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Mandat statt Beratungsgespräch

08.10.2008 17:28 |
Preis: ***,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht


Ich hatte bei einer Anwältin um ein Beratungsgespräch in einer Erbangelegenheit gebeten. Die Unterlagen hierzu hatte ich für sie bereits kopiert und zum Termin mitgebracht. Bei Terminvereinbarung und zu Beginn des Gesprächs hatte ich ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ich im Moment nur einen Beratungstermin wünsche, ggf. aber zu einem anderen Zeitpunkt nochmal auf sie zurückkomme. Das Gespräch dauerte ca. 30 Minuten. Zu Beginn habe ich ihr kurz aber mit allen relevanten Fakten den Sachverhalt dargelegt. Meine Fragen hat sie mir - auch auf Nachfrage - nur unzureichend beantwortet. Sie wollte die Unterlagen zur Einsicht behalten und einige Tage später diesbzgl. nochmal telefonisch auf mich zukommen. Wie ich erst viel später erfahren habe hat sie im Anschluss an das Beratungsgespräch bei dem Anwalt des Gegeners angerufen, sich dort als meine Prozessbevollmächtigte vorgestellt und versucht, Details über den Gegner zu erfragen. Ich hatte ihr kein Mandat erteilt. Nach dem unzufriedenstellenden Verlauf des Beratungsgesprächs hatte ich dies auch nicht mehr vor.

Einige Tage nach dem Beratungsgespräch hat mich die Anwältin angerufen und mir noch einige Optionen aufgezeigt. Ich wußte nichts von dem Telefonat der Anwältin mit der Gegenseite also war damit die Sache für mich erledigt. Für sie anscheinend weniger, denn sie hat am gleichen Tag die Gegenseite angeschrieben, sich dort nochmals als meine Prozessbevollmächtigte ausgegeben und der Gegenseite in meinem Namen einen Vorschlag unterbreitet. Zudem hat sie die Gegenseite um einige weitere Informationen gebeten. Dies ist für mich von Nachteil, da der Gegner nun annehmen muss, dass gewisse Unterlagen nicht oder in nicht ausreichender Form für eine evtl. gerichtliche Auseinandersetzung in meinem Besitz sind. Es bringt mich also in eine schlechtere (außergerichtliche) Verhandlungsposition. Dies betrifft immerhin gut 50 % des Streitwerts. Ich habe eine Kopie des Schreibens und bin weder mit dem Inhalt noch der Form (zahlreiche Tipp- und Grammatikfehler) einverstanden. Auf meine Anrufe diesbzgl. in ihrer Kanzlei war sie tagelang nicht zu erreichen. Jetzt habe ich eine Rechnung von ihr bekommen: Da ich das Mandat beenden möchte - bis dato wußte ich nicht das ich ihr eines erteilt hatte - hat sie einen Streitwert von 25.000 € angenommen und davon ausgehend 1,3 Geschäftsgebühr (891,80 €) und eine Auslagenpauschale (20 €) zzgl. Mehrwertsteuer berechnet, insgesamt 1.085 €.

Ich möchte mir dies nicht aufzwingen lassen und diesen Betrag verständlicherweise auf keinen Fall bezahlen. Zudem möchte ich mir aufgrund der nun für mich verschlechterten Verhandlungsposition gerichtliche Schritte gegen die Anwältin vorbehalten. Bei den Gesprächen war leider kein Zeuge anwesend.

Sind ein Mandat oder eine andere Bevollmächtigung der Anwältin zur Kontaktaufnahme mit der Gegenseite hier überhaupt zustande gekommen?
Benötigt die Anwältin nicht zumindest eine schriftliche Vollmacht, wenn sie sich Dritten gegenüber als meine Prozessbevollmächtigte ausweist?
Ist die Gebühr für den Streitwert richtig berechnet?
Gibt es eine Chance, die Anwältin aufgrund der Tatsache zu belangen, dass sie meine Verhandlungsposition mit der Gegenseite verschlechtert hat?

Vielen Dank!

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

unter Zugrundelegung des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Sofern Sie der Anwältin ausdrücklich zu verstehen gegeben haben, dass Sie lediglich eine Erstberatung und keine Vertretung wünschen, ist kein Mandat mit Vertretungsbefugnis zustande gekommen. Daran kann auch die Überlassung der Unterlagen nichts ändern, sofern Sie die Unterlagen nur zur Durchführung der Erstberatung überlassen haben.

Die schriftliche Vollmacht dient der Legitimation nach außen. Die Schriftform ist nicht Voraussetzung der Entstehung des Mandatsverhältnisses.

Für den angegebenen Streitwert ist die Berechnung der Geschäftsgebühr korrekt.

Sofern die Rechtsanwältin schuldhaft eine Pflichtverletzung begangen hat und Ihnen hieraus ein Schaden entsteht, könnten Sie diesen ihr gegenüber geltend machen.

---
Abschließend erlaube ich mir, Sie auf Folgendes hinzuweisen: Bei der vorliegenden Antwort, welche ausschließlich auf Ihren Angaben basiert, handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Ich hoffe Ihnen einen ersten Überblick gegeben zu haben und stehe Ihnen gerne weiterführend, insbesondere im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion, zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Kristin Pietrzyk
Rechtsanwältin

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