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Maklervertrag mit 'Verweisungsklausel' gültig?

| 29.04.2008 15:32 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


08:32

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir versuchen den Verkauf unseres Hauses aus mehr als 800 km Entfernung. Zunächst haben wir in Eigenregie ca. ein halbes Jahr lang über verschiedene Internetportale Anzeigen aufgegeben. Der Erfolg: beinah geklappt. Wir haben nun einen örtlichen Makler beauftragt, nachdem wir uns auch die anderen dort angesehen haben.

Dieser Makler hatte uns etwas mehr als seine Mitbewerber überzeugt. Also wird er auch besser Kaufinteressenten überzeugen? Doch mit seiner Werbung im Internet sind wir nun nicht ganz zufrieden. Das haben wir besser gemacht.

Der qualifizierte Maklervertrag (also Alleinauftrag) ist bis Mitte Juli befristet. Jetzt hat sich ein Interessent direkt bei uns gemeldet. Muß ich diesen nun lt. Vertrag an den Makler verweisen? Es heißt dort: "Sie werden das Objekt ebenfalls nicht selbst inserieren und alle an Sie herantretenden oder sonst bekannt gewordenen Interessenten, Makler und Dritte an uns verweisen." - Von der Provisionsregelung sind lt. Vertrag 7 frühere "Beinahkäufer" namentlich ausgeschlossen.

Der neue Kaufinteressent will nichts mit dem Makler zu tun haben! Er will - wenn überhaupt - das Haus provisionsfrei kaufen.
Frage 1: Bin ich in diesem Fall an die "Verweisungsklausel" gebunden? - Oder was kann ich sonst tun?

Einige Maklergruppen boykotieren z. Z. das Internetportal "Scout24" wegen einer drastischen Preiserhöhung. Unser Makler hat das Inserat dort auch gelöscht. Wir hatten vordem mit unseren Inseraten die Erfahrung gemacht, daß fast alle unsere Kaufinteressenten über "Scout 24" kamen.
Frage 2: Können wir nun selbst dort (oder gar woanders) inserieren - evt. mit der Tel.-Nr. des Maklers - oder einfach die "Verweisungsklausel" als nichtig ansehen und uns selbst als Ansprechpartner angeben???

Frage 3: Ist der Maklervertrag mit "Verweisungsklausel" überhaupt gültig?

Vielen Dank!

29.04.2008 | 16:12

Antwort

von


(452)
HInter der Twiete 28
22851 Norderstedt
Tel: 040-41186796
E-Mail:
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Sehr geehrter Ratsuchender!

Ihre Anfrage möchte ich aufgrund Ihrer Informationen und im Hinblick auf den Einsatz wie folgt beantworten.

1.
Die Rechtsprechung verlangt bezüglich der Wirksamkeit dieser Hinzuziehungs- und Verweisungsklausel ein individuelles Aushandeln(BGH NJW 1985, 632 ; NJW 1982, 2316 ).
Dann darf diese Klausel nicht schon im Formularvertrag enthalten sein, die der Verkäufer nur noch zu unterzeichnen hat.

Aushandeln liegt erst dann vor, wenn der Makler in Verhandlungen erklärt hat, dass er bereit ist,Regelungen zu ändern oder aber auch auf bestimmte Regelungen ganz oder teilweise zu verzichten.
Bloßes Erklären der Regelung ist kein Aushandeln (BGH NJW 91, 1679).

Auch das Einverständnis des Verkäufers nach einem Hinweis auf die belastende Klausel genügt nicht (Schleswig Holstein DR 01, 262).

Wird vom Makler die Verhandlungsbereitschaft über eine solche Hinzuziehungs- und Verweisungsklausel ggü. dem Verkäufer unzweideutig und ernstlich erklärt und ist dies dem Verkäufer auch bewusst, so kann dann, wenn der Verkäufer den qualifizierten Alleinauftrag unterzeichnet, das individuelle Aushandeln der Hinzuziehungs- und Verweisungsregelung bejaht werden.

Ob in Ihrem Fall die Klausel wirksam ist, läßt sich anhand der mir vorliegenden Informationen nicht abschließend bewerten.
Wurde die Klausel in einem Gespräch zwischen dem Makler und Ihnen ausgehandelt, so ist sie wirksam.
Eine Umgehung des Maklers wäre dann nicht zulässig bzw. der Makler könnte dann Schadenersatzansprüche gegen Sie geltend machen.


2.
Bei einem qualifizierten Makleralleinauftrag entfällt regelmäßig das Selbstverkaufsrecht des Verkäufers.
Daher könnten Sie während der Vertragslaufzeit, sollte der qualifizierte Alleinauftrag wirksam vereinbart worden sein, lediglich unter Angabe der Kontaktdaten des Maklers bei Scout 24 inserieren.

3.
Hier gilt das bereits zu 1. Gesagte!


Ich hoffe, Ihre Fragen zunächst beantwortet zu haben.

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Mit freundlichem Gruß,

Rechtsanwältin Wibke Schöpper.


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Rechtsanwältin Wibke Türk

Rückfrage vom Fragesteller 06.05.2008 | 00:14

Sehr geehrte Frau Schöpper,

wieso hat das "System" nicht meine doch sehr positive Bewertung Ihrer Antwort überragen?
MfG

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 06.05.2008 | 08:32

Sehr geehrter Ratsuchender!

Meist dauert es etwas, bis das System die Bewertungen freischaltet.
Ich als Beraterin konnte die Bewertung in meinem Menü jedoch schon einsehen.

Vielen Dank.

Mit freundlichem Gruß,

Rechtsanwältin Wibke Schöpper

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Vielen Dank Frau Schöpper für Ihre sehr ausführliche Beantwortung meiner Frage! Somit weiß ich, wie ich mich weiter verhalten kann.

In Ihrer Antwort haben Sie indirekt den geringen Einsatz bemängelt. Ich glaube, das liegt vielleicht an einigen wenigen RAe, die da trotz höherem Einsatz den Fragesteller mit einer kurzen und unvollständigen Antwort weiter im Dunkeln stehen lassen.

Nochmals vielen Dank!

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Vielen Dank Frau Schöpper für Ihre sehr ausführliche Beantwortung meiner Frage! Somit weiß ich, wie ich mich weiter verhalten kann.

In Ihrer Antwort haben Sie indirekt den geringen Einsatz bemängelt. Ich glaube, das liegt vielleicht an einigen wenigen RAe, die da trotz höherem Einsatz den Fragesteller mit einer kurzen und unvollständigen Antwort weiter im Dunkeln stehen lassen.

Nochmals vielen Dank!


ANTWORT VON

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