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Maklerprovision rechtens nach Besichtigung


| 10.12.2008 16:01 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Hallo zusammen,

ich habe folgendes Problem.

Ich habe in Internet bei einer Immobilienplattform zwei Wohungen gesehen die mich interessierten. Über die integriete Kontaktfunktion nahm ich Kontakt mit den jeweiligen Vermietern auf (direkt nacheinander).
Bei der einen Wohnung war hier ein Makler als Kontakt (mit der Angabe das Provision fällig wird) und bei der zweiten Wohnung eine Privatperson als Kontakt angegeben.

Tags darauf meldete sich der Makler und wir machten einen Besichtigungstermin aus. Die Besichtigung fand im beisein meines Bruders statt. Dem Makler bekundete ich mein Interesse an der Wohung bat mir aber noch Bedenkzeit aus, was vom Makler auch ausdrücklich befürwortet wurde.

Eine halbe Std. nach dem Besichtigungstermin meldet sich die Privateperson der zweiten Wohnung. Hierbei stellte sich heraus das es sich um die gleiche Wohung handelte. Auf die Frage wie das sein kann, antwortete mir die Vermieter dass sie mit dem Makler keinen Alleinvertretungsanspruch vereinbart hatte und für mich somit keine Provision fällig wäre, wenn ich den Mietvertrag über sie abschließen würde.
Mir wurde auf meine Bedenken wg. dem Makler versichert das keine Provision fällig wäre.
Ich schloss den Vertrag also mit der Vermieterin direkt ab. Im Mietvertrag steht auch nichts über eine Provision und mit dem Makler hatte ich keinen weiteren Kontakt.
Gestern lag nun ein Schreiben vom Makler im Briefkasten indem er seine Provision fordert.
Bin ich verpflichtet diese zu bezahlen?
Sehr geehrter Fragesteller,

auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und insbesondere unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Ob Sie verpflichtet sind, die Maklerprovision zu zahlen, lässt sich leider nicht abschließend beurteilen. Damit ein Maklerlohn entstehen kann, muss der geschlossene Vertrag auf Grund der Maklertätigkeit zustande gekommen sein. Hierbei kommt ein Nachweis oder eine Vermittlung durch den Makler in Betracht.

Der Makler wird die Position vertreten, dass es zu dem Abschluss des Mietvertrages nur kam, weil Sie die Wohnung zuvor durch Ihn besichtigen konnten und sich daraufhin zur Miete der Wohnung entschlossen haben, er also eine Vermittlungsleistung erbracht hat.

Hat der Makler tatsächlich mit dem Vermieter keinen Alleinvertretungsanspruch vereinbart, so war es auch dem Vermieter möglich, sich mit Interessenten zu treffen und den Mietvertrag zu schließen. Hierbei würde dann selbstverständlich keine Provision anfallen.

Im Falle einer gerichtlichen Geltendmachung des Provisionsanspruchs durch den Makler stellt das Hauptproblem die Beweisbarkeit dar. Sie müssten beweisen, dass Sie sich zum Abschluss des Mietvertrages nicht aufgrund der Vermittlung des Maklers entschlossen haben. Dies könnte sich aber als schwer erweisen, da sich der Besichtigungstermin mit dem Makler zeitlich früher ereignete und der erste Kontakt tatsächlich mit dem Makler erfolgte.
Letztendlich kommt es auf die genauen Umstände des Einzelfalles und deren Würdigung durch das Gericht an. Es lässt sich leider nicht vorhersehen, wie das Gericht entscheiden würde.

Ich hoffe, dass meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen. Gerne stehe ich Ihnen auch für die weitere Wahrnehmung Ihrer Interessen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Müller
(Rechtsanwalt)

Nachfrage vom Fragesteller 11.12.2008 | 07:52

Hallo Hr. Müller,

danke für ihre schnelle Antwort.
Ich habe leider eine kleine Information in obigen Sachverhalt vergessen.
Ich hatte einen Tag nach der Besichtigung mit dem Makler, noch eine Besichtigung mit dem Vermieter (Zeuge war die Freundin meines Bruders), da ich mir die Wohung bei Tageslicht anschauen wollte (beim Makler war es später Abend).

Ändert dies etwas an der rechtslage?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.12.2008 | 09:03

Sehr geehrter Fragesteller,

dieser Umstand wird in der Gesamtwürdigung natürlich berücksichtigt und könnte sich positiv für Sie auswirken.
Die Besichtigung am Tage allein mit dem Vermieter und ohne Kenntnis des Maklers bzw. ohne dass der Makler diese veranlasst hat, könnte Ihnen helfen zu beweisen, dass Sie die Wohnung nicht aufgrund des Termins mit dem Makler gemietet haben.
Dennoch müssten Sie unabhängig davon beweisen, dass Sie ohne Hilfe des Maklers an den Vermieter für eine Besichtigung heran treten konnten, also dessen Kontaktdaten hatten, und daher kann auch aufgrund der neuen Umstände keine abschließende Beurteilung der Angelegenheit getroffen werden.
Eine solche Klärung wäre nur vor Gericht möglich.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Müller
(Rechtsanwalt)

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.12.2008 | 09:03

Sehr geehrter Fragesteller,

dieser Umstand wird in der Gesamtwürdigung natürlich berücksichtigt und könnte sich positiv für Sie auswirken.
Die Besichtigung am Tage allein mit dem Vermieter und ohne Kenntnis des Maklers bzw. ohne dass der Makler diese veranlasst hat, könnte Ihnen helfen zu beweisen, dass Sie die Wohnung nicht aufgrund des Termins mit dem Makler gemietet haben.
Dennoch müssten Sie unabhängig davon beweisen, dass Sie ohne Hilfe des Maklers an den Vermieter für eine Besichtigung heran treten konnten, also dessen Kontaktdaten hatten, und daher kann auch aufgrund der neuen Umstände keine abschließende Beurteilung der Angelegenheit getroffen werden.
Eine solche Klärung wäre nur vor Gericht möglich.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Müller
(Rechtsanwalt)

Bewertung des Fragestellers 11.12.2008 | 09:17


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