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Mangelhafte Autoreparatur Barzahlung

18.10.2010 23:19 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


Guten abend,
am 27.8.10 habe ich meinen PKW wegen eines Getriebeschadens per ADAC in eine Reparaturwerktatt speziell für Getriebeschäden( empfohlen von Mercedes) bringen lassen. Da ich selbst in Frankreich lebe , beauftragte ich meinen Vater damit, sich um alles weitere zu kümmern. Es wurden 2 Wochen für die Reparatur anberaumt, was für mich schon ärgerlich war, ohne Wagen.

Nach 3 Wochen bekamen wir endlich Meldung, was genau kaputt war. Es sei der Wandler und müsste erneuert werden. Kosten 2500 Euro. Wiederum eine Woche später ( die Anrufe und Nachfragen gingen immer von meinem Vater aus, der Werkstattleiter hielt und hält es nicht für notwendig, seine Kunden zu informieren, ist sehr ignorant)

Dann erhielt mein Vater Auskunft, das Getriebe wäre nun schon 2 mal ein und aus gebaut worden ein neuer Wandler wäre erneuert aber das Getriebe würde nicht optimal laufen, das Steuergerät müsste auch gewechselt werden, die Kosten hierfür würden sich dann auf 2800 Euro belaufen.

Am 24.09.10 konnte der Wagen angeblich repariert und fahrtüchtig abgeholt werden.

Bei der Abholung mit anwesend waren mein Vater auch meine Schwester die meinen Vater zur Werkstatt gefahren hatte. Die kaputten Teile wurden den beiden gezeigt und beide, sowohl mein Vater als auch meine Schwester können bezeugen, dass ausgesagt wurde Wandler und Steuergerät wurden erneuert.

Mein Vater beglich auf Verlangen BAR die Rechnung in Höhe von 2800 Euro.

Auf der Rechnung jedoch steht lediglich : Getriebereparatur - Unsere Gewährleistungszeit beträgt 1 Jahr.

Ich kam dann 3 Tage später aus Frankreich geflogen ( Kosten Ticket ca. 400 Euro) um den Wagen bei meinem Vater abzuholen.

Ich fuhr wenige Kilometer und merkte gleich, dass etwas nicht stimmte. Letztendlich musste ich den Wagen wieder durch den ADAC mit der Analyse: Getriebeschaden in die selbige Werkstatt abschleppen lassen.

Ich beanstandete zunächst (schriftlich )die Rechnung und forderte eine detaillierte Rechnung an, auf der alle Reparaturen aufgeführt sind, wie Wandler, Steuergerät etc. Darauf warte ich bis heute.

Am 02.10.10 flog ich dann wieder zurück nach Frankreich, da laut Aussage der Werkstatt wieder der Wandler kaputt wäre, der ja eigentlich schon erneuert worden war und dieser müsste eingeschickt werden und wie der Werkstattleiter hoffte, auf Kulanz repariert werden, um dann wieder eingebaut werden zu können.

Der Wagen sollte in der kommenden Woche repariert sein, aber wie schon gehabt, ich erhielt keine Informationen.
Ich rief wieder dort an, dann wurde mir mitgeteilt, dass der reparierte Wandler wieder eingebaut sei, aber nun würde das Steuergerät gewechselt werden müssen.

Ich dachte nicht richtig gehört zu haben - Steuergerät? Schon wieder? Ich sagte nur , dass haben Sie doch schon bei der letzten Reparatur gemacht, worauf hin der Meister meinte- Nein, dass hätten Sie nur gereinigt!!!??? Und erneut werden wieder knapp 1000 Euro für das erneuerte Steuergerät fällig.

Hilfe, ich bin wirklich am verzweifeln, nun ist der Wagen wieder abholbereit, ich bin wieder nach Deutschland geflogen und werde den Wagen morgen abholen.

Kann der Betrieb auf Barzahlung bestehen?

Ich möchte zum einen, weil ich mir zum einen total verschaukelt vorkomme, nicht Bar zahlen weil ich große Bedenken habe, dass der Wagen auch wirklich i.O ist und möchte Ihn zunächst ausgiebig Probe fahren.

Ich hatte inkl. Flugkosten und Mietwagenrechnung für die letzen beiden Monate gut 2000 Euro Ausgaben, kann ich Schadensersatz für diese Ausgaben fordern? Anberaumt waren 2 Wochen Zeit - letztendlich hatte ich einen Ausfall meines PKW von 2 Monaten.

Für eine Antwort bin ich sehr dankbar.

19.10.2010 | 01:15

Antwort

von


(1951)
Brandsweg 20
26131 Oldenburg
Tel: 0441-7779786
Web: http://www.jan-wilking.de
E-Mail:
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Sehr geehrte Ratsuchende,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung und Ihres Einsatzes wie folgt:

Sie haben mit der Werkstatt einen Werkvertrag über die Reparatur Ihres Autos geschlossen, und zwar die Beseitigung eines Getriebeschadens. Die Autowerkstatt hat das Werk offensichtlich mangelhaft ausgeführt, da der Wagen nach wenigen Kilometern erneut mit Getriebeschaden liegen geblieben ist. Daher hatten Sie ein Recht auf Nacherfüllung, § 635 BGB . Etwas anderes könnte nur gelten, wenn es sich um einen neuen Schaden handelt, was aber nach Ihrer Schilderung unwahrscheinlich ist. Aufgrund der Reparaturzeit und der Tatsache, dass es sich um eine auf Getriebeschäden spezialisierte Werkstatt handelt, konnte man von dieser meines Erachtens auch erwarten, dass das Getriebe komplett durchgecheckt wurde. Zudem haben Sie ja Zeugen dafür, dass genau die Teile, die Ihnen jetzt wieder in Rechnung gestellt werden sollen, im Rahmen der ersten Reparatur ausgetauscht worden sind.

