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Maklerprovison


17.08.2007 10:42 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben einem Bekannten der Makler ist unseren Bauernhof zum Verkauf gegeben. Er sagte uns das es besser ist einen Alleinauftrag abzuschließen. Mein Mann hat diesen ohne zu lesen unterschrieben. Der Makler war einmal mit einem Interessenten da, der nicht gekauft hat. Nach 5 Monaten kam ein Interessent auf uns zu der von dem Verkauf über seinen Schwiegersohn der in Nähe wohnt erfahren hat. Wir haben den Makler zweimal versucht zu erreichen und um Rückruf gebeten aber nichts gehört. So haben wir den Besichtigungstermin selbt durchgeführt und danach nochmals mit dem Makler gesprochen und Ihn informiert das der Interessent wahrscheinlich kauft aber keine Maklerprovision zahlen will da er nicht über ihn auf das Projekt aufmerksam geworden ist. Der Makler sagt das er gnädigerweise auf die Käuferprovision verzichtet aber normal einen Anspruch hätte da er es im Internet angeboten hat und dadurch erst publik wurde das unser Hof zum Verkauf steht. Wir haben heute nach Anfrage endlich die Zweitschrift des Alleinauftrages erhalten (Datum des Vertrages 31.01.2007). Er läuft über 18 Monate. Wir haben nie richtig über diesen Vertrag gesprochen was der Makler jetzt natürlich behauptet. Er hat uns damals nur gesagt das sei besser da wenn es mehrere Makler wären es nicht gut ausschaut im Internet. In der nächsten Woche haben wir den Notarvertrag mit dem Käufer. Die Käufer waren jetzt sechs mal da - immer ohne Makler. Meine Frage: Hätte der Makler einen Anspruch auf die Käuferprovison da er es im Internet inseriert hat? Nächste Frage: Ist der Alleinauftrag rechtens ohne Abgabe einer Zweitschrift bzw. mit dieser langen Laufzeit? Ist ein Selbstverkauf wie in unserem Fall überhaupt nicht möglich? Jetzt weist der Makler darauf hin das er gerne bei der Abwicklung behilflich ist. Muß im Notarvertrag die Maklerprovison festgehalten werden? Danke für die Beantwortung. (Bauernhof ist in Österreich, Makler in Deutschland)

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Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihnen Ihre Fragen auf der Grundlage des von Ihnen angegeben Sachverhalts wie folgt:

Sollte es sich bei dem Maklervertrag um einen einfachen Alleinauftrag handeln - dies kann ohne vertragliche Prüfung nicht beantwortet werden, spielt im Ergebnis aber keine Rolle, s.u.- hätte der Makler bereits deshalb keinen Anspruch auf Provision, da der einfache Alleinauftrag nur die Beauftragung eines weiteren Maklers verbietet, nicht aber aber das eigene Tätigkeitwerden in bezug auf den Verkauf. Da der (potentielle) Käufer von dem Objekt gerade nicht durch den Makler erfahren hat, steht dem Makler keine Provision zu.

Sollte es sich um einen sog. qualifizierten Alleinauftrag handelt, wäre aber ebenfalls keine Provision fällig: Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes wird ein qualifizierter Makleralleinauftrag dahingehend verstanden, dass sich der Maklerkunde während des Bestehens des Maklerauftrages verpflichtet, auch für solche Geschäfte Maklerprovision zu zahlen, die ohne Zutun des Maklers zustande kommen. Dies sind insbesondere Geschäfte, bei denen der Käufer unter Umgehung des Maklers von Anfang an direkt mit dem Verkäufer verhandelt und sich einigt. Gegen die grundsätzliche Wirksamkeit derartiger Vereinbarungen, die letztlich den Makler zulässigerweise vor Umgehung schützen, bestehen zwar grundsätzlich keine Bedenken. Diese Vereinbarung muss allerdings individuell ausgehandelt werden, um wirksam zu sein. Individuell ausgehandelt ist dies nur, wenn die Klausel vom Makler ernsthaft zur Dispoition gestellt worden ist. Dies ist nach Ihrer Schildern nicht der Fall. Die fehlende Individualvereinbarung führt zu Unwirksamkeit dieser Vereinbarung.

Das fehlende Vorliegen einer Zweitschrift ist rechtlich unerhebblich.

Die lange Laufzeit hingegen ist unangemessen hoch, so dass die Laufzeit unwirksam ist.

Die Maklerprovision muss nicht in dem Notarvertrag festgehalten werden.

Zusammenfassend besteht für den Makler kein Provisionsansrpruch, der Selbsverkauf war möglich.

Sollte der Makler allerdings bei der Abwicklung behilflich sein, hat er für diese Leistung einen Anspruch auf Vergütung.

Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben.


Mit freundlichen Grüßen

Günthner
Rechtsanwalt
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