähren

1. vorbehaltlich der Nummer 2 in zwei Jahren bei einem Werk, dessen Erfolg in der Herstellung, Wartung oder Veränderung einer Sache oder in der Erbringung von Planungs- oder Überwachungsleistungen hierfür besteht,

2. in fünf Jahren bei einem Bauwerk und einem Werk, dessen Erfolg in der Erbringung von Planungs- oder Überwachungsleistungen hierfür besteht, und

3. im Übrigen in der regelmäßigen Verjährungsfrist.

(2) Die Verjährung beginnt in den Fällen des Absatzes 1 Nr. 1 und 2 mit der Abnahme.

Nur die fünfjährige Verjährungsfrist hilft hier weiter.

Hier sehe ich allerdings durchaus ein Problem, weil bei ihnen wohl nur ein einzelnes Brennwertgerät installiert wurde und nicht eine komplette Heizungsanlage.

Dieses müsste aber sehr genau geprüft werden - ich möchte es nur erwähnen, falls sich die Gegenseite irgendwann einmal auf die Einrede der Verjährung berufen sollte.

2.
Eine Chance haben Sie jedenfalls dann, wie erfolgreich gegen über der Handwerksfirma/dem Handwerker vorzugehen, wenn es sich insbesondere um ein Einzelunternehmen und keine juristische Person in Form einer GmbH oder eine Aktiengesellschaft handelt, denn bei letzteren kann es zur Schwierigkeiten bezüglich der Nachhaftung kommen, anders als bei einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts, einer offenen Handelsgesellschaft (oHG) oder Kommanditgesellschaft (KG).

Ob eine Versicherung besteht oder nicht ist irrelevant.

Nur bei einem Einzelunternehmen, der oHG und der KG haftet der Kaufmann mit den Gesellschafts- und seinem privaten Vermögen.

Ich gehe davon aus, dass dieses hier der Fall war, es sei denn, Sie wissen etwas von einer juristischen Person, an die die Firma verkauft wurde (das können Sie mir noch im Wege der kostenlosen Nachfragefunktion mitteilen).

Ein Verkauf hindert aber die Haftung erst einmal ansonsten nicht.

Die Mangelproblematik ist auch ohne den Mitschnitt im Übrigen beweisbar, da langt das unsachgemäße Einfüllen von zu kalkhaltigem Wasser.

Ich würde also die Sache weiterverfolgen (lassen - über einen Anwalt)

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Daniel Hesterberg, Rechtsanwalt


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