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Mangelhafte, handwerkliche Arbeiten an Dachrinne

16.10.2013 10:31 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


16:27

Sehr geehrte Damen und Herren,

erstmalig wurde am 27.11.2006 eine Erneuerung der Dachrinnen am Haus durchgeführt. Die Arbeiten wurden von einem Sub-Unternehmen, im Auftrag des von mir beauftragten Fertighaus-Bauservices durchgeführt. Die Abnahme dieser Arbeit "Erneuerung der Dachrinnen" erfolgte am 25.01.2007.

Danach folgten mehrere Mängel-Rügen, die zu insgesamt ca. 12-maliger Behebung führten. Ein Kernproblem war und ist: Die Dachrinnen sind an den Stößen undicht und es tropft! Dieser Mangel ist bis heute nicht behoben worden. Die endgültige Lösung, die zu einer Dichtheit der Dachrinnen führen sollte, war laut Vorschlag der Bauleitung, das Abdichten mit Manschetten und das Verlöten je Dachseite. Es wurden daraufhin (fachlich fragwürdig) Lötstellen nachgelötet und Dachrinnen-Stöße mit sogenannten Manschetten abgedichtet – jedoch ohne Erfolg.

Der schriftliche Vorschlag zur endgültigen Abdichtung der Dachrinnen (mit dem zuvor genannten Verfahren) erfolgte am 11.07.2011. Dessen Umsetzung erfolgte am 09.09.2011. Bereits im Januar 2012 wurde dieser Mangel erneut festgestellt!! (an den Manschetten und Lötstellen). Im Juli 2012 erfolgte erneut eine Nachbesserung. Im Winter 2013 wurde dieser Mangel dann wieder festgestellt. Vom Auftragnehmer erfolgte daraufhin am 02.07.2013 ein weiterer Versuch zur Nachbesserung. Sonderbar – ohne mich über dessen Durchführung zu informieren. Außerdem wurde hier nicht gelötet, sondern es wurden ausschließlich Manschetten angebracht.

Am 28.09.2013 erfolgte eine Überprüfung der Dachrinnen vom Auftraggeber. Dazu wurden, bei trockenem Wetter, die Dachrinnen durch das Anstauen von Wasser geflutet – Resultat: Die Dachrinnen sind weiterhin an den selben Stellen undicht und der Mangel besteht weiterhin. Bei der Überprüfung wurden Fotos gemacht, auf denen das Tropfen an den Stellen deutlich ersichtlich ist.

Gewährleistung laut Auftragnehmer: 5 Jahre (BGB) nach Abnahmetermin.


Meine Fragen:

- Wie lange besteht tatsächlich eine Gewährleistung?

- Besteht die Möglichkeit, ohne gerichtliche Auseinandersetzung, eine qualifizierte Firma zur Korrektur, auf Kosten des Fertighaus-Bauservice zu beauftragen?

- Welche Vorgehensweise empfehlen Sie, wir planen einen Brief für den Fertighaus-Bauservice mit entsprechenden Bildmaterial zu verfassen – wie muss da eine juristisch korrekte Formulierung lauten?

- Welche Vorgehensweise empfehlen Sie?


Vielen Dank vorab für Ihre Kompetenz

Einsatz editiert am 16.10.2013 10:35:32

16.10.2013 | 11:24

Antwort

von


(132)
Golmsdorfer Straße 11
07749 Jena
Tel: 03641 2692037
Web: http://www.raschwerin.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

die von Ihnen gestellten Fragen beantworte ich unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie Ihres Einsatzes wie folgt:


- Wie lange besteht tatsächlich eine Gewährleistung?

Für Arbeiten bei Bauwerken verjähren Ansprüche auf Gewährleistung grundsätzlich in 5 Jahren.

Aufgrund der zahlreichen Nachbesserungsversuche, ist jedoch ein Neubeginn der Verjährung gegeben. Ein Neubeginn der Verjährung liegt dann vor, wenn der Unternehmer aus der Sicht des Kunden nicht nur aus Kulanz, sondern in dem Bewusstsein handelt, zur Mängelbeseitigung verpflichtet zu sein. Es gibt herbei aber keine rechtliche Vermutung, die dafür spricht, dass Arbeiten zur Mangelbeseitigung stets im Bewusstsein ausgeführt werden, hierzu auch verpflichtet zu sein (BGH Urteil v. 8.7.1987 <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20ZR%20274/86" target="_blank" class="djo_link" title="BGH, 08.07.1987 - VIII ZR 274/86: Unterbrechung der kaufrechtlichen Verjährung durch Nachbesser...">VIII ZR 274/86</a>). Insofern ist es notwendig, dass Sie Nachweise haben (Schreiben des Unternehmers, eigene Schreiben wegen der Mängel), die belegen, dass die Nachbesserungen nicht aus Kulanz erfolgten.

- Besteht die Möglichkeit, ohne gerichtliche Auseinandersetzung, eine qualifizierte Firma zur Korrektur, auf Kosten des Fertighaus-Bauservice zu beauftragen?

