Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Mangelbeseitung rechnet sich nicht für Vermieter


16.06.2006 17:07 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Hallo,

ich bin Mieter in einem Berliner Mietobjekt, in dem es einen Fahrstuhl gibt.
Dieser fängt beim fahren auf Höhe meiner Wohnung ca. alle 2-3
Wochen an leicht zu vibrieren, wobei die Vibrationen dann jeden
Tag stärker werden, bis das ganze dann nach ca. 1 Woche in einer
fulminanten Lärmbelastung mündet.
D.h. die Mietwohung dröhnt und wackelt jedesmal, wenn der Fahr-
stuhl dann im Haus genutzt wird.
Andere Mieter im Haus sind nur leicht von dem Problem betroffen.

In der Vergangenheit hat der Vermieter etliche Male dann Hand-
werker geschickt, die dann den Mangel ersteinmal beseitigt haben,
bis es dann in 2-3 Wochen wieder von vorn losging.

Eine dauerhafte technisch bezahlbare Lösung konnten die Hand-
werker nach Aussage des Vermieters nicht anbieten.

Jetzt hat mir der Vermieter erklärt, daß er nicht ständig die
Handwerker schicken könne, da dieses jedesmal 250 EUR kosten
würde und zu teuer sei.
Er hat mir erklärt, daß die Vibrationen witterungsbedingt seien,
und daß ich zukünftig damit leben müsse.

Ich nehme an, der Vermieter wird schlicht rechnen, daß wenn ich
die Miete um 30-50 Prozent mindere, er immer noch billiger dabei
wegkommt, als wenn er ständig die Handwerker schickt oder den
Fahrstuhl gar total sanieren lässt.

Muss ich jetzt mit diesem Mangel (billig) leben oder kann ich
eine Beseitigung durchsetzen und wenn ja wie ?
Selbst eine Firma für eine Reparatur oder zu beauftragen, scheint
mir fraglich, da sich der Mangel nicht innerhalb der von mir
angemieteten Wohnung befindet, sondern aussen am Haus.
Auch weiss ich nicht, inwieweit die Handwerker überhaupt etwas
machen können, wenn Sie mangels Vermieterunterstützung
z.B. keinen Zutritt zu benötigten Räumlichkeiten wie etwa der
Stromversorgung des Hauses haben.

Der Mangel bestand nicht immer, in der ersten 5 Jahren Jahren
meiner Mietzeit gab es nie ein Problem mit dem Fahrstuhl,
vor ca. 1.5 Jahren ist der Mangel zum erstenmal aufgetreten.

Dank und Gruss


Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage. Unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung und Ihres Einsatzes möchte ich diese wie folgt beantworten:

Ihre Wohnung leidet unter einem Mangel, nämlich der Lärmbelästigung. Dies berechtigt Sie zu einer angemessenen Mietminderung. Diese müssen sie dem Vermieter anzeigen.

Bei jedem erneuten Auftreten der Lärmbelästigung sollten Sie Ihren Vermieter von dem Mangel unterrichten. Dies ist zum einen Ihre vertragliche Pflicht und zum anderen können Sie Ihren Vermieter damit nerven.

Eine Beseitigung durch Sie als Mieter scheint nahezu unmöglich.
Dies würde zunächst eine Einwilligung des Vermieters voraussetzen, die dieser wahrscheinlich schon aus haftungsrechtlichen Gründen nicht erteilen wird. Darüber hinaus würde sich dann die Frage der Kostentragung und Ihrer eigenen Haftung stellen.
Eine "Notgeschäftsführung" ohne Einwilligung des Vermieters scheidet hier aus, da eben kein Notfall vorliegt, sondern Ihnen zugemutet werden kann, den Vermieter zwecks Behebung des Mangels zu informieren.

Sie haben leider keine Möglichkeit, Ihren Vermieter zu einer Sanierung zu zwingen. Im Zweifel bleibt Ihnen nur die Möglichkeit der Kündigung, wobei aber die Voraussetzungen für eine fristlose Kündigung nicht gegeben sein dürften, so dass nur eine ordentliche kündigung in Betracht kommt.

Vielleicht sollten Sie bei Ihrem Vermieter auch einmal nachfragen, ob er bei diesen regelmäßig auftretenden Problemen ohne Reparatur bzw. Sanierung überhaupt noch die Sicherheit gewährleisten kann. Wenn dies nicht der Fall sein sollte, käme auch diesbezüglich eine Mietminderung in Betracht (in Abhängigkeit davon, in welcher Etage Sie wohnen).

Auch wenn ich Ihnen keine positivere Antwort geben kann, hoffe ich doch, dass ich Ihnen eine erste rechtliche Orientierung geben konnte.

Mit freundlichen Grüßen

Ina Hänsgen
Rechtsanwältin


Nachfrage vom Fragesteller 17.06.2006 | 11:02

Hallo,
danke für Ihre Antwort, die mir eine erste Orientierung geben konnte.
Eine Frage noch zu den von Ihnen verwendeten Begriff "angemessene
Mietminderung".
Wenn man bei der Häufigkeit der Störungen durch die
Fahrstuhlbenutzung durchschnittlich zugrunde legt:

22-6 Uhr: 3 malige Nutzung (Störung der Nachtruhe)
6-22 Uhr: 25 malige Nutzung (Störungen über den Tag verteilt)

in welcher Höhe halten Sie eine Mietminderung für angemessen ?

Danke und viele Grüsse

Nachfrage vom Fragesteller 17.06.2006 | 11:54

Hallo,
danke für Ihre Antwort, die mir eine erste Orientierung geben konnte.
Eine Frage noch zu den von Ihnen verwendeten Begriff "angemessene
Mietminderung".
Wenn man bei der Häufigkeit der Störungen durch die
Fahrstuhlbenutzung durchschnittlich zugrunde legt:

22-6 Uhr: 3 malige Nutzung (Störung der Nachtruhe)
6-22 Uhr: 25 malige Nutzung (Störungen über den Tag verteilt)

in welcher Höhe halten Sie eine Mietminderung für angemessen ?

Danke und viele Grüsse

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.06.2006 | 14:43

Die Angemessenheit der Mietminderung richtet sich nach der Häufigkeit und Intensität der Beeinträchtigung, also auch nach der Lautstärke. Aus der Ferne kann ich mich daher nicht auf einen bestimmten Prozentsatz festlegen.
Nachfolgend aber noch ein paar Beispiele zur Orientierung:
- Lärmbelästigung aus einer unterhalb der Wohnung gelegenen Kinderarztpraxis (10%)
- Diskomusik (6x im Monat bis 3 Uhr) (15%)
- Nachbar spielt gut hörbar länger als 2 Std. täglich Klavier (20%)
- Erhebliche Störung der Nachtruhe durch Diskothek mit über 86 dB (30%)
- Baulärm u. Erschütterungen, normale Unterhaltung nicht möglich (25%)
- Gaststättenlärm bis 1 Uhr nachts (37%)
- nächtliche Lärmstörung durch benachbartes Billard-Cafe (20%)
- erhebliche Lärmbeeinträchtigung durch Nachbarn/bis in die Nacht (20%/40%)
- unzureichender Trittschallschutz (5% bis 20%)
- Lärm bei fließendem Wasser > 35 dB(A) (10%)

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER