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Maklerprovision zweimal zahlen?


28.11.2006 13:10 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch



Wie kann ich mich davor schützen, doppelt Maklerprovision zahlen zu müssen?
Ich bin auf der Homepage eines Maklers auf ein Objekt gestoßen, dass aber - wie sich später herausstellte - gar nicht von diesem Angeboten werden darf und in dieser Form auch gar nicht verkauft werden kann. Später habe ich zufällig das entsprechende und diesmal seriöse Angebot des tatsächlich vom Eigentümer beauftragten Maklers gefunden und bin mit ihm in Kontakt getreten. Nun befürchte ich, im Falle eines Kaufabschlusses doppelt Provision zahlen zu müssen. Ich hatte den Maklerbedingungen des "Trittbrettfahrers" zwar schon einmal per Email zugestimmt und daraufhin ein Exposé erhalten. Dieses bezog sich aber noch auf ein ganz anderes Objekt, das mich nicht mehr interessiert. Eine schriftliche Übermittlung von Informationen zum aktuell interessanten Grundstück habe ich nie erhalten (lediglich telefonische Auskünfte, u.a. auch die Adresse). Bin ich damit auf der sicheren Seite?

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Sehr geehrter Fragesteller,

1.)
ein Maklervertrag zwischen dem potentiellen Käufer und dem Makler kann auch ohne die Beauftragung des Maklers durch den Verkäufer zustandekommen.

2.)
Wie Sie selbst schreiben, haben Sie den Maklerbedingungen des ´Trittbrettfahrers´ zugestimmt bevor er Ihnen nähere Informationen über das Objekt gab. Es ist demnach ein Maklervertrag zustandegekommen.

Ein Makler hat dann einen Anspruch auf die Provision, wenn er die Ursache zum Abschluss des Kaufvertrages gesetzt hat. Es genügt dabei idR, dass der Makler durch seine Leistung Ihnen den Anstoß gegeben hat sich konkret um den Vertragsabschluss zu bemühen.

3.)
Aber auch mit dem zweiten Makler haben Sie einen Maklervertrag abgeschlossen.
Auch hier entsteht der Provisionsanspruch nur dann, wenn sein Tun ursächlich für den Vertragsschluss gewesen ist.

Grundsätztlich ist bei Vorkenntnis des Objekts, selbst wenn sie erlangt ist bevor Interesse am Abschluss des Kaufvertrages bestand, die Leistung des zweiten Maklers nicht ursächlich für den Vertragsschluss. Es sei denn, der zweite Makler hat eine zusätzliche, für den Vertragsschluss wesentliche, Informationen geliefert.

In diesem Falle hätte jedoch der erste Makler nicht die Ursache für den Vertragsschluss gesetzt.

Sie sollten den zweiten Makler in jedem Falle von Ihrer Vorkenntnis unterrichten. Ansonsten könnten Sie unter Umständen die Möglichkeit verlieren sich auf die fehlende Ursächlichkeit zu berufen.

Die Tatsache das der erste Makler Ihnen die Informationen nur mündlich gegeben hat ist nur für eine etwaige Beweisführung vor Gericht von Belang, da der Makler seine Maklertätigkeit beweisen muss.


Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.


Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76

Nachfrage vom Fragesteller 28.11.2006 | 19:32

Zunächst vielen Dank. Der zweite Makler ist über die Vorgeschichte unterrichtet und hat mir empfohlen, dem ersten per Email seinen Maklerbedingungen zu wiedersprechen, mit der Begründung, dass dieser nicht befugt und in der Lage sei, das angebotene Grundstück als Einzelgrundstück überhaupt zu verkaufen (u. a. aufgrund eines nur gemeinschaftlich von allen Käufern der nebeneinander liegenden Grundstücke zu erwerbenden Weges). Wäre das auch aus Ihrer Sicht sinnvoll, oder lasse ich es lieber auf sich beruhen, da ich ja bislang keine schriftlichen Unterlagen vom ersten Makler erhalten habe?
Ich gehe davon aus, dass eine Provision an den zweiten Makler in jedem Fall zu entrichten ist, da dieser - im Gegensatz zum ersten - über alle relevanten Informationen verfügt und in der Lage ist, mir das Gründstück unter den komplzierteren Erschließungsbedingungen anzubieten. Zudem bestand das Angebot des ersten Maklers in einem Komplettpaket aus Grundstück+Fertighaus, das des zweiten beinhaltet lediglich das Grundstück und ist insofern für uns ohnehin interessanter. Was soll ich Ihrer Meinung nach tun?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.11.2006 | 10:11

Sehr geehrter Fragesteller,

das Ihr aktueller Makler so argumentiert verwundert nicht, da er das größere Risiko trägt keine Provision zu erhalten.

Wie bereits oben ausgeführt bedarf es für einen Provisionsanspruch grundsätzlich nicht eines Auftrages des Verkäufers, wenn ein Maklervertrag zwischen Ihnen und dem ersten Makler besteht, wovon nach Ihrer Darstellung auszugehen ist.

Es geht bei mehreren Maklern einzig und allein darum wer die Ursache für den Abschluss des Hauptvertrages gesetzt hat. Und da hat derjenige Makler die besseren Karten, der das Objekt als erstes vermittelt hat.

Die (Mehr-)Informationen die Ihnen der zweite Makler gegeben hat müssen für den Abschluss des Hauptvertrages mitursächlich sein.

Was das genau bedeutet dazu sagt der BGH:
BGH, Urteil vom 04.10.1995 - IV ZR 163/94

"Ob und wann das Verschaffen zusätzlicher Kenntnisse über das zu erwerbende Objekt noch adäquat ursächlich gewirkt hat, ist eine Frage des Einzelfalls; jedoch ist immer eine für den Erwerb wesentliche Maklerleistung zu fordern."

Mit anderen Worten es kommt im Zweifel auf jedes Details an.

Wünschen Sie eine weiterführende Vetretung, kontaktieren Sie mich einfach über die untenstehenden EMailadresse.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
EMail: info@RA-Bordasch.de

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