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Maklervertrag - Kündigung?

| 03.06.2008 11:01 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


11:49
Sehr geehrte Damen und Herren,

zu folgendem Sachverhalt bitte ich Sie um eine rechtliche Beurteilung und - wenn möglich - Handlungsempfehlung:

Ich habe im September 2007 gemeinsam mit meiner damaligen Lebensgefährtin (nicht verheiratet) ein Einfamilienhaus erworben. Wir waren beide zu gleichen Teilen im Grundbuch als Eigentümer eingetragen.

Zwischenzeitlich habe ich mich im März 2008 von dieser Lebensgefährtin getrennt.

Gemeinsam hatten wir im März 2008 einen Makler beauftragt, Kaufinteressenten für das Haus zu finden, weil wir das Objekt wieder veräußern wollten, sofern sich ein entsprechender Käufer zu einem bestimmten Preis findet.

Nachdem wir beide gemeinsam den Makler (Laufzeit des Maklervertrags 6 Monate) beauftragt hatten, das Objekt anzubieten, meldeten sich zunächst lange Zeit keine Interessenten. Ich habe mich daraufhin entschlossen, den hälftigen Grundstücks- und Hausanteil meiner ehemaligen Lebensgefährtin auf mich zu übernehmen. Ein entsprechender notarieller Kaufvertrag wurde mit Wirkung zum 5. Mai 2008 vor einem Notar geschlossen. Eine Mitwirkung des Maklers hat in diesem Fall nicht stattgefunden.

Nun meine Fragen:

1.) Läuft nach der Übertragung des Haus-Anteils meiner ehem. Lebensgefährtin auf mich der Maklervertrag weiter? Meine ehem. Lebensgefährtin ist ja nun nicht mehr Eigentümerin.

2.) Ich habe nun, da das gesamte Objekt mir allein gehört, kein Interesse mehr daran, das Objekt zu veräußern. Werde ich gegenüber dem Makler in irgendeiner Form zahlungspflichtig, wenn ich nun mitteile, dass ich kein Interesse mehr an einer Veräußerung habe? (Verbidnung evtl. zu Punkt 1?)

3.) Gibt es evtl. eine Ausstiegsmöglichkeit für mich aus dem Maklervertrag (sofern dieser nach dem Übertrag des Eigentums noch läuft)? Oder kann ich rein theoretisch einfach den Preis für das Haus nun so hoch ansetzen, dass es unrealistisch ist ist, dass ein Käufer diesen Preis bezahlt? Hat der Makler hier ein Mitspracherecht beim Preis?

4.) Was ist, wenn der Makler mir nun einen Käufer bringt, der einen Preis zahlen möchte, der mir zu niedrig ist. Werde ich dann in irgendeiner Form gegenüber dem Makler zahlungspflichtig?
5.) Welche Rolle spielt hierbei noch meine ehemalige Lebensgefährtin? Könnte ich sie auf Basis des ursprünglichen Maklervertrags in irgendeiner Form an evtl. Forderungen des Maklers beteiligen?

Ich würde mich freuen, Ihre Einschätzung zu erhalten.
03.06.2008 | 11:12

Antwort

von


(2253)
Damm 2
26135 Oldenburg
Tel: 0441 26726
Web: http://www.rechtsanwalt-bohle.de
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Sehr geehrter Ratsuchender,


hier sollten Sie unverzüglich den Makler über die geänderten Umstände informieren und, da Sie kein Interesse mehr an einem Verkauf haben, dann den Vertrag kündigen.

Unterlassen Sie diese Mitteilung, werden Sie sich gegenüber dem Makler ansonsten für seine weitere Auffwendungen ersatzpflichtig machen, die dieser in Ansehung des ursprünglichen Vertrages macht. Das einseitige Hochsetzen des Kaufpreises, um Interessenten abzuschrecken, dürfte dann als Pflichtverletzung Ihrerseits zu beurteilen sein, so dass ich davon dringend abrate.

Ob Sie für die bisherigen Bemühungen etwas an den Makler zu zahlen haben, wird letztlich von der genauen vertraglichen Gestaltung abhängen: In der Regel bekommt der Makler die Provision erst bei erfolgreichem Verkauf; eine andere Vertragsgestaltung ist aber denkbar und auch legitim.

Daher werden Sie, wenn der Makler Ansprüche stellt, nicht umhinkommen, den Vertrag selbst individuell prüfen zu lassen.

Nach Ihrer Darstellung wird die Lebensgefährtin nicht mehr heranzuziehen sein.



