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Mangel an gekauftem Neufahrzeug


| 20.10.2005 08:22 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Fahrzeug wurde im August gekauft und zugelassen. Nach 1800 km blieb das Fahrzeug nach längerem Stop&Go auf der linken Fahrspur der Autobahn liegen (Versagen des Halbautomaik-Getriebes) und mußte abgeschleppt werden. Das Fahrzeug wurde bei der Fachwerkstatt vorgestellt, wo es auch gekauft wurde. Auskunft war letztlich, dass dieser Mangel beim Hersteller bekannt sei, es wurde ein Schreiben des Herstellers vorgewiesen, der Mangel aber nicht behoben werden kann. Der Mangel tritt immer bei Stau bzw. Stop&Go-Verkehr auf und kann jederzeit wieder auftreten.
Verkaufen kann ich das Fahrzeug mit diesem Mangel auch nicht ohne größere Verluste.
Kann ich vom Händler bzw. Hersteller die Rücknahme des Fahrzeuges bzw. ein anderes Fahrzeug ohne diesen mangelhaften Antrieb verlangen ? Was empfehlen Sie mir, hier zu tun?
Vielen Dank und Gruß
20.10.2005 | 09:36

Antwort

von


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Heinrich-Brüne-Weg 4
82234 Weßling
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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund der mitgeteilten Tatsachen wiefolgt beantworten möchte:

1.Nachdem hier ein offensichtlich bekannter Mangel vorliegt, der nach Ihrer Schilderung sowohl dem Händler als auch dem Hersteller bekannt war, wurden Sie schon beim Kauf des Autos getäuscht durch Verschweigen des Mangels. Wenn Sie von dem Mangel gewußt hätten, hätten Sie den Wagen nicht gekauft.

2.Zugleich können Sie aufgrund des Mangels eine mangelfreie Sache verlangen. Das scheint aber aufgrund Ihrer Schilderung unmöglich, da alle Fahrzeuge mit diesem Getriebe denselben Fehler aufweisen. Eventuell bietet der Händler ein vergleichbares Fahrzeug an. Das müssen Sie aber nicht akzeptieren. Als „mangelfreie Sache“ gilt nur ein Fahrzeug, das technisch und von der Ausstattung her identisch ist mit Ihrem.

3.Ich schlage folgendes weitere Vorgehen vor:
- erklären Sie den Rücktritt vom Vertrag ( § 433 Abs.1 S. 2, 434 Abs. 1 Nr. 2, 439 Abs. 1, 437 Nr. 2 BGB). Da ein gleiches Auto nicht fehlerfrei geliefert werden kann (Aussage des Herstellers), verlangen Sie Ihre Geld zurück.

- daneben können Sie Schadensersatzansprüche geltend machen, z.B. Kosten für einen Mietwagen oder Kosten für die Rechtsverfolgung, wenn der Händler sich weigert, den Rücktritt zu akzeptieren.

- im Gegenzug müssen Sie das Fahrzeug wieder zurück geben, aber natürlich nur gleichzeitig mit Zahlung des Kaufpreises! Lassen Sie sich nicht darauf ein, das Fahrzeug ohne eine Zahlung da zu lassen, sonst rennen Sie Ihrem Geld hinterher.

4.Sollten Sie das Fahrzeug trotz des Mangels behalten wollen, können Sie eine Minderung verlangen. Diese muß „angemessen je nach Mangel“ sein. Hier müssen Sie versuchen eine Einigung mit dem Händler zu erziehlen, oder durch ein Sachverständigengutachten feststellen lassen, welchen Wert das Fahrzeug trotz des Mangels noch hat.

Ansprechpartner ist hier der Händler, bei dem Sie das Fahrzeug gekauft haben. Lassen Sie sich nicht darauf ein, selbst mit dem Hersteller verhandeln zu müssen, das muß der Händler dann selbst übernehmen. Wenn Sie die Möglichkeit haben, lassen Sie sich sicherheitshalber eine Kopie des Herstellerschreibens über den Mangel geben. Dies dient der Beweissicherung für den Fall, dass es bei der Rückabwicklung Schwierigkeiten gibt. Nehmen Sie immer einen Zeugen mit zu den Gesprächen.

Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem Rechtsproblem weiter geholfen.

Mit freundlichen Grüssen

Nina Heussen
Rechtsanwältin

info@anwaeltin-heussen.de
www.anwaeltin-heussen.de


Nachfrage vom Fragesteller 21.10.2005 | 07:56

Sehr geehrte Frau Hessen, jetzt habe ich doch noch eine Nachfrage. Der Händler hat selbst erst am 19.10.05 durch eine technische Information des Herstellers von diesem Mangel erfahren.Verschwiegen hat er mir den Mangel also nicht arglistig. Das Schreiben des Herstellers habe ich zwar gesehen, konnte es aber nicht erhalten und einen Zeugen dafür habe ich nicht.Ich habe nur den Mitschnitt eines Telefonates mit dem Mitarbeiter des Autohauses, bei dem er Bezug auf dieses Schreiben nimmt.Weiterhin wurde mir erklärt, dass weitere Schäden mit diesem Schadensbild nicht bekannt seien. Ich sei die erste.
Der Kundenservice des Herstellers, mit dem ich telefoniert habe, leitet die Angelegenheit an die Zentrale weiter und ich soll Bescheid erhalten, wann konnte man mir allerdings nicht sagen.

Habe ich so überhaupt eine Chance, das Fahrzeug zurückzugeben oder muß ich dem Händler/hersteller eine angemessene Frist zur Mangelbeseitigung einräumen? Im Falle einer Rückgabe hätte der Wagen mehr als 2500 km gelaufen. Müsste ich da Abzüge bzw. Nutzung für bezahlen? Der Händler wird freiwillig das Fahrzeug nicht zurücknehmen und ich kann den Mangel ohne dieses Schreiben ja nicht beweisen bzw. ihn mutwillig herbeiführen.
Vielen Dank nocheinmal für Ihre Antwort
Mit freundlichem Gruß

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.10.2005 | 10:05

Sehr geehrter Ratsuchender,

1.Als Käufer können Sie wählen, ob Sie ein neues Auto geliefert haben wollen oder es reparieren wollen. Der Verkäufer kann die Lieferung aber verweigern, wenn das nur mit unverhältnismäßigen Kosten verbunden ist, was beim Auto wohl immer der Fall ist, da die Reparatur normalerweise wesentlich geringere Kosten verursacht. Wenn der Schaden mit der Reparatur zu beheben ist, muß der Verkäufer das Auto nicht zurück nehmen.

2.Sie sagten aber, dass die Reparatur nicht möglich sei. Dann muß er ein neues Auto liefern. Da nach Ihrer Schilderung bei genau dem gleichen Model aber der Mangel immer auftritt, kann er Ihnen kein mangelfreies Auto liefern. Dann muß er Ihnen das Geld zurück geben und sich mit seinem Schaden an den Hersteller wenden.

3.Da Sie das Auto genutzt haben, wird der Händler eine Nutzungentschädigung verlangen.

4.Versuchen Sie das Schreiben des Herstellers zu bekommen. Verlangen Sie für Ihrer Unterlagen eine Kopie des Schreibens des Herstellers. Dann haben Sie genauere Kenntnisse, worum es sich bei dem Fehler handelt.


Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem Rechtsproblem weiter geholfen.

Mit freundlichen Grüssen
Nina Heussen
Rechtsanwältin
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