Da es sich also um eine Reparatur im Rahmen der Gewährleistung handeln dürfte, müssen Sie hierfür auch nicht bezahlen. Allerdings besteht in Ihrem Fall wohl die Gefahr, dass die Werkstatt die Gewährleistungsansprüche nicht anerkennt, auf Zahlung besteht und ansonsten das Fahrzeug nicht herausgibt (unter Berufung auf das Unternehmerpfandrecht, § 647 BGB ). Wenn sich die Sachlage nicht vor Ort klären lässt, sollten sie auf die Rechnung schreiben "unter Vorbehalt", damit Sie Ihren Wagen bekommen.

Sie können zudem den Schaden, der durch die Verzögerung aufgrund der notwendigen Nachbesserung entstanden ist, geltend machen, wenn die Werkstatt die Verzögerung zu vertreten hat, wovon aufgrund Ihrer Schilderung (Fachwerkstatt, ausgewechseltes Teil erneut defekt) ausgegangen werden muss.

Allerdings müssen Sie in Ihrem Fall bedenken, dass Sie für die Geltendmachung der Ansprüche vor Gericht die Mangelhaftigkeit der ersten Reparatur beweisen müssten.

Ist die Werkstatt Mitglied der Kfz-Innung, können Sie sich zunächst auch an eine der 130 Schiedsstellen des Kraftfahrzeuggewerbes wenden, <a target="_blank" href="http://www.kfz-schiedsstellen.de/" rel="nofollow">http://www.kfz-schiedsstellen.de/</a>
Ansonsten kann ich Ihnen nur raten, sich an einen spezialisierten Kollegen vor Ort zu wenden.

Ich schätze Ihre Erfolgsaussichten durchaus gut ein, zumal sich KFZ-Werkstätten nach meiner Erfahrung nicht unbedingt großer Beliebtheit bei Amtsrichtern erfreuen. Bedenken Sie aber bitte, dass ich Ihnen hier im Rahmen einer Erstberatung ohne Kenntnis aller Umstände keinen abschließenden Rat geben kann. Sofern Sie eine abschließende Beurteilung des Sachverhaltes wünschen, empfehle ich wie gesagt, einen Rechtsanwalt in Ihrer Nähezu kontaktieren und die Sachlage mit diesem bei Einsicht in sämtliche Unterlagen konkret zu erörtern.

Ich hoffe, Ihnen eine erste hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben. Bei Unklarheiten benutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.


Rechtsanwalt Jan Wilking

Rückfrage vom Fragesteller 19.10.2010 | 14:57

Guten Tag, herzlichen Dank für Ihre Antwort. Noch einmal eine genaue Frage, ich bin quasi dazu verpflichtet bei Abholung die Reparatur BAR zu bezahlen oder kann ich darauf bestehen, dass mir eine Rechnung zugesandt wird? Vielen Dank

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 19.10.2010 | 17:52

Vielen Dank für Ihre Nachfrage!

Bei einem Werkvertrag ist die Vergütung mit Abnahme fällig, die Werkstatt kann also bei Abholung des Wagens das Geld fordern. Da Sie als Privatperson auch ohne besondere Vereinbarung keinen Rechtsanpruch auf eine Rechnung (nur auf eine Quittung, § 368 BGB , § 14 Abs. 2 Nr. 2 UStG ) haben, haben Sie leider auch kein Zurückbehaltungsrecht bezüglich der Zahlung bis zur Rechnungsaushändigung.

Wenn die Werkstatt also wirklich auf den Lohn bestehen sollte und die Reparatur nicht als kostenfreie Nacherfüllung anerkennt, bleiben Ihnen meines Erachtens nur zwei Möglichkeiten:

1. Sie streiten sich mit der Werkstatt über die Positionen und nehmen dabei in Kauf, dass sie das Fahrzeug erst nach Klärung und Zahlung erhalten
2. Sie zahlen zunächst und erhalten Ihr Fahrzeug, müssen sich aber dann anschließend mit der Werkstatt über die erfolgte Überzahlung auseinandersetzen.

Im letzten Fall sollten Sie, wie bereits oben beschrieben, in jedem Fall ausdrücklich erklären, dass Sie die Rechnung lediglich unter Vorbehalt und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht begleichen, um an Ihr Fahrzeug zu gelangen. Ein entsprechender Vermerk ist zumindest auf der Rechnung/Quittung anzubringen, damit die Zahlung nicht als Anerkenntnis ausgelegt wird.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und verbleibe
mit freundliche Grüßen

ANTWORT VON

(1951)

Brandsweg 20
26131 Oldenburg
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