Da die Handwerksfirma bereits mehr als zwei Versuche zur Mängelbeseitigung unternommen hat, die erfolglos waren, können Sie eine andere Firma mit der Ausbesserung beauftragen und die Kosten dem ursprünglich tätigen Handwerksbetrieb in Rechnung stellen.

- Welche Vorgehensweise empfehlen Sie, wir planen einen Brief für den Fertighaus-Bauservice mit entsprechenden Bildmaterial zu verfassen – wie muss da eine juristisch korrekte Formulierung lauten?

Eine juristisch korrekte Formulierung kann im Rahmen einer Erstberatung nicht erfolgen. Zudem ist der von Ihnen gebotene Einsatz hierzu nicht ausreichend.

- Welche Vorgehensweise empfehlen Sie?

Schreiben Sie de Fertighaus-Bauservice an und teilen ihm mit, dass Sie eine andere Firma beauftragen werden und die Kosten dann in Rechnung stellen werden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Daniela Weise, Rechtsanwältin


Rechtsanwältin Daniela Weise-Ettingshausen

Rückfrage vom Fragesteller 22.10.2013 | 14:31

Sehr geehrte Frau Weise,

vielen Dank für Ihre Rückmeldung.

Das habe ich ebenfalls vermutet, dass sich die Gewährleistung aufgrund der Nachbesserungen verlängert. Sie haben folgendes geschrieben:

----
Aufgrund der zahlreichen Nachbesserungsversuche, ist jedoch ein Neubeginn der Verjährung gegeben. Ein Neubeginn der Verjährung liegt dann vor, wenn der Unternehmer aus der Sicht des Kunden nicht nur aus Kulanz, sondern in dem Bewusstsein handelt, zur Mängelbeseitigung verpflichtet zu sein. Es gibt herbei aber keine rechtliche Vermutung, die dafür spricht, dass Arbeiten zur Mangelbeseitigung stets im Bewusstsein ausgeführt werden, hierzu auch verpflichtet zu sein (BGH Urteil v. 8.7.1987 <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20ZR%20274/86" target="_blank" class="djo_link" title="BGH, 08.07.1987 - VIII ZR 274/86: Unterbrechung der kaufrechtlichen Verjährung durch Nachbesser...">VIII ZR 274/86</a>). Insofern ist es notwendig, dass Sie Nachweise haben (Schreiben des Unternehmers, eigene Schreiben wegen der Mängel), die belegen, dass die Nachbesserungen nicht aus Kulanz erfolgten.
----

Der Auftragnehmer hat, so schlau wie er scheint, während der Nachbesserung in einem Schreiben dies als Kulanz formuliert. Also einseitig. Wir haben es nicht als Kulanz interpretiert.

Können Sie Ihre Aussage etwas genauer definieren? Ist es relevant, wie der Auftragnehmer seine Nachbesserung benennt, oder wirken unserer vorliegenden Schreiben, an den Auftragnehmer gerichtet, mit der ständigen Bitte um erneute Nachbesserung stärker dahingehend, dass es eine Nachbesserung und keine Kulanz ist?

Wenn wir nun ein anderes Unternehmen beauftragen, wird der Auftragnehmer vermutlich nicht einfach diese Rechnung bezahlen. Mir erscheint deshalb eine außergerichtliche Einigung darüber nicht möglich – schätze ich das richtig ein?

Besten Dank vorab.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 22.10.2013 | 16:27

Ihre Nachfragen beantworte ich Ihnen wir folgt:

Können Sie Ihre Aussage etwas genauer definieren? Ist es relevant, wie der Auftragnehmer seine Nachbesserung benennt, oder wirken unserer vorliegenden Schreiben, an den Auftragnehmer gerichtet, mit der ständigen Bitte um erneute Nachbesserung stärker dahingehend, dass es eine Nachbesserung und keine Kulanz ist?

Entscheidend ist dass der Unternehmer den Mangel anerkennt. Dies hat er dann nicht getan, wenn er mitteilt, er bessere nur aus Kulanz nach. Entscheidend ist also die Erklärung des Unternehmers.

In Ihrem Fall kann jedoch eingewandt werden, dass die Nachbesserungsarbeiten derart oft erfolgtem, dass ein Fall der sog. mangelhaften Nacherfüllung vorliegt, mit der Konsequenz, dass die Verjährung neu zu laufen begann. Das heißt, dass bei einer mangelhaften Nacherfüllung die Verjährungsfrist jeweils neu zu laufen beginnt, wenn derselbe Mangel erneut auftritt

Wenn wir nun ein anderes Unternehmen beauftragen, wird der Auftragnehmer vermutlich nicht einfach diese Rechnung bezahlen. Mir erscheint deshalb eine außergerichtliche Einigung darüber nicht möglich – schätze ich das richtig ein?

Dies ist durchaus möglich, eine sichere Prognose kann ich Ihnen aber nicht geben. Deswegen sollten Sie das Unternehmen auch schriftlich kontaktieren und mitteilen, dass Sie die Arbeiten aufgrund der mehrfachen fehlerhaften Nachbesserungsarbeiten nunmehr durch ein anderes Unternehmen ausführen lassen werden.

Mit freundlichen Grüßen

Daniela Weise
Rechtsanwältin

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