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Mandatniederlegung + Fristversäumnis


14.10.2005 15:36 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Guten Tag,

im Mai 2004 fuhr mir ein anderer Verkehrsteilnehmer auf mein stehendes Auto mit 50 km/h auf. Die Rechtslage war klar und die Versicherung zahlte, da ich HWS-BWS-LWS, Bein- und Armverletzungen hatte. Bis Oktober wurde Verdienstausfall und 1500 € Schmerzensgeld gezahlt. Da ich immer noch krank geschrieben war, wollte die Versicherung erst den Gutachterbericht des Krankenhauses abwarten. Dieser wurde im Febr. 05 im Auftrage der Versicherung erstellt, als ich bereits wieder berufstätig war und dieser Arzt ist der Meinung, daß sämtliche Verletzungen degenerativ wären (ich bin 52 Jahre alt).

Die Versicherung bat den Anwalt um ein persönliches Gespräch, um die Sache zum Ende zu bringen, was dieser mir gegenüber mit erheblichen Arbeitsaufwand ablehnte.

Schreiben der Versicherung blieben seit März 05 unbeantwortet. Nun hat die Versicherung Anfang August fast den gesamten Verdienstschaden zurückgefordert und will nur eine Krankheitszeit von 4 Wochen anerkennen.

Dieses Schreiben erhielt ich 1 Woche nach Ablauf der von der Versicherung gesetzten Frist ohne Kommentar. Auf Nachfragen bei meinem Anwalt erhielt ich ein Schreiben mit seiner Kündigung und Rechnung. Wegen des "erheblichen Arbeitsaufwandes" und der Wahrscheinlichkeit einen Prozeß zu verlieren (den ich gar nicht führen will) und weil ich ihn kritisiert hätte, rät er mir seine Rechnung umgehend zu bezahlen und die geforderten 15.000 € ebenfalls an die Versicherung zurückzuzahlen.

Ein wenig mehr Kampfbereitschaft hätte ich schon erwartet.

Es wurde mir kein weiterer Schriftverkehr seitdem zugesendet.

Meine Fragen beziehen sich lediglich auf das Verhalten des Anwaltes:

1. Ist ein Anwalt berechtigt ohne Rücksprache mit mir, diese Entscheidung zu treffen?

2. Kann er, obgleich es für mich eine erhebliche Schlechterstellung meiner Situation bedeutet, diesen Fall so einfach niederlegen?

3. Darf er der Versicherung mitteilen, daß er sein Mandat gekündigt hat?

4. Was kann ich Ihrer Meinung nach tun?

Vielen, vielen Dank für eine Antwort

Liebe Grüße

14.10.2005 | 16:47

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund der mitgeteilten Tatsachen wiefolgt beantworten möchte:

1.Kündigung des Mandats:

Der Anwalt kann das Mandatsverhältnis aus wichtigem Grund kündigen. Dazu zählt z.B. Die Zerstörung des Vertrauensverhältnisses zwischen Mandant und Anwalt. Die Anspielung, Sie hätten ihn kritisiert, geht wohl in diese Richtung. Ebenso kann er das Mandat kündigen, wenn er von der Unvertretbarkeit der Sache überzeugt ist.

2.Mitteilung der Kündigung:

Die Kündigung des Mandats kann und muß er dem Gegener – hier der Versicherung-, denn mit der Anzeige der Kündigung erlischt die von Ihnen erteilte Vollmacht zu Ihrer Vertretung und mit Kenntnis weiß auch die Versicherung, dass sie nunmehr sämtliche Schreiben wieder an Sie weiterleiten muß.

3.Haftung des Anwalts:

Es kann aber sein, dass Ihr Anwalt seine Pflichten aus dem Vertrag mit Ihnen verletzt hat und Ihnen somit zum Ersatz des Schadens haftet. Das kann der Fall sein, wenn er Sie falsch beraten hat. Aber auch wenn die rechtliche Einschätzung richtig war, kann eine Haftung daraus entstehen, dass er sich geweigert hat, mit der Versicherung eine Einigung herbeizuführen.

4.Weiteres Vorgehen:

Zunächst würde ich die Kündigung des Anwalts mit einem Begleitschreiben an die zuständige Rechtsanwaltskammer (dort, wo der Anwalt zugelassen ist) einreichen mit dem Hinweis, dass Sie die Kündigung für unwirksam halten. Daneben schildern Sie das Verhalten des Anwalts, insbesondere, dass er Verhandlungen nicht wahrgenommen hat und untätig war.
Gleichzeitig suchen Sie sich einen Anwalt, dem Sie den Fall schildern in sämtlichen Einzelheiten. ER wird konkret beurteilen können, ob Sie Chancen gegen den Anwalt haben, ob eine Pflichtverletzung tatsächlich vorliegt. Da mir hier nur wenige Informationen vorliegen, kann ich das abschließend nicht beurteilen. Ich würde Ihnen auch zu schnellem Handeln raten. Teilen Sie der Versicherung mit, dass Sie einen neuen Anwalt suchen und bitten Sie um Aufschub einer Antwort, bis der neue Anwalt sich meldet.

Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem Rechtsproblem weiter geholfen.

Mit freundlichen Grüssen

Nina Heussen
Rechtsanwältin

info@anwaeltin-heussen.de
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