Hier sollten Sie also SOFORT den Makler unterrichten, dass das Objekt nicht mehr zum Verkauf steht.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle


Rückfrage vom Fragesteller 03.06.2008 | 11:21

Sehr geehrter Herr Bohle,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Ich habe jedoch noch eine Nachfrage/Info:

Der Makler weiß bereits seit dem 5. Mai, dass ich nun alleiniger Eigentümer bin. Und als ich ihm damals berichtete, ich hätte kein Interesse mehr, das Haus zu verkaufen, sagte er mir, dass ich ihm dann die bis dahin entstandenen Kosten ersetzen müsste. Hieraufhin habe ich dieser Aussage des Maklers vertraut. Er bietet also nach wie vor das Objekt an, obwohl er eigentlich weiß, dass ich dies nicht mehr wünsche.

1.) Ist der ursprüngliche Vertrag (mit meiner ehem. Lebensgefährtin geschlossen) also nach wie vor gültig? Oder besteht für mich mit Hinweis auf die neuen Umstände so eine Art Sonderkündigungsrecht, bei dessen AUsnutzung keine Kosten für mich entstehen würden?

2.) Das Objekt wird augenblicklich mit 249.000 Euro angeboten. Für diesen Preis würde ich wohl evtl. auch verkaufen. Nur ist es relativ unrealistisch, diesen Preis zu erzielen. Bin ich denn gezwungen, bei einem Angebot von z.B. 235.000 Euro zu verkaufen?

Leider bin ich aus Ihrer ersten Antwort nicht so richtig schlau geworden in bezug auf meine ursprünglich gestellten Fragen. Wäre klasse, wenn Sie mir da noch einmal konkretere Angaben geben könnten.

Vielen Dank für Ihre Hilfe und freundliche Grüße.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 03.06.2008 | 11:49

Sehr geehrter Ratsuchender,



wahrscheinlich werden Sie und Ihre Lebensgefährtin die bis zum 05.05.08 angefallenden Kosten ersetzen müssen; wahrscheinlich deshalb, da eine genauere Einschätzung ohne Kenntnis des genauen Wortlautes nun einmal nicht möglich ist. Denn es gibt auch Verträge, die dieses Risiko dem Makler auferlegen, allerdings dann eine vorzeitige Kündigung ausschließen. Was nun genau vereinbart ist, kann ich ohne Einsicht in den Vertrag nicht vorhersagen.

Alle Kosten nach dem 05.05.08, die SIe dann allein zu tragen hätten, sollten Sie aber zurückweisen. Denn wenn der Makler trotz Kenntnis weiter das Objekt anbietet, werden Sie Kosten dafür nicht mehr zu tragen haben.

Sie sind auch nicht gezwungen, das Objekt für einen geringeren Wert zu veräußern; darauf kommt es aber auch gar nicht mehr an, nachdem Sie dem Makler mitgeteilt haben, dass ein Verkauf nicht mehr erwünscht ist; denn das ist als Kündigung zu werten.

Nochmals zu den Fragen:

1.) Der Maklervertrag läuft weiter, ist aber am 05.05.08 gekündigt worden.

2.) Ja, Sie und Ihre Lebensgefährtin KÖNNTEN für Aufwendungen bis zum 05.05.08 haften, WENN es nicht eine besondere vertragliche Vereinbarung gibt. LASSEN SIE DEN VERTRAG PRÜFEN.

3.) Der Makler hat KEIN Mitspracherecht beim Preis. Setzen Sie diesen aber abredewidrig hoch, machen SIE (und nun nicht mehr auch die Lebensgefährtin) dann schadensersatzpflichtig.

4.) Auch hier kommt es auf den Vertrag an; sollte die Provision bei Vertragsschluss fällig werden: NEIN. Sollte die Provision für die Vermittlung fällig werden: NEIN, wenn der Preis unter den abgemachten Verkaufspreis liegt und Sie das Angebot nicht annehmen. Aber auch hier kann im Wortlaut des Vertrages etwas Abweichendes vereinbart sein.

5.) Für berechtigte Ansprüche - sofern es die nach dem Vertarg gibt - die vor dem 05.05.08 entstanden sind, wird sie als Gesamtschuldnerin vermutlich haften, so dass Sie dann diese in Anspruch nehmen können, wenn Sie etwas an den Makler zahlen mussten.

ABER NOCHMALS: Bevor Sie etwas zahlen, lassen Sie bitte den genauen Wortlaut des Vertrages prüfen; es ist durchaus möglich, dass Sie gar nichts zahlen müssen. Aber dafür ist die Vertragsprüfung (ähnlich bei ein Röntgenbild bei einer ärztlichen Untersuchung) nun einmal notwendig. Ich hoffe, dieses ist nun deutlich geworden.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
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